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Aichach-Friedberg

23.03.2016

Genossenschaften: Minuszinsen wird’s bei uns nicht geben

Die vier selbstständigen Raiffeisenbanken Adelzhausen-Sielenbach, Aindling, Kissing-Mering und Rehling legten ihre Zahlen vor.
Bild: Symbolfoto: Matthias Becker

Die Raiffeisenbanken im Landkreis wollen der Geldmarktpolitik mit anderen Mitteln entgegensteuern

Aichach-Friedberg Die Bilanzsumme der vier selbstständigen Raiffeisenbanken Adelzhausen-Sielenbach, Aindling, Kissing-Mering und Rehling ist 2015 um 8,2 Prozent auf 1,335 Milliarden Euro gestiegen. Die Bilanzstrukturen seien ausgewogen, sagten die Vorsitzenden des Raiffeisen-Kreisverbandes, Peter Burnhauser und Franz Schmaus, bei der Vorstellung der aktuellen Geschäftszahlen.

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Die anvertrauten Kundengelder seien in vollem Umfang als Kredite in der Region ausgereicht worden, so Burnhauser und Schmaus. Den Zuwachs der Kredite von gut 12 Prozent auf 997 Millionen Euro bezeichneten die beiden als „rekordverdächtig“. Wachstumstreiber seien gewerbliche Investitionen und der private Wohnungsbau. „Die Nachfrage nach Betongold wird durch Niedrigzinsen noch weiter angeheizt“, so Burnhauser. Öffentliche Förderkredite spielten mit 124 Millionen Euro bei den Raiffeisenbanken eine große Rolle. Daneben halte auch der Einlagenzuwachs auf Kreisverbandsebene ungebrochen an.

Die Kundengelder sind um vier Prozent auf 976 Millionen Euro angestiegen. Mit der Ertragslage sei man sehr zufrieden, so die Raiffeisen-Sprecher. Haupterlösquelle ist unverändert das Zinsgeschäft mit einer Spanne von gut zwei Prozent. Das starke Kreditneugeschäft gleiche die rückläufigen Zinsspannen aus.

Genossenschaften: Minuszinsen wird’s bei uns nicht geben

Kopfschütteln über Null-Zins-Politik der EZB

Mit Kopfschütteln bewerten Burnhauser und Schmaus die Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank. Höhere Einlagezinsen werde es damit nicht geben. Burnhauser beruhigte seine Sparer: „Minuszinsen für Privatanleger haben wir derzeit nicht auf dem Radarschirm.“ Allerdings sei eine Vermögensmehrung mit risikolosen Einlagenprodukten auf absehbare Zeit aber auch nicht zu realisieren.

Die Genossen im Kreisverband setzten stattdessen verstärkt auf die Vermögensstrukturierung. „Das A und O sind gut qualifizierte Mitarbeiter. An der Aus- und Fortbildung unseres Personals werden wir deshalb nicht sparen“, versicherte Burnhauser, derzeit 15 Auszubildende zum Bankkaufmann sicherten den Qualitätsanspruch in der Zukunft. Ein spürbarer Erfolg dieser Personalpolitik seien die hohen Zuwachsraten im Vermittlungsgeschäft mit Verbundprodukten.

Das außerbilanzielle Kundenanlagevolumen sei 2015 um knapp neun Prozent auf 551 Millionen Euro gesteigert worden. Der „Renner“ seien die Investmentfondsanteile mit einem Zuwachs von 21 Millionen Euro gewesen. Neben den landwirtschaftlichen Warenlagern in Rehling und Wollomoos wird in Motzenhofen derzeit ein neuer Warenstandort mit umfassendem Sortiment errichtet.

Sorge über Bankenregulierung

Mit einer Mischung aus Gelassenheit und Sorge blicken beide auf die explodierende Bankenregulierung, die steigende Personal- und Sachkosten verursacht. „Prozessoptimierung“ ist daher angesagt. Filialschließungen sind bei den Kreisverbandsbanken derzeit aber nicht geplant. „Investitionen in den Kunden“ nannten beide Banker die laufende Erweiterung ihres Serviceangebots. Das Internet und mobile Lösungen stehen dabei im Fokus.

Erklärtes Ziel sei, die Nummer eins in der Zufriedenheit der Kunden und der Mitarbeiter zu sein. „Die Bürger im Wittelsbacher Land schätzen unser regionales Geschäftsmodell und die konsequente Ausrichtung an den Kundenbedürfnissen“, resümierten die beiden Vorsitzenden. Der wirtschaftliche Erfolg ermögliche nachhaltige Leistungen für die Bürger in der Region. Knapp zwei Millionen Euro seien als Gewerbesteuer den Kommunen zugeflossen, mit 137000 Euro seien Vereine und förderwürdige Projekte unterstützt worden, und für 287 Menschen seien die Raiffeisenbanken ein sicherer und attraktiver Arbeitgeber.

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