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29.11.2018

Großer Wurf für die Schulsozialarbeit im Landkreis

Sozialarbeiter auch an vier Realschulen: Ab September sind es insgesamt 18 Stellen an 25 Schulen

Der erste Schulsozialarbeiter im Wittelsbacher Land startete vor 21 Jahren als Pionier an der Friedberger Hauptschule. Heute ist das eine Mittelschule und auch sonst hat sich viel getan. Nach Abbau von Stellen Anfang des Jahrtausends, als sich der Freistaat aus der Mitfinanzierung verabschiedete, wird die Sozialarbeit an Schulen im Kreis seit Jahren kontinuierlich ausgebaut. Das nächste Schuljahr bringt jetzt einen Quantensprung. In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses war die Rede von einem großen Wurf.

Neu hinzu kommen ab September 2019 nämlich insgesamt 2,5 Stellen an vier weiteren Grundschulen (in Pöttmes, Affing, Stätzling-Derching jeweils eine halbe und eine ganze Stelle in Kissing) und dazu weitere vier Stellen an den Realschulen – also jeweils ein Sozialarbeiter für Aichach, Affing-Bergen, Friedberg und Mering. Unterm Strich gibt es dann ab dem Schuljahr 2019/2020 insgesamt 18 Planstellen für Schulsozialarbeiter und, in Köpfen gerechnet, deutlich mehr an 25 Schulen in Aichach-Friedberg. Dazu kommen noch die Edith-Stein-Schule in Aichach und an der Vinzenz-Pallotti-Schule in Friedberg. Auch an den beiden Förderschulen gibt es schon lange Schulsozialarbeit. Sie läuft aber formell nicht unter der Bezeichnung Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS), da sie nicht vom Staat gefördert wird. Daher sind die beiden Schulen in der Auflistung nicht enthalten.

Was tun Schulsozialarbeiter eigentlich an den Schulen? Sie kümmern sich um auffällige Schüler, familiäre Probleme, Kinder mit Migrationshintergrund – denn an immer mehr Schulen auch im sozialpolitisch vergleichsweise sehr stabilen Wittelsbacher Land treten Schwierigkeiten auf, die die Familien zu Hause und die Lehrer im Unterricht nicht mehr ohne Weiteres bewältigen können. Derzeit gibt es schon 11,5 Planstellen an insgesamt 17 Schulen, und zwar an sieben Grund-, acht Mittelschulen und den beiden Standorten der Berufsschule in Aichach und Friedberg. Künftig sind die Sozialarbeiter schon ziemlich flächendeckend tätig. Im nördlichen Landkreis arbeiten sie zum Beispiel an den fünf größeren Grundschulen (zweimal Aichach, Affing, Dasing, Pöttmes) sowie an allen großen Mittelschul-Standorten in Aichach, Aindling, Kühbach, Friedberg, Friedberg-Stätzling, Kissing, Merching und Pöttmes.

Im Jugendhilfeausschuss stieß der Ausbau gestern auf große Zustimmung. Seit Jahren befasst sich dieses Fachgremium, dem neben Kreisräten, Vertretern aus der Jugendhilfe, Kreisjugendring auch die Polizei, das Schulamt oder die BLSV-Sportjugend angehören, mit dem Thema. Mit den Stellen für die Realschulen und für Grundschulen im ländlichen Raum ist jetzt ein Durchbruch gelungen. Denn bislang scheiterte dies an den Förderrichtlinien des Freistaats. Der finanzierte Realschulen gar nicht mit und Grundschulen nur, wenn der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund über 20 Prozent lag. Das Sozialministerium hat diese Richtlinie jetzt geändert und damit ist der Weg frei. Das Land Bayern übernimmt die Hälfte der Personalkosten, den Rest übernehmen der Landkreis, die Schulaufwandsträger (Kommunen für Grund- und Mittelschulen) und die jeweiligen Träger. Die neuen Stellen sollen mit einem transparenten Bewerbungsverfahren unter mehreren freien Trägern vergeben werden, kündigte Kreisjugendpfleger Matthias Matuschka an. Kreisrätin Marion Brülls (Grüne) zeigte sich gestern froh, der „ganz große Wurf“ wäre aber auch Schulsozialarbeit an den drei Gymnasien im Kreis gewesen. Für diese Schulart lege der Freistaat derzeit ein ganz eigenes Programm auf, sagte dazu Landrat Klaus Metzger.

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