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Inchenhofen

06.08.2019

Habermann nutzt Fotoausstellung zur Kritik an Kliniken

Klaus Habermann kritisiert die Aufteilung bei den Kliniken an der Paar.
Bild: Ursula Schindler

Die Fotoausstellung „Der letzte Aichacher" ist nun auch in Inchenhofen zu sehen. Aichachs Bürgermeister kritisiert die neue Aufgabenteilung der Kliniken heftig.

„Der letzte Aichacher“ ist jetzt in Inchenhofen zu sehen. Die Fotoausstellung zeigt Bilder von Menschen, die noch im Aichacher Krankenhaus zur Welt gekommen sind. Bei der Eröffnung der Ausstellung im Rathaus übte der Aichacher Bürgermeister Klaus Habermann deutliche Kritik an den neuesten Entscheidungen zur Aufteilung von Aufgaben zwischen den Kliniken in Aichach und Friedberg. Auch in Sachen Geburtshilfe in Aichach habe sich seit der Schließung vor fast einem Jahr „nichts Nennenswertes“ getan.

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Inchenhofens Bürgermeister Karl Metzger betonte, dass gerade auch der Landkreisnorden wie Inchenhofen an einer wohnortnahen Geburtshilfestation im Aichacher Krankenhaus interessiert ist. Neben Metzger waren auch Dritte Bürgermeister Robert Müller und alle drei Bürgermeister der Stadt Aichach sowie Gemeinde- und Stadträte bei der Eröffnung dabei. Die Initiatorin und Sprecherin des Aktionsbündnisses, Kristina Kolb-Djoka freute sich über die große Präsenz der politischen Seite. Diese Fotoaktion, erklärte sie, sei nur eine der vielen Aktionen, die das überparteiliche Bündnis unternimmt, damit die Geburtenstation in Aichach wieder öffnet. Vor allem, weil die bayerische Regierung selbst sich weiter für eine wohnortnahe Geburt und gleiche Lebensbedingungen in Stadt und auf dem Land ausspreche.

Inchenhofen: Druck durch die Öffentlichkeit

Der Aichacher Bürgermeister Klaus Habermann sagte, neben den bereits über 10000 gesammelten Unterschriften für den Erhalt der Geburtsstation sei die Ausstellung eine weitere Möglichkeit, auch seitens der Bevölkerung auf nette Art etwas Druck auf die Entscheidungsträger auszuüben und sich öffentlich zu seiner Meinung zu bekennen. Vor allem da seit der Schließung bereits fast ein Jahr vergangen ist und „nichts Nennenswertes passiert ist“, so Habermann.

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Stattdessen gebe es immer mehr nicht zufriedenstellende Neuerungen – wie die Aufteilung der Aufgaben auf verschiedene Häuser, kritisierte Habermann. Wie berichtet, rechnet der Landkreis in diesem Jahr mit einem Defizit von elf Millionen Euro bei den Kliniken an der Paar. Dem will der Landkreis entgegensteuern, indem in den Krankenhäusern in Aichach und Friedberg Schwerpunkte gebildet werden. In Aichach soll der Schwerpunkt auf die Innere Medizin gelegt werden, in Friedberg auf die Operative Medizin. Habermann sagte nun, er frage sich, warum man in „das modernste Krankenhaus Europas mehr als 50 Millionen Euro investiert hat, um jetzt ganze Abteilungen zu schließen oder nicht mehr zu eröffnen – und das in der ,Gesundheitsregion plus’, laut neuem „Etikett“ des Landratsamtes.“

Habermann kündigte an, er werde nicht akzeptieren, „dass ein für die Bevölkerung so wichtiges Thema wie die wohnortnahe Gesundheitsversorgung“ durch ein in allen Abteilungen voll funktionsfähiges Krankenhaus in Aichach „über die Kommunalwahlen hinaus niedrig gehalten wird“, um dann später Tatsachen zu schaffen, bei denen Aichach schlechter abschneide.

Fotoclub Aichach beteiligte sich an der Aktion

Der Fotoclub Aichach, vertreten durch Claudia Neumüller und Herbert Hanika, beteiligte sich gerne an der Aktion und lichtete zunächst im Frühjahr in Aichach vor dem neuen Krankenhaus und im Juli vorm Inchenhofener Rathaus Interessierte ab, um die Bilder dann in einer kleinen Fotoschau zu präsentieren und auf die Problematik der im neuen Krankenhaus nicht wiedereröffneten Geburtshilfestation hinzuweisen. Dabei kamen sie auch mit den Leuten ins Gespräch und erlebten, vor allem auch mit Kindern, viele lustige Situationen.

Im Inchenhofener Rathaus werden die Fotos im ersten Stock noch den ganzen Sommer über zu den regulären Öffnungszeiten präsentiert. Daneben haben die Bürger auch die Möglichkeit, auf bereitliegenden Karten ihre Meinung zur Geburtshilfe im neuen Aichacher Krankenhaus zu bekunden. Das Aktionsbündnis hofft, dass sich möglichst viele daran beteiligen und dass somit ein breites Meinungsbild eingeholt wird.

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Die Diskussion ist geschlossen.

13.08.2019

Herr Habermann hat vollkommen recht wenn er dies anprangert.
Auch seine, indirekte, Forderung nach einer Ablösung des Geschäftsführers ist durchaus nachvollziehbar.

Es kann nicht angehen, ein Krankenhaus auf einen modernen Stand zu heben, dafür über 50 Millionen Euro in die Hand
zu nehmen, die ja auch von den Steuerzahlern im Landkreis kommen, um dann zu sagen "Wir müssen leider 2 Operationssäle schliessen weil nicht genügend Patienten kommen. Teilen wir doch mal Patienten auf andere Krankenhäuser auf, wie wir es für richtig empfinden". Es dürfte sich erübrigen zu sagen welcher Schindluder gerade getrieben wird.
Sowohl der Landrat als auch die derzeitige Geschäftsführung der Klinik müssen dafür zur Verantwortung gezogen weden und
im Zweifel ihren Posten an fähigere Personen abgeben.

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