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Vortrag

12.03.2016

Gute Milch aus Gras und ohne Kraftfutter

Frisches Gras ergibt gesunde Milch. Grünfutter erhöht nämlich den Anteil an Omega-3-Fettsäuren.
Bild: Jörg Schollenbruch

Wirtschaftlichkeit für Betriebe wird in Projekt untersucht

Bei einer Veranstaltung der Regionalgruppe Bayrisch-Schwaben der ABL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft) referierte in Dasing Karin Jürgens vor rund 60 Milchviehhaltern der Region zum Thema Grasfütterung. Jürgens arbeitet beim Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) an einem Forschungsprojekt.

Darin wird die Wirtschaftlichkeit von Milchviehbetrieben untersucht, die seit Jahren auf Kraftfutter ganz verzichten oder mit nur wenig Kraftfutter arbeiten. In den untersuchten Betrieben (alle ökologisch) sei es möglich, mit einer ausschließlichen beziehungsweise stark überwiegenden Grundfutterfütterung ihrer Kühe ein vergleichbares oder sogar leicht höheres Einkommen je Arbeitskraft zu erzielen, heißt es in einer Mitteilung der ABL. Die Lehrmeinung, dass die Kuh pro Kilogramm Kraftfutter zwei Liter Milch zusätzlich gebe, sei in ihrer Allgemeingültigkeit mehrfach in Untersuchungen widerlegt, so Jürgens. Bei täglichen Kraftfuttergaben über sieben Kilo würde jedes zusätzliche Kilo Kraftfutter nur noch etwa 0,7 Kilo Milch mehr geben.

Dieses Fütterungssystem brauche keine hohe Milchleistungen, im Vordergrund stünden andere Gesichtspunkte wie die Tiergesundheit durch artgerechte Fütterung und eine hohe Milchqualität (Omega 3 Fettsäuren etc.). Auch die Qualität der Arbeit auf den Höfen verändere sich, so Karin Jürgens: „Der ganze Betrieb entspannt sich.“ Die Referentin wies auch auf gesellschaftlich gewünschte Effekte hin wie die positive Klimabilanz durch Grünlanderhalt sowie den Verzicht auf Futtermittelimporte aus der südlichen Erdhalbkugel. Nicht zuletzt könne die Mengenreduktion zu einer Entlastung des Milchmarktes beitragen, der sich durch die derzeitigen Überschussmengen in einer massiven Krise befände, sagte Jürgens.

Als Ergänzung aus der Praxis berichtete Bio-Landwirt Johann Ellenrieder aus Ustersbach (Kreis Augsburg) über seine positiven Erfahrungen mit 30 Jahren Grundfutterfütterung und Weidehaltung. In der Diskussion mit dem Publikum stand die Weidehaltung im Vordergrund. Die Forschergruppe um Jürgens will demnächst eine Kontaktbörse schaffen, in der interessierte Landwirte ihre Erfahrungen austauschen können. (AN)

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