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16.03.2009

Großdemo gegen Heizkraftwerk in Ettringen

Ettringen Die vierjährige Jule stellte sich ganz oben auf den Berg. Nicht nur um Überblick zu haben, sondern um ihr Plakat zu zeigen: "Ich möchte gesunde Luft atmen!!!" Dieser Satz zog sich wie ein roter Faden durch die Reden der Großdemonstration der Bürgerinitiative "Gesundes Wertachtal" am Samstag vor den Toren der Firma Lang Papier in Ettringen.

Es war die zweite Großdemo in Ettringen selbst, die dritte insgesamt seit die Pläne der Firma zum Bau eines Heizkraftwerkes publik wurden, so Veranstaltungsleiter Eugen Mayer: "Der Unsinn wird nicht kleiner, auch wenn er in einer großen Anlage gemacht wird. Wir fordern saubere Luft, gesunden Boden und sauberes Wasser für die Landkreise Unterallgäu, Ostallgäu und Augsburg." Pfiffe, Buhrufe und Applaus der rund 1000 Demonstranten unterstützten ihn.

Was so alles aus den Schornsteinen künftig kommen soll, das boten Jugendliche aus Gennach bei einer Schadstoff-Tombola an: Feinstaub, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid und Weiteres mehr. Mayer: "Heute ist es noch ein Los, morgen ist es Realität."

Gudrun Kissinger-Schneider von der BI: "Jeder muss wissen, was hier vor sich geht." Aller Protest habe jedoch nicht gereicht, die Firma Lang zu überzeugen, dass die Energiegewinnung aus Müll der falsche Weg sei: "Es ist moralisch verwerflich, aus der Verbrennung von Müll und Klärschlamm Profit zu schlagen. Es ist einfach ungeheuerlich und empörend, wenn man gleichzeitig alle Umweltrisiken den Menschen und dieser Region bewusst zumutet." Belastet und krank würden: Menschen, Böden. Hinzunehmen seien Verluste von Immobilienwerten, im Bereich Tourismus sowie Imageverlust, Verlust von Arbeitsplätzen. Kissinger-Schneider zitierte den Slogan "Gesundes Kneippland Unterallgäu", warf den Verantwortlichen vor allem in Bad Wörishofen vor, diesem Image durch Schweigen zu schaden. Landrat und Kreistag Unterallgäu forderte sie auf, eine Resolution gegen das Lang-Vorhaben zu verfassen.

Großdemo gegen Heizkraftwerk in Ettringen

Im langen Protestzug ging es dann zur Ortsmitte von Ettringen, wo die Demo ihr Ende fand. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Christine Kamm meinte: "Zukunft sichert man nicht mit Umweltstandards der Vergangenheit. Es geht anders und es geht besser. Wir wollen die guten Umweltgrundlagen unserer Region erhalten."

Die Papierfabrik selbst reagiert auch: Sie verteilte am Samstag an mehr als 10 000 Haushalte ihren neuesten "Newsletter".

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