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Pöttmes

03.01.2020

Handwerk: Das ist der beste Landtechnik-Azubi Deutschlands

Georg Krammer in seinem Ausbildungsbetrieb auf einem Schlepper: Den Landmaschinenmechatroniker hat Technik immer schon interessiert.
Bild: Philipp Schulte

Plus Georg Krammer aus Pöttmes ist Landmaschinenmechatroniker. Unter den Azubis in seinem Beruf ist er bundesweit spitze.  Warum sein Chef wehmütig ist.

Was macht ein Laptop im Führerhaus eines Traktor? Georg Krammer liefert die Antwort. Mit dem Computer erneuert er die Getriebe-Software des Schleppers New Holland T7.260. Das blaue Monstrum steht in einer Werkstatt in Pöttmes, das hintere rechte Rad ist abmontiert. Reparieren, das ist eine klassische Aufgabe für Georg Krammer, 22 Jahre alt. Er ist Land- und Baumaschinenmechatroniker und hat im Februar vergangenen Jahres seine Ausbildung in dem Pöttmeser Betrieb Hammerl Landtechnik abgeschlossen.

Pöttmes: Krammer redet bei Kaffee und Wasser über seinen Erfolg

Das Ergebnis seiner praktischen Prüfung war das beste in Schwaben, weshalb Krammer, ruhiges Auftreten, schwarze Arbeitskluft, Bart, einer von 54 Kammersiegern verschiedener Berufe wurde. Aus dem nördlichen Wittelsbacher Land war auch Büchsenmacher Sebastian Tietz aus Kühbach der beste seines Fachs in Schwaben. Weitere Berufe waren etwa Friseur, Maurer, Orgel- und Harmoniumbauer oder Keramiker.

Krammers Arbeitsplatz ist eine Halle, in der Schlepper, darunter Oldtimer von 1949, Rasenmäher, Motorsägen, Freischneider für den Garten und Stapler stehen. Es riecht nach Öl, drinnen ist es kaum wärmer als draußen an diesem nebeligen Wintertag. Heute hat der Betrieb, der sich auf 8000 Quadratmeter Fläche erstreckt, geschlossen. Trotzdem ist Krammer gekommen, um in einem Büro bei Kaffee und Wasser über den Landesentscheid zu sprechen, für den er sich als Bezirkssieger qualifiziert hat.

Handwerk: Das ist der beste Landtechnik-Azubi Deutschlands

In Landshut trat er im Oktober gegen sechs andere Kammersieger aus Bayern an. Bei der Prüfung stellten sie elektrohydraulische Schaltungen her, zeichneten, verkabelten und stellten Motorsteuerungen ein. Krammer war erneut der Beste – wie auch beim Bundesentscheid, für den er mit seinem Vater im November ins niedersächsische Lüneburg fuhr. Als bester deutscher Landmaschinenmechatroniker-Azubi hat Krammer die Möglichkeit, am Europaentscheid in Graz in diesem Jahr teilzunehmen. Das entscheidet er bis März.

Pöttmes: Technik hat Krammer schon immer interessiert

Wieso sich der Pöttmeser für den Job entschieden hat? Sein Opa ist Landwirt und sein Vater übt den gleichen Beruf aus wie der Sohn. „Technik hat mich immer schon interessiert“, sagt Krammer, der vor seiner Ausbildung Abitur in Schrobenhausen gemacht hat. Mit sechs Jahren saß er schon auf einem Bulldog, wie Schlepper auch genannt werden. „Als Mechaniker“, sagt Krammer, „muss man Probleme schnell lösen.“ Außerdem gefällt es ihm, mit Kunden zu tun zu haben.

Krammers Chef Peter Hammerl ist wehmütig, dass Krammer mittlerweile nur noch zeitweise bei ihm arbeitet. Der 22-Jährige studiert seit Oktober in Regensburg Maschinenbau und ist nur noch in den Semesterferien im Betrieb, der acht Mitarbeiter hat, tätig. Manchmal ruft Hammerl Krammer aber an und holt ihn für einen wichtigen Einsatz nach Pöttmes. „Talent ist ihm in die Wiege gelegt“, sagt Hammerl. „Man freut sich, wenn man solche Leute hervorbringt.“

Der ein oder andere kennt Krammer wohl auch Mitglied des Duos „De junga Oidboarischn“. Er und Christian Dauber singen im bayerischen Dialekt gereimte Spottlieder. Im Bayerischen Rundfunk waren die beiden schon zu sehen. Fürs Musikmachen hat Krammer aber gerade weniger Zeit. Er bereitet sich auf seine ersten Prüfungs Ende des Monats vor. Was Krammer nach dem Studium machen will? „Auf jeden Fall etwas mit Landtechnik“, sagt er und rührt in seinem Kaffee.

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