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Aichach-Friedberg

23.07.2010

Gute Zeiten, schlechte Zeiten für Schulabgänger

Gute Zeiten, schlechte Zeiten für Schulabgänger
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Gute Zeiten, schlechte Zeiten für Schulabgänger

Keine Mathehausaufgaben mehr, der Schulranzen hat ausgedient, und auch die Lehrer, die man jahrelang montags bis freitags gesehen hat, sind auf einmal weg. Von Nicole Simüller

Keine

Mathehausaufgaben

mehr, der

Schulranzen

hat ausgedient, und auch die Lehrer, die man jahrelang montags bis freitags gesehen hat, sind auf einmal weg. Die Schulabgänger im nördlichen Landkreis starten in diesen Tagen in einen neuen Lebensabschnitt. Wie dieser aussieht, ist je nach Schule sehr unterschiedlich.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten für Schulabgänger

In Pöttmes haben von 36 Abgängern 24 eine Lehrstelle, sechs Jugendliche werden eine weiterführende Schule besuchen. Die übrigen sechs hat die Schule vorsorglich für berufsvorbereitende Maßnahmen angemeldet. Drei von ihnen haben noch offene Bewerbungen, zwei wurden von Unternehmen zur Probearbeit eingeladen und haben somit noch Chancen unterzukommen.

Schulleiterin Brigitte Beck sagt: "Unsere Schüler bekommen erfahrungsgemäß gute Lehrstellen." Nicht nur, weil die Quali-Ergebnisse regelmäßig gut ausfielen, sondern auch, weil die Eltern vieler Schüler sehr dahinter seien, wenn es um die Ausbildung ihrer Kinder gehe. Dennoch tut die Schule viel, um ihre Jugendlichen aufs Berufsleben vorzubereiten. Die Marktgemeinde finanziert der Schule eine halbe Stelle zur vertieften Berufsorientierung der siebten bis neunten Klassen.

In Aindling weniger Jugendliche mit Lehrstelle als im Vorjahr

An der Aindlinger Hauptschule haben von 32 Abgängern 15 einen Arbeitsplatz, sechs wechseln auf andere Schulen, neun gehen in berufsvorbereitende Maßnahmen der Arbeitsagentur und zwei in ein Berufsgrundschuljahr. Laut Rektor Günther Büschl stehen damit 28 Prozent der Abgänger - mehr als im vergangenen Jahr - ohne Lehrstelle da.

Lehrstellen aus der Region wären Büschl zufolge zwar vorhanden. Die Kontakte zur heimischen Wirtschaft seien sehr gut. "Aber manche Schüler überschätzen, wie auch ihre Eltern, ihre Voraussetzungen. Bei meinen beiden neunten Klassen hatte ich den Eindruck, dass die Ansprüche sehr hoch angesiedelt sind." So habe er zwei Lehrstellen, eine für Elektroniker, eine für Kfz-Mechaniker, im Umland angeboten bekommen. "Aber als ich damit in die neunten Klassen gegangen bin, hat sich nicht mal jemand die Adressen mitgenommen - obwohl noch neun Schüler unversorgt waren", sagt Büschl ratlos.

Schwierige Lehrstellensuche an Aichacher Hauptschule

Ein wenig milder geht Hans Hlavacek mit den Jugendlichen ins Gericht. Der Rektor der Affinger Hauptschule, der dem Arbeitskreis Schule-Wirtschaft angehört, sagt: "Die jungen Leute stehen ganz am Anfang und müssen eine Entscheidung treffen, die andere noch lange vor sich herschieben können." Über viele Berufsfelder bestehe außerdem große Unwissenheit. Den Schreiner kenne jeder, nicht aber den Polsterer und den Modellbauer, die ebenfalls mit Holz arbeiteten.

Von 20 Affinger Schulabgängern haben 15 eine Lehrstelle, drei gehen weiter zur Schule, zwei haben keinen Ausbildungsplatz. Hlavacek führt diese gute Bilanz vor allem auf die Nähe zu Augsburg, die starken heimischen, ländlichen Betriebe sowie die stabile Situation in den meisten Elternhäusern zurück. Außerdem hielt ein Trainer, co-finanziert von der Arbeitsagentur, Bewerbungstrainings an der Schule ab.

Viel stärker wirkt sich die wirtschaftliche Lage dagegen auf die Geschwister-Scholl-Hauptschule in Aichach aus. Bei der Abschlussfeier am Donnerstag gab Rektor Franz Negele unumwunden zu, dass die Lehrstellensuche dadurch erschwert worden sei. Die Hälfte der Zehntklässler hat einen Ausbildungsvertrag, ein Viertel geht auf eine weiterführende Schule, ein Viertel ins Berufsgrundschuljahr oder eine Berufsfachschule. Anders die Situation bei den Neuntklässlern. Nicht mal ein Drittel von ihnen hat eine Lehrstelle, 40 Prozent wechseln an andere Schulen. 30 Prozent aber gehen ins Berufsgrundschuljahr oder eine berufsvorbereitende Maßnahme. Sie müssen hoffen, dass sich dann neue Perspektiven ergeben. Von Nicole Simüller

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