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Renovierung

26.11.2017

Hausener Kirche muss saniert werden

Das Ensemble der Kirche Pauli Bekehr und das sanierte, alte Wohnhaus des ehemaligen Heißbauernhofes und der früheren Dorfwirtschaft  bilden eine optische Einheit.
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Das Ensemble der Kirche Pauli Bekehr und das sanierte, alte Wohnhaus des ehemaligen Heißbauernhofes und der früheren Dorfwirtschaft  bilden eine optische Einheit.
Bild: Martin Golling

Die Kosten werden auf rund 530000 Euro geschätzt. Die Pfarrei sammelt Zuschüsse und hat das Geld fast beisammen.

Es ist ein malerisches Ensemble: das stilecht renovierte Wohnhaus des alten Heißbauern, des ehemaligen Wirtshauses im Aindlinger Ortsteil Hausen, und daneben die Dorfkirche Pauli Bekehr mit ihrem barocken Zwiebelturm. Ein weißblauer Himmel dazu, und jeder, der irgendetwas mit Hausen zu tun hat, bekennt gerne: „Und do bin i dahoam.“ Doch die Filialkirche der Pfarrei Stotzard ist stark renovierungsbedürftig. Beim genaueren Hinsehen kann dies sogar der Laie erkennen. Über dem Giebel der angebauten Sakristei reißt die Außenmauer genau in der Längsachse des Kirchleins. Am übernächsten Pfeiler der Südseite geht ein Riss von oben bis nach unten ins Fundament. Der Bogen im Innenraum zwischen Hauptschiff und Chor weist zwei fast senkrecht verlaufende Spalten auf. Der Fachmann weiß sofort: Das liegt am Dachstuhl. Tatsächlich liegen die Mauerlatten – die Zimmerer nennen sie heute Fußpfetten – nicht auf einem gleichmäßigen Untergrund. So verteilt sich die Last unterschiedlich. Die Zerrbalken, die sowohl die Decke halten als auch die Mauerlatten fixieren sollen, sodass keine Schubkräfte das Mauerwerk nach außen drücken können, sind teilweise marode. Selbst der Turm braucht dringend eine Sanierung. Das Balkengeflecht der Zwiebelkonstruktion ist kaum verankert.

So summieren sich in wenigen Beispielen ernste und sicherheitsrelevante Mängel. Und wie kamen diese ans Licht? „Wir mussten den Hauptaltar vor ein paar Jahren begasen. Eine der Auflagen für die Maßnahme ist die Standard-Sicherheitsprüfung. Dabei kam etliches ans Licht“, sagt der Kirchenpfleger der Pfarrei Stotzard, Franz Reich. Der Schock saß tief, als die Verantwortlichen dann das Ergebnis des nächsten Schrittes, die Kostenvorschau, vorliegen hatten. Reich: „530000 Euro stand da am 23. August 2016 als Zahl. Uns war klar: So viel haben wir bei Weitem nicht.“ Im Moment laufe der Prozess der Zuschusssicherung.

„Wenn die Höhen der Zusagen oder schlicht die Absagen von allen Seiten vorliegen, dann starten wir“, sagt der Kirchenpfleger. Wahrscheinlich sei das im Laufe des nächsten Jahres so weit, vermutet Reich und verweist auf einen prallen Ordner, dessen erste Schriftstücke bis ins Jahr 2014 zurückreichen. Mittlerweile liegen feste Zusagen seitens der Diözese Augsburg in Höhe von 390000 Euro vor, der Regierungsbezirk Schwaben und der Landkreis Aichach-Friedberg wollen sich zusammen mit 40000 Euro und die Marktgemeinde Aindling mit 70000 Euro beteiligen. Und obwohl die Sanierung der Pfarrkirche Sankt Peter in Stotzard nicht einmal eine halbe Dekade zurückliegt, kann die Pfarrei sich schon mit 30000 Euro Eigenkapital an der Sanierung des Kleinods beteiligen. In der Summe wären das die benötigten 530000 Euro.

Die letzte Sanierung von Pauli Bekehr in Hausen liegt 33 Jahre zurück. Die Arbeiten daran dauerten fast fünf Jahre und liefen von 1980 bis 1984. Ihren Abschluss fanden sie mit der feierlichen Altarweihe am 20. Mai 1984 durch den damaligen Weihbischof Max Ziegelbauer.

Bau und Geschichte der Kirche Pauli Bekehrung in Hausen

Bei der Kirche Pauli Bekehrung im Aindlinger Ortsteil Hausen stammen Langhaus und Turmunterbau aus dem 13. Jahrhundert. Vom zweifellos vorhandenen Vorgängerbau ist nichts mehr nachweisbar. Klar ist, der Grundriss des ursprünglichen Kirchleins wurde beim jetzt noch stehenden Gotteshaus beibehalten. Kern und Gestalt wurden 1220 bis 1230 als romanischer Bau auf Ziegelfundamenten errichtet. Zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert erlitt das Kirchlein Zerstörungen, deren Ursachen unbekannt sind. Die Hausener bauten ihre Kirche im gotischen Stil wieder auf. Den Chor versahen sie mit gotischem Rippengewölbe, verlängerten den Bau nach Osten hin und verstärkten die Außenmauern mit Stützpfeilern. Ein Teil der prachtvollen Gestaltung dieser Außenmauern mit Rundbogenfriesen und Zahnschnitt ist auf der Nordseite der Kirche bis heute erhalten. Der Hochaltar, gestaltet von Anton Wiest im Jahr 1769, zeigt als Altarbild die Bekehrung des Saulus.

Der Turm erhielt im 15. Jahrhundert ein weiteres, quadratisches Obergeschoss. 1681 kam der achteckige Aufbau hinzu und die Zwiebel. Zusätzlich erweiterten die Hausener damals das Kirchenschiff. Die größere und zugleich ältere der beiden Glocken im Turm trägt die Aufschrift „Ave Maria, gratia plena, Dominus tecum, Benedicta“. „Anno 1734 goss mich Abraham Brandmair und Franciscus Keren in Augsburg“, lautet ihre Signatur. Die Kleinere war wohl als Totenglocke gedacht, wie ihre Inschrift verrät: „Ich bin die kleinste hier und läut’ am schwersten dir.“ Signiert ist sie mit den Worten: Gegossen von Max Gulg in Straubing 1924.“ (mgw)

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