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Schule

14.07.2018

Hänsel und Gretel verlaufen sich in Hollenbach

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Die Kinder schlafen und träumen von Engeln.

Kindermusical der Viertklässler begeistert die Zuschauer. Drei Bühnen und ein Hexenhaus zum Anbeißen

„Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh?“, singt Gretel, während sie strickt. Hänsel bessert einen Besen aus. Die beiden Kinder sitzen beisammen und motivieren sich gegenseitig, die von der Mutter aufgetragenen Aufgaben schnellstmöglich zu erledigen. Es ist das Märchen von „Hänsel und Gretel“, das die Grundschulkinder aus Hollenbach in diesem Jahr als Musical auf die Bühne bringen. Einstudiert haben sie es unter der Leitung ihrer Klassenlehrerin Sonja Haneberg, angelehnt an die Märchenoper von Engelbert Humperdinck.

So friedlich wie in der Eingangsszene bleibt es im Märchen freilich nicht. Auf der Bühne gibt es plötzlich einen Knall: Hänsel hat beim Tanzen aus Versehen einen wertvollen Krug umgestoßen. Als die Mutter zur Tür reinkommt, traut sie ihren Augen nicht. Voller Wut schickt sie die beiden in den Wald.

Auf der Bühne ist dies der erste Akt des Kindermusicals. Die Szene findet in der Eingangshalle der Grundschule statt. Um in den Wald zu gelangen, muss sich dann bald auch das Publikum bewegen: Durch den Schulgang, der mit selbstgebastelten Bäumen verziert ist, geht es nach draußen auf eine Wiese.

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Dort im Wald verirren sich Hänsel und Gretel. Der Sandmann versprüht seinen Sandstaub und beide werden ganz schnell müde.

Auf dem Weg zur dritten Bühne singen die Zuschauer gemeinsam mit den Schülern das Lied von „Hänsel und Gretel“. Die dritte Szene spielt am Lebkuchenhaus der Hexe, die Hänsel und Gretel in Gefangenschaft nimmt. Am Ende der Aufführung tobt das Publikum vor Begeisterung und die Kinder freuen sich sichtlich.

Insgesamt vier Aufführungen hatten die Kinder inzwischen. Haneberg hat die 24 Schüler jeweils in zwei Besetzungen aufgeteilt. So konnte jeder einmal eine größere Rolle spielen. Jessica Federlin aus Mainbach kann man am Ende die Erleichterung ansehen. Die Neunjährige spielt als Gretel eine der Hauptrollen: „Ich wollte von Anfang an unbedingt die Rolle der Gretel“, erzählt sie stolz. Sie singe gerne zu Hause, aber dann meist eher rockige Lieder.

Ein Jahr lang haben die Kinder und Haneberg gemeinsam an diesem Musical geübt. Auch die beiden „Hexen“ Anica Döscher aus Schönbach und Monja Sophie Jeske aus Motzenhofen haben gemeinsam daheim den Text einstudiert.

Die Requisiten haben die Kinder selbst gebastelt. Bis ins Detail wurde an alles gedacht, auch Lebkuchenherzen und Zuckerstangen aus Salzteig schmücken die Hexenhütte. Florian Meister spielt den Sandmann. Er erzählt: „Ich war sehr aufgeregt und habe mir einfach vorgestellt, dass es nur eine Übung ist und keine Zuschauer da sind.“ Den Kindern hat es sehr viel Spaß gemacht und sie waren überrascht, wie schnell sie sich bei den Proben gebessert hatten und auf einmal die Aufführung schneller als sonst geklappt hat.

Sonja Haneberg kam auf die Idee, ein Musical zu „Hänsel und Gretel“ aufzuführen, nachdem der Hausmeister Wolfgang Zahn einen Pizzaofen gebaut hatte und dies dem Schulleiter Peter Leischner an den Hexenofen von dem Kindermärchen „Hänsel und Gretel“ erinnerte. Haneberg kreierte dann aus verschiedenen Materialien selbst ein Musical mit einem Drehbuch dazu.

Die Lieder aus der Märchenoper von Engelbert Humperdinck hat Sonja Haneberg von der Tonart her so verändert, dass die jungen Darsteller sie singen konnten. „Es war sehr viel Arbeit und es hat über ein Jahr gebraucht, bis ich alles fertigstellen konnte. Doch wenn man die glücklichen Kinder sieht, hat sich dafür all die Mühe gelohnt“, freut sich Haneberg. Das bestärkt sie offenbar auch darin, immer wieder neu an die Proben zu gehen. Seit mehreren Jahren studiert Haneberg mit ihren Viertklässlern nun schon die Musicals ein.

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