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Aichacher Kunstpreis

22.09.2012

Heimweh aus Stein und politisches Pingpong auf Korea

Einen „Kreislauf“ von 60 ineinander und übereinander verkeilten Metallrädern hat Daria Wendland installiert.
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Einen „Kreislauf“ von 60 ineinander und übereinander verkeilten Metallrädern hat Daria Wendland installiert.

64 Künstler sind mit ihren Werken in die engere Wahl gekommen. Am Sonntag kürt die Jury den Sieger

Aichach Filigranes an der Wand und Marmorbruch am Boden. Kleinformatig Gedrucktes oder großflächig Bemaltes neben einer hängenden Balkoninstallation aus Pappe. Foto- Stillleben mit kleinem Ferkel auf Wärmeflasche und eine mit Latex abgetrennte Mauerwand samt Sprossenfenster. Die Motive sind gegenständlich, imaginiert, handgreiflich, die Techniken unterschiedlich. Und alles ist interessante Kunst und wurde als solche von der fünfköpfigen Jury des Aichacher Kunstpreises aus insgesamt 225 Bewerbungsunterlagen in die engere Wahl genommen. Am morgigen Sonntag um 14 Uhr wird der oder die Preisträger(in) des mit 2500 Euro dotierten Aichacher Kunstpreises im Rahmen einer feierlichen Eröffnung bekannt gegeben.

Andrea Viebach vom Aichacher Kunstverein und Mitglied der Jury freut sich über eine ungebrochen hohe Resonanz auf die Ausschreibung des Kunstpreises der Stadt Aichach – mittlerweile zum 19. Mal. Aus den eingereichten Fotos der Arbeiten wurden 64 Kunstwerke ausgesucht, die jetzt bis zum 21. Oktober in der San-Depot-Halle zu besichtigen sind. Wie bereits im vergangenen Jahr erweisen sich hier die großzügigen Räumlichkeiten als idealer Ausstellungsort für die kunstvolle Vielfalt der gezeigten Exponate. Der eigentliche Reiz liegt für Andrea Viebach darin, dass „vielfältige, großformatige Malereien und Arbeiten unmittelbar neben zarten, kleinen Zeichnungen hängen und ihre Wirkung erzielen“.

Platz genug gibt es für größere, oder per Guckloch auf Wohnzimmergröße reduzierte, zu inspizierende Rauminstallationen. So schaut Otto Schindlers großflächige, wie in Raster aufgeteilte Fotografie einer völlig erschöpften Schülerschar, direkt auf 60 schlauchlose Metallräder, die sich als „Kreislauf“ von Daria Wendland gegen die Decke türmen. „Erotisches Heimweh“ hat Tobias Freude aus schwerem Marmorbruch herausgeschlagen und am Boden installiert, und Minyoung Paik spielt politisches Pingpong mit dem zweigeteilten Korea. Aus einer Original-Tischtennisplatte hat der Künstler die Konturen des geteilten Landes herausgefräst, darauf liegen zwei Tischtennisschläger samt Ball.

Nicht alle Werke erzählen ihre Geschichte direkt

Der Schwerpunkt der ausgestellten Kunstwerke ist schwer auszumachen. Menschen, Stadt- und Naturlandschaften, Alltagsgegenstände, bemalt, beschriftet, verfremdet, die ihre Geschichte direkt erzählen oder die Fantasie anzuregen haben. Man muss gelegentlich nah ran gehen an die Objekte und genau hinsehen, um Zusammenhänge herzustellen. Ganz nah zum Beispiel an das Gucklock von Daniel Engelberg, oder die auf Holz aufgeklebten Computertasten von Christian Hof. Der künstlerische Blick auf die Welt, die uns umgibt, spiegelt sich motivisch wie stilistisch vielfältig wieder, überrascht und hält die Spannung und das Interesse aufrecht.

Einige Künstler sind zum wiederholten Male vertreten, traditionell kommen viele aus der näheren Umgebung, aus Augsburg, Nürnberg, oder sind eigens aus Berlin angereist. Die Jury, bestehend aus Andrea Viebach (Vorsitzende des Kunstvereins Aichach), Birgit Cischek (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aichach), Dr. Erwin Lotter (Kulturreferent der Stadt Aichach), Stefan Eberstadt (Bildhauer aus Jetzendorf und Stipendiat des Künstlerkreises Bamberg, der stellvertretend für die verhinderte letztjährige Preisträgerin Dana Lürken eingesprungen ist), sowie Dr. Renate Miller-Gruber (Kunsthistorikerin und Vorstandsmitglied des Kunstvereins Augsburg), hat ihre Wahl getroffen. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein. Morgen wird das Geheimnis gelüftet.

Die Ausstellung zum Aichacher Kunstpreis in der San-Depot-Halle, Donauwörther Straße 36 in Aichach, wird am Sonntag, 23. September, um 14 Uhr mit der Preisvergabe eröffnet. Sie läuft bis Sonntag, 21. Oktober. Die Öffnungszeiten: Freitag von 16 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Während der Museumsnacht in Aichach am Samstag, 13. Oktober, ist die Ausstellung bis 24 Uhr geöffnet.

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