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Aichach-Unterschneitbach

26.05.2016

Glocken läuten bald wieder 

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2 Bilder
Frisch renoviert ist die Pfarrkirche Sankt Emmeran im Aichacher Ortsteil Unterschneitbach. Im neuen Glockenturm hängen nun wieder alle vier Glocken.
Bild: Gerlinde Drexler

Am Sonntag wird der Abschluss der Arbeiten an der Pfarrkirche St. Emmeran in Unterschneitbach mit einem Festgottesdienst gefeiert. Dann erklingen wieder die Glocken. 

Über ein Jahr lang haben die Glocken der Pfarrkirche St. Emmeran in Unterschneitbach (Stadt Aichach) nicht mehr geläutet. Grund war die Sanierung der Kirche. Am Sonntag, 29. Mai, werden nun erstmals wieder alle Glocken erklingen. Rund eineinhalb Jahre dauerte die Sanierung der Kirche, die zu den ältesten im Landkreis gehört. Den Abschluss feiern Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung am Sonntag mit einem Festgottesdienst, einem Dorffest sowie Führungen durch die Kirche und auf den neuen Glockenturm. Dort hängen nun vier statt wie bisher drei Glocken.

Monatelang war die Unterschneitbacher Kirche eingerüstet. Kirchenpfleger Georg Ostermaier erzählt, der komplette Dachstuhl der romanischen Chorturmkirche sei ausgebessert und mit rund 15000 Ziegeln neu eingedeckt worden. Dazu kam eine neue Dämmung sowie eine Verkleidung mit Kupferblech. Die Rückseite der Kirche ist neu verputzt und die Fenster haben teilweise neue Glasscheiben.

Neuer Glockenstuhl

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In den vergangenen Monaten stand der Bau des neuen Glockenstuhles an. Der war nötig geworden, weil die Glocken aus statischen Gründen zwei Etagen, rund fünf Meter, tiefer hängen sollten. Bisher hingen sie ganz oben. Auch sollten im Zuge der Sanierung wieder alle vier Glocken im Turm hängen. Vermutlich aus Platzgründen waren nur drei Glocken im Einsatz und die vierte auf dem Boden abgestellt.

Den ursprünglichen Gedanken, die Glocken paarweise übereinander im Glockenstuhl aufzuhängen, war wieder verworfen worden. Bei Untersuchungen hätten die Mitarbeiter der Denkmalschutzbehörde festgestellt, dass die vier Glocken ursprünglich nebeneinander ihren Platz gehabt haben müssen, so der Kirchenpfleger.

Älteste Glocken stammen aus 1719 und 1724

Dieser ursprüngliche Zustand sollte im Rahmen der Sanierung wiederhergestellt werden. Die Eisenkonstruktion des Turms wurde außerdem durch eine aus massivem Eisenholz ersetzt. Die Glocken hängen nun wieder auf Höhe der Schalllöcher. Für eine bessere Akustik wurden einige dieser 17 schmalen Fenster wieder geöffnet.

Die beiden ältesten Glocken stammen aus den Jahren 1719 und 1724. Sie überstanden den Zweiten Weltkrieg unversehrt und hingen seit 1947 wieder im Turm. Zwei weitere Glocken, eine Spende von zwei Landwirtsfamilien aus Unterschneitbach, kamen 1949 und 1965 dazu. Die Pfarrkirche gehört zu den ältesten im Landkreis. Vermutlich sei sie sogar älter als die Burgkirche in Oberwittelsbach (Stadt Aichach), sagt Ostermaier. Die Burgkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Kosten von etwa 535.000 Euro

Die Kosten für die gesamte Sanierung belaufen sich laut Kirchenpfleger Ostermaier auf rund 535.000 Euro und bleiben damit sogar etwas unter den geschätzten Kosten von 550.000 Euro. Etwa 60 Prozent der Kosten übernimmt die Diözese Augsburg. Die Bayerische Landesstiftung unterstützt die Sanierung mit 55.000 Euro. Die Hälfte der Kosten für den Turm, also rund 92.000 Euro, trägt die Stadt Aichach. Den Rest, rund 100.000 Euro, trägt die Kirchengemeinde. Einen Großteil davon hätte die Bevölkerung gespendet, sagte der Kirchenpfleger.

Nicht nur finanziell, auch aktiv hatten die Unterschneitbacher sich eingebracht. Zum Beispiel brachten sie den bei der Sanierung angefallenen Schutt weg. In Eigenregie haben die Unterschneitbacher Dach und Wand der Leichenhalle sowie die Friedhofsmauer neu gestrichen.

Das Dorffest beginnt am Sonntag, 29. Mai, mit einem Festgottesdienst, den Weihbischof Josef Grünwald zusammen mit Stadtpfarrer Herbert Gugler halten wird. Anschließend gibt es Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen. Ab 14 Uhr macht Wolfgang Brandner, der Unterschneitbacher Heimatforscher und neue Leiter der Kreisheimatbücherei, eine Kirchenführung mit Turmbesichtigung. Die Sielenbacher Blaskapelle sorgt für die musikalische Umrahmung des Festes.

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