Newsticker
RKI meldet 12.257 Neuinfektionen und 349 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Harry G vor Auftritt auf Schloss Scherneck: "Wiesn wäre ja geisteskrank"

Interview

29.08.2020

Harry G vor Auftritt auf Schloss Scherneck: "Wiesn wäre ja geisteskrank"

Harry G tritt beim Kabarett-Sommer auf Schloss Scherneck auf.
Bild: Frank Luebke

Plus Harry G tritt am Donnerstag auf Schloss Scherneck auf. Im Interview verrät der Comedian, worauf er sich freut und warum er keine Scherze über Corona macht.

Markus Stoll mag vielen Menschen erst einmal kein Begriff sein. Seine Kunstfigur Harry G ist allerdings weit über Bayern hinaus bekannt. Alles begann für den Wahlmünchner mit witzigen Videos im Internet. Darin macht er sich auf amüsante Weise über die Eigenheiten von Münchnern im Speziellen und Bayern im Allgemeinen lustig.

Rennradfahrer, Studenten und auch Wiesnbesucher bekommen ihr Fett weg. Seit Jahren begeistert der 41-Jährige nicht mehr nur im Internet, sondern auch auf der Bühne. Am Donnerstag, 3. September, ist er mit seinem Programm „Hoamboy“ im Schloss Scherneck zu sehen. Worauf er sich bei seinem Auftritt freut und wie sich Corona auf seine Arbeit auswirkt, verrät er im Interview.

Herr Stoll, kennen Sie unsere Region, das Wittelsbacher Land?

Markus Stoll: Ja, natürlich. Ich war früher viel in der Richtung mit dem Radl unterwegs. Da war ich, man darf’s ja eigentlich nicht sagen, aber ich bin selbst schuldig in allen Punkten, was die Rennradfahrer betrifft. Aber daher kenn ich die Region auch ganz gut. Und man sieht halt doch einiges mit so einem Radl.

Sie imitieren ja viele verschiedene Dialekte. Wenn Sie die Region kennen, können Sie auch Dialekte von hier nachahmen?

Stoll: Nein, leider nicht. Ganz so nuanciert sind meine Künste dann auch nicht. Bei mir schwankt’s halt vom Österreicher zum Ostdeutschen und so weiter, aber tatsächlich so ganz ins Feine kann ich nicht rein.

Was sich bei Harry G durch Corona verändert hat

Waren Sie schon einmal in Scherneck?

Stoll: Ja, aber nur privat. Ich bin dort noch nicht aufgetreten.

Auf was können sich die Leute hier freuen bei Ihrem Auftritt?

Stoll: Im Programm geht es um alle Facetten des Lebens, die mich so fertigmachen. Das deckt sich witzigerweise meist mit den Facetten, die den Zuschauer fertigmachen, weil’s halt einfach das Leben ist. Von all dem, was der Alltag so bietet inklusive Familie und Kinder. Da ist alles dabei. Der Zuschauer kann sich auf ein energetisches Programm freuen, das jetzt endlich mal wieder auf die Bühne kommt und kommen darf.

Das Programm lief schon an und wurde dann wegen Corona unterbrochen. Hat sich das Programm ein wenig verändert?

Stoll: Ja klar, man baut immer wieder Sachen ein. Corona an sich ist nicht der große Themengeber in meinem Programm. Es ist eine ernste Sache, und ich bin jetzt nicht der, der permanent Corona-Witze reißt. Das ist einfach nicht mein Ding. Ich nehm das ernst und halt mich da auch an die Wissenschaft. Wahnsinn, dass man das dazusagen muss.

Harry G bei seinem gelungenem Auftritt im Schlosshof in Neuburg.
Bild: Annemarie Meilinger

Harry G: So kommt der Comedian auf seine Themen

Gehen Ihnen dann über die Corona-Zeit so langsam die Themen aus? Wo weniger Leben in der Öffentlichkeit stattfindet?

Stoll: Natürlich ist man weniger im öffentlichen Leben unterwegs, aber es findet doch einiges statt. Von daher, Themen gehen nie aus. Das Leben geht weiter. Da kann man nichts dagegen machen. Halt anders.

Aber ein Themengeber fällt weg. Die Wiesn findet dieses Jahr nicht statt. Sind Sie traurig darüber?

Stoll: Ja, schon sehr. Aber es ist natürlich auch so, dass ich allein durchs Alter schon so oft auf der Wiesn war, dass ich sag, es ist auch mal gut ohne. Momentan durch die Probleme mit den Urlaubsheimkehrern kann man es sich ja erst vorstellen, wie es wirklich wäre, eine Wiesn abzuhalten. Das wär ja geisteskrank.

Sie treten seit Kurzem aber wieder auf.

Stoll: Bei mir hat’s angefangen in München Anfang August. Das war einfach eine tolle Erfahrung, dass man wieder auf der Bühne steht. Open Air kann wahnsinnig viel Spaß machen, und das wird jetzt auf Schloss Scherneck natürlich auch eine Kulisse, die Spaß macht. Wenn da das Wetter mitspielt, ist das eine geile Sache.

Was hat sich für Sie beim Auftritt durch die Corona-Pandemie alles verändert?

Stoll: Für mich ändert sich zum Beispiel die Spielart. Also ich muss in einem Durchspielen. Da darf man keine Pause machen, weil sonst die Leute wieder gemischt werden würden. Na ja, das sind so Kleinigkeiten. Ansonsten ist es für mich nichts anderes als ein ganz normales Open Air. Wenn man Open Air sagt, muss man immer bedenken, es ist eh schon eine unnormalere Sache, weil wetterabhängig.

Aber es kann auch eine tolle Stimmung herrschen.

Stoll: Absolut, Open Air kann eine magische Stimmung haben.

Corona-Krise: Harry G über das Oktoberfest

Sind Sie optimistisch, dass es mit Bühnenprogramm klappt im Herbst?

Stoll: Ja, klar. Es geht ja jetzt schon. Derzeit dürfen es halt nur 200 Menschen sein. In anderen Bundesländern geht auch mehr. Ich glaub, wenn man durch Hygienekonzepte auf eine gesunde Größe in einer Halle kommen kann, dann wird’s relativ normal. Man muss ja immer bedenken, wir sitzen in der Halle sowieso nicht aufeinander. Darum bräuchten wir auch eine andere Klassifizierung als zum Beispiel Konzerte, in denen man steht. Momentan wird alles als Kulturveranstaltung bezeichnet, und da sollte man allmählich mal eine Differenzierung treffen.

Ist das auch der Weg, den Sie weiterhin gehen wollen? Mit Auftritten? In letzter Zeit sind Sie auch als Schauspieler aktiv gewesen.

Stoll: Bei mir ist der Fokus momentan auf der Bühne. Dass ich wieder auf die Bühne gehen darf. Man muss schauen, wie regelt man es indoor, wenn das Wetter schlechter wird? Wann gibt’s welche Regelungen und Lockerungen? Das ist so mein Hauptfokus momentan. Bühne, Bühne, Bühne. Aber natürlich wird es weitere Schauspielprojekte geben, und unabhängig davon mach ich Videos, das ist eh klar.

Was macht an der Bühne so Spaß?

Stoll: Die direkte Resonanz vom Zuschauer, die du halt sonst nicht hast. Wenn du jetzt zum Beispiel ein Video machst im Internet, da gibt es dann eine Millionen Menschen, die sich das anschauen. Da fragt man sich: Wer sind denn die alle?

Youtube-Kommentare reichen da nicht?

Stoll: Ne.

Was wünschen Sie sich denn für den Auftritt in Rehling?

Stoll: Ich wünsch mir einfach nur gutes Wetter und eine gute Stimmung. Für die Stimmung sorg ich, sorgt ihr bitte für das Wetter.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren