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Kommunales

25.07.2019

Historische Spuren auf den Lechfeldwiesen in Todtenweis

Die Maschinen stehen still auf dem Erweiterungsgelände des Todtenweiser Gewerbegebiets Lechfeldwiesen. Im Vordergrund und in der Bildmitte sind einige der Ursachen für den Stillstand zu erkennen: Runde, schwarze Punkte in den Lechkieseln. Sie sind mit hellblauen Streifen markiert und mit roter Sprühfarbe umringt.
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Die Maschinen stehen still auf dem Erweiterungsgelände des Todtenweiser Gewerbegebiets Lechfeldwiesen. Im Vordergrund und in der Bildmitte sind einige der Ursachen für den Stillstand zu erkennen: Runde, schwarze Punkte in den Lechkieseln. Sie sind mit hellblauen Streifen markiert und mit roter Sprühfarbe umringt.
Bild: Martin Golling

Funde auf dem Erweiterungsgelände des Todtenweiser Gewerbegebiets deuten auf frühe Siedlungen hin. Sie machen Bürgermeister Carl nicht gerade glücklich.

Das Lechtal bietet offensichtlich einen guten Untergrund für die Bewahrung historischer Funde. Im Gebiet der zweiten Erweiterung des Todtenweiser Gewerbegebiets „Lechfeldwiesen“ sind die Arbeiter mit ihren Maschinen beim Abschieben der künftig überbauten Bereiche und beim Beginn der Kanalarbeiten auf Siedlungsspuren gestoßen.

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Die Freude darüber hält sich bei Todtenweis’ Bürgermeister Konrad Carl sehr in Grenzen: „Das ist umso ärgerlicher, weil in der Bauleitplanung seitens des Amts für Denkmalpflege in Thierhaupten noch die Redewendung steht, dass hier nichts zu erwarten sei.“

Fachmann entdeckt historische Siedlungsspuren auf den Lechfeldwiesen

Nach den Planierarbeiten der beauftragten Firma machte übers Wochenende ein Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege einen privaten Abstecher auf die Baustelle und stellte schwarze Kreise und Verfärbungen im Lechkies fest. Das sind Siedlungsspuren, die bis über die Römerzeit hinauszugehen scheinen. Ruth Sandner, Referatsleiterin bei der Dienststelle des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in Thierhaupten, erteilt jedoch jeder Spekulation eine Absage. „Wir stehen hier total am Anfang“, betont sie.

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Das Lechtal sei zu allen Epochen eine „siedlungsgünstige Lage“ gewesen, so Sandner. Offensichtlich haben selbst die vielen Hochwasser des wilden Lechs in den dazwischenliegenden Jahrhunderten die Spuren nicht ganz verwischen können. Sandner stellt klar, dass nun die Gemeinde Todtenweis am Zuge sei: „Sie ist Eigentümerin und hat den Grabungsbeginn festzulegen. Wir haben damit nichts zu tun.“

Verzögern die Funde das Gewerbegebiet Lechfeldwiesen?

Bürgermeister Carl sagt dazu: „Es geht hier um viel Geld. Wir müssen das in öffentlicher Sitzung im Gemeinderat beraten.“ Ohne die Sicherung der Fundstellen, ohne sie zu dokumentieren und ohne ihre exakte Vermessung könne die Gemeinde die Grundstücke dort nicht verkaufen. Dabei bleibt Carl cool, selbst wenn er an die verrinnende Zeit denkt, während „mit Schäufelchen und Beselchen Staubkorn für Staubkorn aus den künftigen Sondierungsgruben gewedelt wird“.

Konkret wird Carl, wenn es um die finanziellen Aussichten geht: „Wir haben zwar noch keine fertigen Notarverträge unter Dach und Fach, doch sind schon mehrere Verhandlungen erfolgreich geführt.“ Jetzt wegen der Funde den Baulandpreis zu erhöhen, hält der Bürgermeister für „nicht möglich“. Vielmehr will Carl mit Stellen in München sprechen, ob für solche Fälle Entschädigungszahlungen oder Zuschüsse zu erwarten sind.


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