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Pfarrei

10.12.2018

Große Ehre für eine kleine Kirche

Weihbischof Florian Wörner (links) weihte im Rahmen des Festgottesdienstes in Petersdorf auch die neue Kirchenfahne.
Bild: Johann Eibl

Petersdorfer fühlen sich geehrt, dass der Weihbischof zum Abschluss des Projektes das Patrozinium mitfeiert. Florian Wörner sieht den heiligen Nikolaus als Vorbild, weil er „immer gegen den Zeitgeist gekämpft hat“

„Es ist für uns eine große Ehre, dass ein Bischof in unsere kleine Kirche kommt.“ – Weihbischof Florian Wörner galten diese Worte von Christoph Reiner, dem Kirchenpfleger von Petersdorf, am Ende des Festgottesdienstes in der Kirche St. Nikolaus. Dort feierte die Pfarrgemeinde am Sonntag nicht nur das Patrozinium, sondern auch das Ende der Sanierungsarbeiten.

Dass die noch nicht ganz abgeschlossen sind, das bekam der Gast gleich beim Einzug durch den Haupteingang zu sehen. Dort wird bis zum Frühjahr noch ein barrierefreier Zugang geschaffen (wir berichteten). Reiner sah es ganz pragmatisch und sagte: „Dann können Sie vielleicht in einem Jahr wieder zu uns kommen.“ Er bedankte sich bei Wörner mit einem Blumenstrauß, der für dessen Hauskapelle gedacht ist. Für den Satz von Reiner „Es war uns eine große Ehre“ gab’s Applaus von den Gläubigen. Reiner, der in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit der Renovierung viele Aufgaben zu erledigen hatte, bedankte sich bei allen anderen Beteiligten des Projektes: bei der Diözese, der Gemeinde, dem Landkreis, dem Bezirkstag und dem Landesamt für Denkmalschutz.

Die Petersdorfer Kirche wurde im 11. oder 12. Jahrhundert gegründet und bildete stets das Zentrum dieses Ortes. Der Weihbischof erteilte nicht nur dem sanierten Gotteshaus seinen Segen, sondern am Ende auch noch der neu gekauften Fahne. Wörner: „Es geht darum im Leben, zur Fahne zu stehen.“

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Fünf Vereine waren an dem Festtag mit ihren Fahnenabordnungen vertreten. Das Pontifikalamt, das der Kirchenchor musikalisch gestaltete, feierte der Weihbischof in Konzelebration mit den beiden Ortsgeistlichen Pfarrer Babu und Kooperator Jiby John. Beim Einzug trug Florian Wörner, der aus Eschenlohe stammt, in der linken Hand seinen Bischofsstab, mit der rechten Hand segnete er die Gläubigen im voll besetzten Gotteshaus. Dem Anlass entsprechend hieß es im ersten Lied „Ein Haus voll Glorie schauet“. Dann begrüßte Pfarrer Babu den Weihbischof und die Ehrengäste, zu denen auch Bürgermeister Dietrich Binder gehörte. Bisher wurden für die Arbeiten an dem Gebäude über 300000 Euro ausgegeben. Babu rechtfertigte diese Summe so: „Das Gotteshaus ist wichtig für unsere Kirche, für unsere Gemeinde und auch für den Glauben.“

In ähnlicher Weise äußerte sich der Weihbischof, der für die Sanierung dankte: „Die Kirchen sind uns kostbar, nicht nur als Versammlungsort. Sie bringen zum Ausdruck: Gott ist wichtig. Die Kirche ist schön geworden.“ Sein Dank galt nicht zuletzt den Menschen, die Kirchensteuer bezahlten. In seiner Predigt ging der Weihbischof auf die umstrittene Baumfällung in Augsburg ein, bei der Lockerung des Abtreibungsgesetzes in Irland habe es aber keinen Aufschrei gegeben, „Da hat sich was verschoben“, lautete seine Schlussfolgerung, verbunden mit der Aufforderung, sich am Kirchenpatron Nikolaus zu orientieren: „Der war einer, der immer gegen den Zeitgeist gekämpft hat.“

Nach dem Pontifikalamt bestand bei einem Sektempfang Gelegenheit, mit dem Weihbischof, einem Mann mit stattlicher Größe, noch ins Gespräch zu kommen. Dafür waren zunächst Pavillons vorgesehen, die aber der Wind wegwehte. Daher trafen sich die Menschen im Alsmooser Pfarrheim.

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