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Asylbewerber

12.06.2014

Hollenbach stellt sich auf neue Mitbürger ein

In einer ehemaligen Pizzeria in Hollenbach sind die Asylbewerber untergekommen. 
Bild: Archiv Eibl

In der Gemeinde werden vier weitere Asylbewerber aus Eritrea erwartet. Helfer treffen sich in der nächsten Zeit

16 Asylbewerber leben derzeit in der ehemaligen Pizzeria in Hollenbach. Vier Männer aus Eritrea sollen am heutigen Donnerstag dazu kommen. Es ist vorgesehen, dass mittelfristig 22 Personen hier untergebracht sein werden. Die neuen Mitbürger aus Afrika sind in diesem Ort keineswegs ihrem Schicksal überlassen; eine Reihe freiwilliger Helfer engagiert sich für sie. Bei einer Infoveranstaltung am Dienstag im Sitzungssaal der Gemeinde begrüßte sie Bürgermeister Franz Xaver Ziegler, außerdem waren Vertreter der Sportvereine und Mitglieder des Gemeinderats erschienen. Später gesellte sich auch Pfarrer Stefan Gast dazu.

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Auf Probleme reagieren, die der Alltag mitbringt

Am Ende versicherte Ziegler den 20 Gästen aus dem Gemeindebereich: „Wir haben gesehen, dass es viel zu tun gibt. Wir werden es schon schaukeln.“ Eingangs hatte er erklärt: „Die Gemeinde verschließt die Augen nicht. Die Asylbewerber sind offen und herzlich begrüßt worden.“ Vom Landratsamt waren Simone Losinger erschienen, die Leiterin des Ausländeramts, sowie Heinz Geiling, der für die Unterkünfte zuständig ist. Dazu sagte Ziegler, der sich als Schnittstelle bei der Kommunikation mit Aichach anbot: „Das zeigt, dass das Landratsamt um eine gute Zusammenarbeit bemüht ist.“ In der nächsten Woche ist ein weiteres Treffen vorgesehen. Dann soll geklärt werden, wie man auf Probleme reagiert, die der Alltag mit sich bringt.

Hollenbach stellt sich auf neue Mitbürger ein

Wie lange dauert es, bis ein Asylantrag behandelt ist? Dazu konnte Simone Losinger keine konkreten Angaben machen, Aichach hat jedenfalls damit nichts zu tun. Liegt der Bescheid vor, wird die betroffene Person mit Dolmetscher geladen. Dann kann es zu einer zwangsweisen Abschiebung kommen oder der gescheiterte Asylbewerber taucht unter. In diesem Fall wird er zur Fahndung ausgeschrieben.

Frau aus Gemeinde hat Gardinen für die Räume genäht

Die Regierung von Schwaben weist pro Woche zehn Leute den einzelnen Landkreisen zu, egal ob für sie eine Unterkunft in Aussicht steht oder nicht.

Wie berichtet, wurden die Prognosen, wie viele Asylbewerber in diesem Jahr in den Landkreis kommen, noch einmal drastisch nach oben korrigiert. Es könnte passieren, dass die Bewerber in einem Zelt oder in einer Turnhalle Zuflucht suchen müssen. „Wir sind sehr froh, dass es mit Hollenbach geklappt hat“, so Simone Losinger: „Es ist eine Aufgabe, die alle gemeinsam zu tragen haben.“

Heinz Geiling erklärte, ideal sei die Größe einer Immobilie, wenn man zehn bis 20 Leute unterbringen könne. Das persönliche Handy, dessen Kosten der Landkreis nicht zu tragen hat, sei den Leuten unheimlich wichtig, hieß es weiter. Auf diese Weise könnten sie den Kontakt in die Heimat aufrecht erhalten. Von Simone Losinger war zu hören, dass bei der ärztlichen Betreuung kein Zahnersatz vorgesehen sei. Es werde nur bezahlt, was zwingend notwendig ist.

Eine Frau aus der Gemeinde hat bereits Gardinen für die Räume genäht. Wiederholt wurden Probleme mit der Sprache beklagt. Einen Anspruch auf einen Deutschkurs gibt es noch nicht. Einige Male wurde darauf verwiesen, dass Franca Bögl von der Caritas Aichach-Friedberg helfend eingreifen könnte.

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