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04.03.2009

"Hinterkaifeck" fasziniert die Menschen noch immer

Aichach Wer waren der oder die Mörder von Hinterkaifeck bei Schrobenhausen? Diese Frage konnte der Münchner Regisseur und Filmemacher Kurt Hieber am Montagabend im Aichacher Cineplex nicht beantworten. Dafür hatten die Kinobesucher, die seine vor beinahe 20 Jahren gedrehte Dokumentation "Hinterkaifeck" sahen, viele andere Fragen rund um den bis heute ungeklärten Mehrfachmord.

Hinterkaifeck ist aktueller denn je. Der brutale Mord an sechs Menschen auf dem Einödhof bei Gröbern vor nunmehr 87 Jahren fasziniert nach wie vor die Menschen. Das zeigt schon das große Interesse an der Dokumentation Hiebers: beide Vorstellungen im Aichacher Kino sind ausverkauft. Wegen der großen Nachfrage wird die Dokumentation am Sonntag erneut gezeigt.

Eher in die Kategorie Mystery-Thriller fällt der Film "Hinter Kaifeck" mit Alexandra Maria Lara und Benno Fürmann, der in der kommenden Woche im Kino anläuft. Nein, der Film habe nichts mit ihm zu tun und von der Filmcrew habe auch niemand mit ihm Kontakt aufgenommen, beantwortet Hieber noch im Foyer des Kinos die ersten Fragen von Kinobesuchern.

In seinem 50-minütigen Dokumentarfilm, den er 1991 für das ZDF drehte, gibt der Regisseur Einblicke in die Ungereimtheiten, Widersprüche und Geheimnisse, die den Mordfall Hinterkaifeck seit Jahrzehnten begleiten.

"Hinterkaifeck" fasziniert die Menschen noch immer

Zeitzeugen kommen zu Wort und es werden Fotos gezeigt, die sonst in dieser Form nicht zugänglich sind. Die Dokumentation habe er anhand der Akten im Staatsarchiv erarbeitet, erzählt Hieber. Die Kinobesucher nutzen die Gelegenheit, den Regisseur als eine Art Sachverständigen zu den Mordfällen zu befragen.

Ist der Opa zugleich der Vater?

"Stimmt es, dass die Magd erst einen Tag später anfangen sollte?", fragt eine Zuschauerin. Auch das inzestuöse Verhältnis zwischen Vater und Tochter beschäftigt die Besucher. Sie wollen wissen, ob der Inzest bewiesen und der Opa also womöglich der Vater seiner siebenjährigen Enkelin Cäcilie sei.

Ein Thema, das Hieber in seiner neuen Dokumentation zu Hinterkaifeck aufgreifen wird. Unter dem Arbeitstitel "Die wahre Geschichte hinter Tannöd - Hinterkaifeck" wird er Ende März mit den Dreharbeiten zu seiner Spieldokumentation beginnen. Grundlage ist diesmal die Studie von Schülern der Polizeifachhochschule in Fürstenfeldbruck. Die hatten sich nach über 80 Jahren den Fall mit den heute viel ausgefeilteren Methoden der Polizei noch mal vorgenommen.

Zum Beispiel werde ein Profiler anhand der Spuren bestimmte Dinge herauslesen, verrät Hieber. Danach dürfte die Reihenfolge der Morde anders sein, als bisher vermutet. Der Film werde auch eine Antwort auf die Frage nach dem Vater von Cäcilie geben. Auch der Fundort des Mordwerkzeuges, einer sogenannten Reuthaue, lasse bestimmte Rückschlüsse zu.

Ungeklärt ist nach wie vor, was aus den Köpfen der Ermordeten wurde. Die waren bei der Obduktion abgetrennt und von einer Hellseherin begutachtet worden. Auch die Frage nach dem Mörder wird offen bleiben. Die Vermutung der Polizeischüler, wer der Mörder war, sei unter Verschluss, sagt Hieber. Also bleibt auch weiterhin genügend Raum für Spekulationen über den oder die Täter. "Es muss eine Frau dabei gewesen sein", war eine Kinobesucherin überzeugt. "Wer sonst hätte die Kühe melken sollen, die auch nach den Morden noch versorgt wurden?"

Hinterkaifeck Hiebers Dokumentation wird am Sonntag, 8. März, 13 Uhr im Aichacher Cineplex gezeigt.

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