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06.03.2009

"Ich glaube schon, dass die Bayernliga realistisch ist"

Affing Am Wochenende soll die Landesliga Süd in die Frühjahrsrunde starten. Für die Fußballer des FC Affing lief es in der Vorrunde bestens. Nur sechs Punkte beträgt der Abstand zum zweiten Platz. Trainer Stefan Tutschka spricht mit den Aichacher Nachrichten über den Erfolg seiner Mannschaft und die Vorbereitung auf die Rückrunde.

Sechs Wochen Vorbereitung sind vorbei. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Tutschka: Wir haben viel trainiert im läuferischen Bereich und im Kraftbereich. Gar nicht trainiert im taktischen Bereich. Spielformen trainieren war ganz schwierig. Gegen die unterklassigen Mannschaften haben wir gut gespielt, gegen die höherklassigen bedingt gut. Gegen Ismaning und Ingolstadt II waren wir klar unterlegen. Allerdings: Das letzte Spiel bleibt hängen ( Eichstätt, Anm.d.R.) und da haben wir eine sehr gute Leistung abgeliefert.

Haben Sie schon mal unter so schlechten Bedingungen eine Vorbereitung absolviert?

"Ich glaube schon, dass die Bayernliga realistisch ist"

Tutschka: Vor drei Jahren, als soviel Schnee war, hatten wir auch schlechte Verhältnisse und waren elfmal im Fitnessstudio. Aber sonst noch nie. Dieses Jahr war es ziemlich bescheiden.

Der FC Affing hat auch in der letzten Saison eine gute Hinrunde gespielt. Warum wird es diesmal besser laufen?

Tutschka: Die Situation ist nicht vergleichbar. Wir haben ganz andere personelle Voraussetzungen, einen ganz anderen Kader und kaum Verletzte. Letztes Jahr hatten wir teilweise Trainings mit acht Feldspieler und einem Torwart. Die Begleitumstände waren ganz schlecht. Da bin ich mir absolut sicher, dass das nicht mehr passieren wird.

Sie haben neun Neuzugänge im Sommer geholt. Haben die neuen Spieler die Erwartungen erfüllt?

Tutschka: Der Tabellenplatz sagt das eigentlich am besten aus. Dieses Abschneiden hätte sich keiner erträumt. Ich war mir sicher, dass wir mit der neuen Mannschaft eine ganz gute Rolle spielen werden, aber dass es so positiv läuft, hätte ich nicht gedacht.

Warum habt ihr im Winter keinen Neuzugang geholt?

Tutschka: Keine Veranlassung. Wir haben mit Patrick Lemmer einen zurückbekommen, den man fast als Neuzugang werten kann. Ebenso ist Albert Lopatkiewicz dazugekommen, der allerdings jetzt Achillessehnenprobleme hat. Der eine hat ein Jahr nicht gespielt, der andere eineinhalb Jahre nicht. Das sind eigentlich zwei Neuzugänge. Wir haben mit Philipp Jerger einen Spieler verloren, der Ergänzungsspieler war und Torwart Bernd Kühne hat aufgehört. Kühne hätte im Sommer sowieso aufgehört und so hat man diesen Schnitt eben schon vorher gemacht. So wie sich Markus Gail entwickelt hat, haben wir da keinen Rückschritt gemacht. Möchte damit aber nicht Kühnes Leistung schmählern, wir wissen, wie gut er ist.

Haben Sie ihre Wunschelf für das erste Punktspiel schon im Kopf?

Tutschka: Eigentlich schon, die ersten Elf dürften stehen. Thomas Brunner war zweimal vier Tage am Stück nicht da. Wenn er da ist und normal trainiert, hat er einen Anspruch auf die ersten Elf. Aber momentan hat sich das leider zu seinen Lasten entwickelt.

Stürmer Sebastian Kienzel hat das Interesse vieler Vereine geweckt. Was passiert mit ihm im Sommer?

Tutschka: Keine Ahnung, ich kann es nicht sagen. Ich gehen davon aus, dass er eigentlich geht. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass er dableibt. Ich glaube, dass es ihm sehr gut gefällt bei uns und er weiß, dass er bei uns sehr gut aufgehoben ist. Was er im Endeffekt macht, weiß ich nicht.

Der FC Affing war in der Hinrunde offensiv extrem stark, hat aber viele Gegentore bekommen. Was muss defensiv besser werden?

Tutschka: Wir könnten gleichviele Tore geschossen haben und weniger bekommen haben. Da hat die Abstimmung im defensiven Bereich, wobei der defensive Bereich vorne losgeht, nicht gepasst. Klar müssen wir versuchen, das zu verbessern. Insgesamt ist das in der Vorbereitung auch besser geworden. Leider konnten wir nicht soviel machen, weil wir die ganze Zeit beim Spinning waren (lacht). Wir müssen immer wieder darüber reden und es ansprechen, wenn es im Trainingsspiel passiert oder im Spiel. Irgendwann muss der Spieler einfach danach handeln.

Spielt man in der Rückrunde erfolgreich, könnte der Aufstieg in die Bayernliga gelingen. Utopisch oder realistisch?

Tutschka: Wir waren fünf Spieltage lang Tabellenführer, stehen jetzt auf Platz vier und haben zwei Spiele weniger als der Zweite. Rechnen wir positiv: Sechs Punkte, dann wären wir Zweiter. Ich glaube schon, dass die Bayernliga realistisch ist. Nur eine Mannschaft war uns klar überlegen und das war Rosenheim. Dahinter tut sich viel auf. Pullach ist gut, FC Augsburg II wird immer gut sein, ich glaube auch, dass Heim- stetten noch kommt. Wir sind da mit dabei. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und wenn uns das gelingt, stehen wir sowieso vorne dran.

Sie haben in der Winterpause für ein Jahr verlängert, trotzdem, dass Sie nach sechs Jahren von Abnutzungserscheinungen gesprochen haben. Warum bleiben Sie Affing treu?

Tutschka: Letztes Jahr haben wir eine schlechte Rückrunde gehabt und dann war klar, dass wir viele Neue bekommen werden. Es ist ein regelmäßiger Austausch da. Die Abnutzungserscheinungen sind bei einigen Spielern wie Gallun oder Meitinger schon da, aber dadurch, dass immer wieder Neue kommen, haben die Spieler Druck und können sich nicht ausruhen. Die Entscheidung pro Affing habe ich getroffen, weil ein großer Wechsel da war. Sonst hätte ich es nicht gemacht.

Häufig hat man das Gefühl, der FC Affing besteht nur aus Stefan Tutschka. Vermissen Sie die Unterstützung aus dem Verein?

Tutschka: Wir sind gerade dabei, das längerfristig zu ändern. Wir haben mit Michael Riegel seit einem halben Jahr einen neuen Mann dabei, nachdem wir keinen richtigen Abteilungsleiter mehr haben, seit Peter Lechner aufgehört hat. Wir sind gerade dabei, Strukturen aufzubauen. Das lässt sich ganz gut an und ich denke schon, dass wir da weiterkommen.

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