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Politik

26.09.2013

Gymnasium Mering kostet deutlich mehr als die „grobe Hausnummer“

Planer und Kreisverwaltung kalkulieren jetzt mit 30,7 Millionen Euro. Bislang war die Rede von 24 Millionen. Landrat kündigt mehrjährige Pause für den Straßenbau an

Aichach-Friedberg Die „grobe Hausnummer“ von 24 Millionen Euro ist seit gestern sozusagen Teil der Baugeschichte des neuen Meringer Gymnasiums. Jetzt liegen die „voraussichtlichen Baukosten“ für das größte Bildungsprojekt des Wittelsbacher Landes auf dem Tisch – es wird deutlich teurer: Der Neubau für insgesamt 800 Schüler kostet demnach 30,7 Millionen Euro. Warum: Das Gebäude braucht jetzt doch einen Keller für die Lüftungstechnik, insgesamt mehr Platz und allein die Außenanlagen werden mehr als doppelt so teuer wie angenommen. Allein die Baunebenkosten (Planung, Gebühren etc.) liegen schon bei etwa 5,5 Millionen Euro. Nach derzeitiger Rechnung bleibt der Kreis nach Abzug der Fördermittel (sieben Millionen) mit rund 24 Millionen Euro hängen.

Architekt Wolfgang Obel zeigte sich gestern in der Sitzung des Bauausschusses des Kreistags über die Kostensteigerung „sehr, sehr bedrückt“. Laut Bauamtsleiterin Carmen Wanner-Sturm habe der Planer schon von der Landkreisverwaltung „genügend Haue bekommen“. Der Ausschuss blieb „friedlich“ und fasste einen einstimmigen Empfehlungsbeschluss – nahezu ohne Kostendiskussion. Jetzt fehlt noch das Ja des Kreistags im Oktober und der Schulbau ist endgültig auf dem Weg.

Landrat Christian Knauer wehrte sich in den vergangenen Wochen vehement gegen Kritik an den Kostensteigerungen für die Schulprojekte in Bergen und Friedberg. Gestern trat er schon bei Eröffnung des Tagesordnungspunkts in Anbetracht der bevorstehenden Zahlenpräsentation hörbar auf die Investitionsbremse für die nächsten Jahre – speziell beim Straßenbau. 2014 soll der erst vergangene Wochegestartete Ausbau der Kreisstraße von Pöttmes bis Inchenhofen und das Kreisstraßenstück von Wiffertshausen nach Paar (Stadt Friedberg) mit dem Nadelöhr der „Mausloch“-Bahnunterführung angegangen werden. Aber sonst geht außer notwendigen Reparaturen im Tiefbau nicht mehr viel, so Knauer. Und zwar die nächsten drei, vier Jahre. Dauerbrenner, wie das Uraltprojekt Ottmaring–Kissing, bleiben also weiter in der Warteschleife.

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Der Landrat geht davon aus, dass die Schulden des Kreises (derzeit rund 30 Millionen Euro) mittelfristig wieder steigen, denn das Wittelsbacher Land steckt in wenigen Jahren über 100 Millionen Euro in den Hochbau. Das ist wieder eine grobe Hausnummer – aber schnell zusammengefasst. Für den Umbau und die Erweiterung zu einer dreizügigen Realschule mit Zweifachhalle in Bergen (Affing) sind rund 18 Millionen kalkuliert. Der erste Bauabschnitt der Generalsanierung des Gymnasiums in Friedberg kostet etwa zehn Millionen und das Meringer Gymnasium wie gesagt über 30 Millionen. Der Neubau am Aichacher Krankenhaus und der Umbau des Bestandsgebäudes werden bislang mit 45 Millionen Euro hochgerechnet. Diese Investition soll der Eigenbetrieb der Kliniken durch die verbesserte Wirtschaftlichkeit in einem modernen Neubau aber selbst finanzieren – so ist der Plan.

Seit 2009 geisterte die Zahl 24 Millionen für ein drittes Gymnasium in den Kreisetats. Das sei eine Schätzung anhand von vergleichbaren Schulbauten gewesen, die nicht fortgeschrieben worden sei, versuchte Wanner-Sturm die Kostenmehrung zu erklären. Der Bauausschuss befürwortete dazu noch einige „Extras“: Schule und Mensa sollen für eine mögliche spätere Erweiterung aufstockbar gebaut werden (plus 480000 Euro). Die beiden Lichthöfe bekommen ein Glasdach (plus 80000 Euro). Mit Grundwasser durchflossene Leitungen in den Betondecken sollen die Räume im Sommer abkühlen und im Winter vorwärmen und das Raumklima verbessern (plus 220000 Euro).

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