1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Gemeinsam für den Erfolg: So trainiert ein Bodybuilder-Paar

Bodybuilding

08.06.2016

Gemeinsam für den Erfolg: So trainiert ein Bodybuilder-Paar

Laura Möritz und Kevin Pechter trainieren nicht nur zusammen. Sie sind auch privat ein Paar.
Bild: Paul Miehling

Laura Möritz und Kevin Pechter zählen zu den erfolgreichsten Kraftsportlern der Region. In ihrem Alltag dreht sich fast alles um Ernährung, Training und Muskeln. Welche Auswirkungen der Sport auf ihr Privatleben hat.

Es ist ein Problem, das viele Paare haben. Der Mann schaut gerne Sport im Fernsehen oder steht am Wochenende auf dem Fußballplatz. Die Frau hätte gerne mehr Zeit mit ihrem Partner, würde lieber romantisch Essen gehen. Bei Kevin Pechter aus dem Hollenbacher Ortsteil Motzenhofen und seiner Freundin Laura Möritz gibt es solche Konflikte eher selten. Beide vereint eine Leidenschaft: Das Bodybuilding. Die beiden betreiben diesen Sport nicht nur gemeinsam, er prägt auch ihren Alltag.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Möritz weiß, warum die Aktivitäten mit ihrem Freund so wertvoll sind: „Man wächst zusammen und teilt sehr viel miteinander. Wir trainieren, kochen und entspannen dann.“ Und weiter: „Gemeinsam kann man sich auch besser motivieren, wenn einer mal einen kleinen Durchhänger hat.“ Wegen ihres Freundes verlagerte die gebürtige Nordendorferin ihren Lebensmittelpunkt ins Wittelsbacher Land, in Aichach trainiert sie mehrmals die Woche in einem Fitnessstudio. Im vergangenen Jahr war sie bayerische Meisterin in der Bikini-Klasse und konnte Anfang Mai ihren Titel verteidigen. In der deutschen Endausscheidung verpasste sie diesmal das Finale. „Ich wollte meinen siebten Platz aus dem Vorjahr verbessern, das Ergebnis war deshalb schon enttäuschend“, sagt die 24-Jährige und sucht nach Erklärungen: „In der Bikini-Klasse sind die Bewertungskriterien der Punktrichter aber nicht genau vorgegeben.“ Es gehe vor allem darum, einen trainierten Körper mit Muskelansätzen gekonnt in Szene zu setzen. Was Muskelansätze sind, werde manchmal unterschiedlich interpretiert, so Möritz. Sie habe daraus jedoch ihre Schlüsse gezogen und wolle im nächsten Jahr vor allem an ihrer Schulter- und Rückenmuskulatur feilen.

Musste Möritz vergangenes Jahr noch neidisch dabei zusehen, wie Freund Kevin während ihrer Diätphase neben ihr genüsslich eine Tafel Schokolade verspeiste, ist bei den beiden geteiltes Leid mittlerweile halbes Leid. Pechter nahm dieses Jahr zum ersten Mal an den Wettkämpfen teil. Mit Erfolg: In der Klasse „Junior Men Physique 1“ belegte er bei der bayerischen Meisterschaft den 2. Platz, bei der deutschen landete er auf Rang vier. Weil er bei der nationalen Ausscheidung bis ins Finale kam, hat er die Möglichkeit, sich für „Mr. Olympia Europe“ zu qualifizieren. Hier treten Athleten aus ganz Europa zu einem länderübergreifenden Vergleich in Dortmund an. Dass es auf Anhieb so gut klappt, hätte der 23-Jährige nicht gedacht: „Damit hätte ich nie gerechnet, ich wollte erst einmal reinschnuppern. Jetzt weiß ich aber, was möglich ist, nächstes Jahr bin ich noch motivierter.“

Der Sport geht für das Bodybuilder-Paar mit viel Verzicht einher. Etwa vier Monate vor den Wettkämpfen beginnt eine strenge Diätphase. Denn der Körperfettanteil soll bei der Präsentation auf der Bühne so gering wie möglich sein. Pechter und Möritz unterstützen sich gegenseitig dabei, diszipliniert zu bleiben. Das gilt sowohl für die Ernährung als auch für das Training. „Natürlich vermissen wir es, beim Italiener einfach mal eine Pizza zu essen“, erzählt Pechter. „Die Vorfreude auf das Essen ist nach dem Wettbewerb aber umso schöner.“ Der Lebensstil des Pärchens unterscheidet sich stark von dem anderer Menschen im gleichen Alter. Feiern gehen und Alkohol trinken sind da meist nicht drin. Alte Freundschaften gehen kaputt. Möritz: „Das ist schade, allerdings findet man auf den Wettbewerben ja Gleichgesinnte. Obwohl wir eigentlich Konkurrenten sind, fühlt man sich wie in einer großen Familie.“ Die Kompromisse, die das Pärchen für die gemeinsame Leidenschaft eingehen muss, sind aber aller Mühe wert. Pechter erklärt warum: „Das Gefühl auf der Bühne zu stehen, ist durch nichts zu ersetzen. Es ist wunderbar, wenn sich all die investierte Energie auszahlt.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren