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Sitzung I

25.07.2019

Geschichtspfad: Pöttmes macht nicht mit

Bei Wagesenberg war ein Familienweg im Rahmen des Geschichtspfads „Schlacht auf dem Lechfeld“ angedacht. Nach langer Diskussion im Gemeinderat wird sich Pöttmes an diesem Projekt jedoch nicht beteiligen.

Der Marktgemeinderat lehnt die Teilnahme an der „Schlacht auf dem Lechfeld“ ab. Auch wenn Fachleute mit hohen Zuschüssen argumentieren. Das Gremium fühlt sich zu sehr unter Druck gesetzt

Am Geschichtspfad „Schlacht auf dem Lechfeld“ wird sich Pöttmes nicht beteiligen – vorerst jedenfalls. Das Thema löste am Dienstag eine unerwartet lange Diskussion in der Sitzung des Gemeinderats aus. Am Ende gab es ein 6:13-Ergebnis bei der Abstimmung. Damit ist klar: An der Schanze bei Wagesenberg, wo ein Familienweg angedacht war, werden keine Maßnahmen eingeleitet.

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Götz Beck von der Regio Augsburg Tourismus hatte zuvor von einem „Meilenstein der deutschen Geschichte“ gesprochen und von einem „wirklich kunsthistorischen Thema“. Er hatte Fördergelder in einem Umfang von 60 Prozent der Nettokosten in Aussicht gestellt. Außerdem könne man Gelder vom Erholungsgebieteverein erwarten, argumentierte Götz. Insgesamt wurde die Belastung, die schließlich auf Pöttmes entfallen würde, mit knapp 17000 Euro beziffert.

Thomas Huber, Dritter Bürgermeister, formulierte seine ablehnende Haltung so: „Die Eile wundert mich, wir haben gedacht, das Projekt ist gestorben.“ Jetzt solle man innerhalb kurzer Zeit zustimmen und eine Projektbeschreibung erstellen. Die könne der Wittelsbacher Land-Verein zu 70 Prozent liefern, entgegnete Regionalmanager David Hein. Sissi Veit-Wiedemann, Zweite Bürgermeisterin, setzte sich dafür ein, auf eine mögliche nächste Runde zu warten. Die werde es bestimmt noch geben: „Man muss nicht alles haben und nicht alles gleich.“ Erich Poisl sprach empört von einem „Überfallkommando“. Er verwies darauf, dass man heute den 23. Juli habe und am 19. August müsse von Pöttmes eine Zusage vorliegen.

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Mit bürokratischen Altlasten hatte sich der Marktgemeinderat ebenfalls zu befassen. Den Schulverband Pöttmes gibt es eigentlich nicht mehr, im Landratsamt in Aichach aber ist man der Ansicht, dass er nach wie vor existiert. Bevor dieser Verband endgültig als aufgelöst betrachtet werden kann, müssten einige Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu wurden die erforderlichen Beschlüsse gefasst. Die Jahresrechnungen für 2004 und 2005 wurden festgestellt. Vor der Entlastung der Jahresrechnungen 2000 bis 2005 merkte Erich Poisl an: „Es ist schwierig, nach 14 Jahren einen Beschluss zu fassen. Warum wurden zehn oder zwölf Schreiben vom Landratsamt nicht beachtet?“ Es war davon die Rede, dass aus Aichach wiederholt vergebens angemahnt worden war, zu den entsprechenden Themen Stellung zu beziehen. Die überörtliche Prüfung der Jahresrechnungen 2003 bis 2005 des Schulverbands Pöttmes erforderte mehr Zeit. Am Ende sah der Marktgemeinderat die Unstimmigkeiten als aufgeklärt an. Kämmerin Sandy Lichtblau hatte zuvor versichert, es sei alles mit rechten Dingen zugegangen. Hätte das Gremium seine Zustimmung verweigert, wäre damit ein gewaltiger Aufwand verbunden gewesen. Vom 13. Oktober 2017 bis zum 17. April 2018 wurden die Jahresrechnungen von 2013 bis 2017 überörtlich geprüft. Mit 16:3 Stimmen nahm der Gemeinderat den Bericht zur Kenntnis und stufte die Unstimmigkeiten als geklärt ein. Mirko Ketz (CSU) wollte wissen, ob der ehemalige Kämmerer Alois Helfer zu einer Stellungnahme aufgefordert worden sei. Ihm ging es speziell um die Frage, ob der Kommune bei der Wasserversorgung ein Schaden entstanden sein könnte. Dazu erklärte Bürgermeister Franz Schindele: „Von der Verwaltung wurde er aufgefordert, ein Fachbüro beizuziehen, was nicht geschehen ist.“

Die Gemeinde baut neben dem Hort in Pöttmes einen Soccerplatz. Von diesem Vorhaben sollte man sich verabschieden, sagte Sissi Veit-Wiedemann und ergänzte„Das ist auch ein Umweltgedanke.“ Sie argumentierte damit, dass die dabei eingesetzten Kunststoffteilchen ins Grundwasser gelangen könnten und ebenso in die Atemwege. Schindele hätte sich gewünscht, dass er früher von dieser Überlegung erfährt: „Das ist nicht auf der Tagesordnung.“ Peter Fesenmeir von der Verwaltung wies die Bedenken zurück. Der Quarzsand, der vorgesehen ist, sei unbedenklich. Das Granulat, das als gefährlich eingestuft werde, komme bei diesem Vorhaben nicht zum Einsatz. Die Arbeiten werden in Kürze über die Bühne gehen.

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