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Pöttmes-Mandlach

29.03.2015

„Gib’s mir. Deine Mülltonne“: Bürger protestieren gegen Vermüllung

Mit ihrer Kunstaktion prangern umweltbewusste Bürger die Vermüllung am Mandlachsee an.
Bild: Vicky Jeanty

Ein Müll-Kunstwerk, das wegmuss: Am Mandlachsee bei Pöttmes haben Bürger den am See verstreuten Müll eingetütet - mit deutlichem Hinweis an die Adresse der Verursacher.

Rauchen Maulwürfe heimlich untertags und schmeißen die Kippen auf die Wiese? Hat der Erpel mit seinen Entendamen eine Flasche Sekt gezischt? Oder war’s gar der Biber, der sich eine „Capri-Sonne“ gönnte? Wohl kaum. Es waren Menschen, die in jüngster Zeit alles Mögliche rund um den Mandlachsee liegen ließen.

All die unschönen Hinterlassenschaften stecken seit Neuestem in vielen durchsichtigen Plastikbeutelchen, die sauber sortiert am Zugang zum See liegen. Ein wahres Müll-Kunstwerk, dessen Innenleben die rund um den See verbrachten Stunden von Hinz und Kunz erahnen lässt: eine gebrauchte Windel, ein einsamer Turnschuh, jede Menge Flaschen und Kippen, Plastikmüll, Alufolie und anderes mehr.

„Möge jeder das mitnehmen, was sein Eigen ist“ 

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Ein oder mehrere umweltbewusste Bürger waren genervt von der zunehmenden Vermüllung dieses idyllischen Platzes. Und ließen sich etwas einfallen: Neben besagtem Müll-Gehäuse ist die überdeutliche Forderung auf eine weiße Leinwand aufgesprüht: „Möge jeder das mitnehmen, was sein Eigen ist.“ Mit dem eindeutigen Zusatz, dass es sich hier eben nicht um Kunst handele, sondern: „Das muss weg.“

Auf der Liegewiese winkt eine weitere Nachricht im Baumgeäst. Diesmal mit einem Zitat des französischen Philosophen und Schriftstellers Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715-1747): „Die Verachtung unserer Natur ist ein Irrtum unserer Vernunft.“ Am Fuß des Baums ist eine Tonne mit einem weißen T-Shirt verkleidet: „Gib’s mir. Danke, deine Mülltonne.“

Morgendliche Spaziergänger haben das Werk entdeckt

Zwei morgendliche Spaziergängerinnen aus dem Pöttmeser Ortsteil Gundelsdorf entdeckten das Werk und informierten unsere Zeitung. Der See ist nach der Aktion (noch) müllfrei. Das, was die aufgeregt schnatternde Entenschar an Spuren hinterlässt, vergeht auf natürliche Art und Weise. (vj)

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