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Gesundheit

11.09.2019

Gibt es Hilfe aus Berlin für die Kliniken an der Paar?

Das Aichacher Krankenhaus: Der rund 50 Millionen Euro teure Neubau ist seite Ende 2018 in Betrieb. Wie sieht seine Zukunft aus? Diese Frage war Gegenstand eines Gesprächs mit Landrat Klaus Metzger.
Bild: Erich Echter (Archivbild)

Der Landkreis setzt auf politische Unterstützung, um die Zukunft der Krankenhäuser zu sichern. Bundestagsabgeordneter Durz sieht durchaus Chancen.

Der Landkreis will die Zukunft der Krankenhäuser in Aichach und Friedberg sichern. Das ist erklärter politischer Wille. Doch wie soll das gehen angesichts der jüngsten Defizitexplosion und Einschätzungen, wonach die Hälfte aller Kliniken in Deutschland überflüssig sind? Der Landkreis hofft auf Unterstützung aus Berlin. CSU-Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz sieht durchaus Möglichkeiten. Ob sie eine Hilfe sind, muss sich aber erst noch zeigen.

Zukunft der Kliniken ist Thema bei einem Gespräch mit dem Landrat

Der Wahlkreisabgeordnete hatte schon länger ein Gespräch über die Kliniken geplant. Anders als gedacht, fand das nun nicht mit Krzysztof Kazmierczak statt. Bekanntlich hat sich der Landkreis vom Klinik-Geschäftsführer getrennt. Stattdessen traf sich der Abgeordnete nun mit Landrat Klaus Metzger und den kommissarischen Geschäftsführern Peter Schiele und Georg Großhauser.

In einer Pressemitteilung hieß es danach, man sei sich einig, „dass beide Standorte Friedberg und Aichach zukunftssicher ausgerichtet und erhalten werden können“. Der Landrat betont: „Für unsere Kliniken an der Paar müssen wir alle Kräfte bündeln.“ Die Unterstützung von Durz sei höchst willkommen. Bereits im Juni, als der mögliche Anstieg des Klinik-Defizits auf etwa 4,6 Millionen Euro in diesem Jahr bekannt wurde, hatte der Landrat auf Unterstützung der regionalen Bundestagsabgeordneten gepocht. Doch was kann ein Abgeordneter tun, um Klinikstandorte zu sichern? Durz sieht drei Ansätze:

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Zukunft der Kliniken an der Paar: Diese Ansätze sieht Durz

Neues Gesetz Ab 1. Januar gilt das neue „Pflegepersonalstärkungsgesetz“. Es zielt vor allem auf den herrschenden Mangel an Pflegepersonal ab. Aber: Es wirkt sich laut Durz auch „unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit“ einer Klinik aus. Denn: Zusätzliche Pflegekräfte müssten dann komplett von den Kostenträgern, also den Krankenversicherungen, bezahlt werden, nicht mehr vom Träger der Klinik.

Notaufnahme Außerdem setzt Durz auf die neuen Bereitschaftspraxen als Entlastung der Notaufnahmen. Ein nicht unwesentlicher Teil des Defizits rühre auch im Landkreis von der Inanspruchnahme der Notaufnahmen her. Seit April gibt es die Bereitschaftspraxis in Aichach, seit Oktober 2018 in Friedberg. Noch gibt es keine Zahlen, wie sich das finanziell auswirkt.

Strukturfonds Dieser soll ab Januar Kliniken – auch kleinere – fördern, wenn sie Spezialisierungen und Kooperationen umsetzen. die vor kurzem vorgestellte Umstrukturierung und Aufgabenteilung der Kliniken an der Paar geht nach Durz’ Ansicht in diese Richtung. Er will nun ausloten, ob die hiesigen Krankenhäuser in den Genuss einer Förderung kommen können.

Eine Prognose zur Geburtshilfe in Aichach wagt Durz nicht

Die Chancen für die Kliniken an der Paar beurteilt Durz grundsätzlich positiv. Andere Regionen hätten gezeigt, „dass es möglich ist“. Durz nennt das Beispiel Donau-Ries, wo sogar drei Krankenhäuser existieren könnten. Wie sehr die drei genannten Ansätze das Defizit der hiesigen Kliniken verringern können, lässt sich momentan noch nicht absehen. Die neuen Geschäftsführer müssten auch Zeit haben, sich einzuarbeiten, betont Durz.

Und was ist mit Aichachs Geburtshilfe? Dazu wagt Durz derzeit keine Einschätzung. Wichtig sei vorerst, „dass man beide Kliniken in eine Zukunft führt“, betont er.

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