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Versammlung

28.05.2018

Grüne fordern „fairen Verkehr“ für Radler

Die neue Bahnunterführung in Aichach ist nach Ansicht der Grünen ein Paradebeispiel für die Benachteiligung des Radverkehrs in der jüngsten Verkehrsplanung. Die Straße ist für Radfahrer gesperrt. Statt durchgehender Radwege in beide Richtungen gibt es auf einer Seite einen gemeinsamen Geh- und Radweg.
Bild: Alfred Seitz

Ortsverein legt Fahrradkonzept für Aichach vor und listet Kritikpunkte auf

Mit einem Fahrradkonzept für die Stadt Aichach haben sich die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen ausführlich bei ihrer Ortsversammlung befasst. Bei den Neuwahlen haben die Mitglieder Christine Baier und Alfred Seitz wiedergewählt, neu gewählter Ortssprecher ist Michael Wolf, der auch Mitautor des Fahrradkonzepts ist. Einstimmig fordern die Grünen in dem Konzept laut einer Pressemitteilung einen „Wandel im Bewusstsein bei der Verkehrsplanung weg von einer Fixierung auf Auto und Lastwagen hin zu einer gesamtheitlichen Verkehrsplanung“.

Unter dem Titel „fairer Verkehr“ formulieren sie die Ziele „gleichberechtigte Verkehrsführung für Fahrradfahrer“ und „Steigerung des Anteils des Radfahrens am Stadtverkehr durch Erhöhung der Attraktivität und Sicherheit“. Um diese Ziele zu erreichen, listen die Grünen neben grundsätzlichen Maßnahmen eine ganze Reihe von konkreten streckenbezogenen Verbesserungsvorschlägen auf.

Sie regen zum Beispiel an, einen Fuß- und Radweg entlang der Ludwig-Steub-Grundschule als Verbindungsachse vom Neuen Friedhof übers Pfarrzentrum bis zum Krankenhaus nach Aichach-Nord zu schaffen. Die Ludwigstraße solle von dort bis zum Schulzentrum in eine Fahrradstraße umgewandelt werden, um dem hohen Fahrradaufkommen dort Vorrang einzuräumen.

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Der Weg vom Verwaltungsgebäude der Stadt am Tandlmarkt zum Haus der Senioren soll, um die gängige Praxis zu legalisieren, offiziell als Fuß- und Radweg gekennzeichnet werden, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Der Stadtplatz, schlagen die Grünen vor, soll in einen „verkehrsberuhigten Bereich“ umgewandelt werden. Michael Wolf sagt: „Damit können Kraftfahrzeuge weiterhin ins Stadtzentrum hinein, müssen aber mehr Rücksicht auf den Fuß- und Radverkehr nehmen.“ Bei konsequenterem Tempo 20 sinke zudem die Lärmbelastung deutlich und die Aufenthaltsqualität steige.

Zur Umsetzung ihres Konzepts will sich der Ortsvorstand mit Verantwortlichen der Stadt treffen, um auch über die vielen Einzelmaßnahmen, die sie vorschlagen, zu sprechen. Christine Baier sagt: „Von fehlenden Reflektoren an Bollern, über mangelhafte beziehungsweise irreführende Beschilderungen bis zu fahrrad- und fußgängerdiskriminierenden Vorfahrtsregelungen haben wir eine lange Liste konkreter Punkte, die wir gerne besprechen würden.“

So manche der Kritikpunkte und Vorschläge der Grünen fänden sich bereits 2007 in den „Vorbereitenden Untersuchungen der Stadt Aichach – Integriertes Handlungskonzept“, der Grundlage für die aktuellen Stadtentwicklungsplanungen. „Leider ist von den dort genannten Zielen und Maßnahmen noch viel zu wenig umgesetzt worden“, sagt Baier. Deshalb ist es nach Überzeugung der Grünen höchste Zeit, hier mehr aufs Tempo zu drücken und Prioritäten anders zu setzen.

Ganz besonders bedauern die Aichacher Grünen laut Pressemitteilung, dass die Stadt nicht Mitglied in der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK)“ werden will. Alfred Seitz sagt: „Damit wird eine große Chance vertan, sich kostengünstigen externen Expertenrat einzuholen.“ Gerade die neue Bahnunterführung zeige, wie nötig das sei.

Die neue Unterführung ist nach Auffassung der Grünen ein eklatantes Beispiel, wie die Belange von Fußgängern und Fahrradfahrern auf der Strecke bleiben, wenn es darum geht, möglichst störungsfreien, reibungslosen Verkehr für Kraftfahrzeuge zu gestalten. „Die Straße wird sogar für Radler gesperrt, die sich höchst gefährlich einen schmalen Weg mit Fußgängern und Radgegenverkehr teilen müssen“, fasst Seitz die „Absurdität kfz-fixierter Verkehrsplanung“ zusammen.

Alle Kreisverkehre, die in den vergangenen Jahren gebaut wurden, sind nach Auffassung der Grünen vorrangig nach den Bedürfnissen des Kraftverkehrs gestaltet. „Die Radwegführung ist an manchen Stellen geradezu abenteuerlich“, so Christine Baier.

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