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Stadtrat

26.01.2019

Glas-Anbau am Tandlmarkt in Aichach kostet 5,4 Millionen Euro

Mit einem modernen Glasbau soll das Verwaltungsgebäude am Tandlmarkt (rechts) erweitert werden. Hier das Modell des Architekturbüros Schrammel.
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Mit einem modernen Glasbau soll das Verwaltungsgebäude am Tandlmarkt (rechts) erweitert werden. Hier das Modell des Architekturbüros Schrammel.
Bild: Claudia Bammer

Für die Erweiterung des Hauses am Tandlmarkt liegt jetzt eine Kostenschätzung vor. Beim Baubeginn drückt der Bürgermeister aber nicht auf die Tube

Das Verwaltungsgebäude am Tandlmarkt in Aichach bekommt einen modernen Zwilling: Ein moderner Glasbau wird das Gebäude aus dem Jahr 1986 ergänzen. Jetzt lag im Aichacher Stadtrat eine erste Kostenschätzung vor: rund 5,4 Millionen Euro veranschlagt das Büro Schrammel Architekten aus Augsburg allein für den Neubau. Damit Alt- und Neubau funktional verbunden werden können, sind auch im bestehenden Gebäude Umbauarbeiten notwendig. Für die Minimallösung hier sind nochmals 2,1 Millionen Euro geschätzt.

Über die moderne Gestaltung des Neubaus war sich der Stadtrat schon im Juli 2018 weitgehend einig. Am Donnerstagabend musste der Stadtrat noch mehrere Entscheidungen treffen. Bei der Dachform waren im Juli zwei Alternativen präsentiert worden: ein Flachdach und ein sogenanntes Schrägdach, das nach zwei Seiten hin abfällt. Weil auf dem Dach aber eine Photovoltaikanlage montiert werden soll, kommt nur das Flachdach in Frage. Darüber war sich der Stadtrat weitgehend einig. Diese Variante wurde mit 26:2 Stimmen beschlossen. Offen war auch noch, ob der Keller eine Tiefgarage oder ein Archiv beherbergen soll. Der Stadtrat war sich einig, dass für das Archiv eine andere Lösung gefunden werden kann, um der eigenen Verpflichtung, Stellplätze zu schaffen, nachkommen zu können.

Der Baubeginn wird auf Ende 2020 verschoben

Bürgermeister Klaus Habermann ging auf die voraussichtliche Bauzeit ein. Man sei optimistisch davon ausgegangen, dass Ende 2019, Anfang 2020 gebaut werden könnte. Bei den nun folgenden Schritten – Fertigstellung der Eingabeplanung, Baugenehmigungsverfahren, Ausschreibung – wäre mit einem Baubeginn allerdings frühestens im Frühjahr 2020 zu rechnen, so Habermann. Der Nachteil: Das Bauprojekt würde dann mit der Bayerischen Landesausstellung kollidieren, die von Anfang Mai bis Anfang November 2020 in Aichach und Friedberg stattfindet. In dieser Zeit, in der in der Stadt rund 100000 Besucher aus ganz Bayern erwartet werden, wolle man aber eine Baustelle mit den damit verbundenen Nachteilen an dieser zentralen Stelle vermeiden. Ein zweiter Punkt sei die Baukonjunktur, so Habermann. Es gebe Anzeichen, dass die Baupreise langsam wieder sinken. Mit mehr Zeit, bekomme man auch bessere Preise, hofft Habermann. Ende 2020 soll nun Baubeginn sein, Ende 2021 der Bau fertig werden, so dass die Verwaltung 2022 dort einziehen kann. „Ein halbes Jahr müssen wir uns weiter fretten“, so Habermann.

CSU: Es ist ein Zweckbau, kein Luxus

Für die CSU erklärte Fraktionsvorsitzender Helmut Beck: „Die Planung ist ein großer Schritt in die richtige Richtung.“ Es handle sich um einen Zweckbau, der keinen Luxus, aber alle notwendigen Räume beinhalte. Georg Robert Jung (Freie Wählergemeinschaft) sprach von einem architektonisch überzeugenden Konzept. Beim Altbau müsse man aber noch an den Kosten arbeiten, um unter die genannten 2,1 Millionen Euro zu kommen, forderte er. Karl-Heinz Schindler (SPD) sagte, die Baustile seien zwar schon extrem unterschiedlich, der Neubau müsse aber funktional sein. Er sei ein Zweckbau. Die Verbindung von Neu- und Altbau fand er gut gelungen, den Zeitplan vernünftig.

Verträgt Aichach die moderne Optik?

Erich Echter (Christliche Wählergemeinschaft) hatte schon bei der Beratung über den Vorentwurf die moderne Optik gestört. „Mein historisches Gewissen wird ganz schön strapaziert“, sagte er auch jetzt. Dennoch signalisierte er Zustimmung. Zweifel hatte er, dass 5,4 Millionen Euro für den Neubau reichen werden. „Die Baupreise werden nicht sinken. Wir müssen mit über 10 Millionen Euro rechnen“, meinte er. Für weitere Stellplätze schlug er das städtische Grundstück an der Ecke Tandlmarkt und Martinstraße vor, auf dem derzeit noch ein Haus steht. Das veranlasste Bürgermeister Habermann zur Erheiterung der Runde zu der Frage: „Das würde Dein historisches Gewissen nicht belasten?“ Wie Helmut Baumann erläuterte, ist das keine Option. Magdalena Federlin (Grüne) sagte: „Uns hätte mehr Holz besser gefallen.“ Dennoch signalisierte sie Zustimmung. Der Preis für den Umbau des Bestandsgebäudes schrecke alle, aber man komme nicht drumrum. „Für Aichach wird es letzlich auf lange Zeit gut sein.“

Nun soll die Planung auf dieser Grundlage vorangetrieben werden, beschloss der Stadtrat. Dagegen stimmte Patrick Kügle (FDP). Gegen das Flachdach stimmten Ursula Schindler und Brigitte Neumaier (SPD).

Das Raumprogramm

Keller Im Keller sieht die Planung Technikräume und eine Tiefgarage mit 13 Stellplätzen vor.

Erdgeschoss Es soll ganz - in Neu- und Altbau - dem Ordnungsamt gehören, mit Trauungszimmer im Altbau und einem Bürgerbüro im Neubau sowie Besucher-WC und rund um die Uhr von außen mit Euro-Schlüssel zugänglichem Behinderten-WC.

Erstes Obergeschoss Dort ist in beiden Gebäuden das Bauamt angesiedelt.

Zweites und drittes Obergeschoss Im Neubau soll im zweiten und dritten Stock die Finanzverwaltung Platz finden – als einzige Abteilung auf zwei Etagen. Im zweiten Stock wäre neben den Sozialräumen ein Zugang zur Dachterrasse. Im Altbau blieben der Sitzungssaal und das Büro des Zweiten Bürgermeisters unverändert. (bac)

Lesen Sie dazu auch den Artikel "Verwaltungsgebäude Aichach: Tiefgarage statt Archiv" und den Kommentar "Aichach baut für Verwaltung und für Bürger"

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