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Sportporträt

03.12.2015

Im Bikini zieht diese Aichacherin Blicke auf sich

Sie schwitzt für ihren Körper bis zu sechs Mal in der Woche im Fitnessstudio und isst „gute“ Kohlenhydrate
Bild: Thomas Koch, Team-Andro.com

Laura Möritz, 23, betreibt ein für Frauen ungewöhnliches Hobby: Als Bodybuilderin zeigt sie erfolgreich ihren Körper. Für die Studentin bedeutet das Verzicht und Vorbehalte.

Wenn Laura Möritz auftritt, zieht sie unausweichlich Blicke auf sich. Die 23-Jährige zeigt viel nackte Haut, ihr Bikini verdeckt nur das Nötigste. Das ist gewollt. Möritz hat nichts weniger im Sinn, als ihren Körper zur Schau zu stellen, als von Kopf bis Fuß beäugt zu werden. Der hübsche Blondschopf betreibt ein für Frauen ungewöhnliches Hobby: Als Bodybuilder lässt sie ihre Muskeln spielen. Rückt ihren Körper ins Scheinwerferlicht. „Man muss für diesen Sport schon ein Selbstdarsteller sein“, betont sie.

Tanzen. Eislaufen. Reiten. Leichtathletik. Möritz probierte sich an vielen Sportarten, ehe sie vor dreieinhalb Jahren zum Bodybuilding kam. Freund Kevin nahm sie mit, sie war sofort begeistert. Durch ihren Partner verlagerte die Nordendorferin ihren Lebensmittelpunkt nach Aichach, dort lebt sie und trainiert mehrmals die Woche in einem Fitnessstudio. Seit April dieses Jahres ist die Studentin der Gesundheitsökonomie bayerische Meisterin in der Bikini-Klasse. Auch im deutschlandweiten Vergleich schlug sie sich beachtenswert, poste sich zu Platz sieben.

Trotz intensiven Krafttrainings und Muskelaufbaus will Möritz ihre Weiblichkeit wahren. „Deshalb ist die Bikini-Klasse perfekt“, bekräftigt die 23-Jährige. „Die wichtigsten Kriterien sind dort Ästhetik und Ausstrahlung.“ Es gehe vor allem darum, einen trainierten Körper mit Muskelansätzen gekonnt in Szene zu setzen. Eine andere Klasse kommt für Möritz nicht in Frage, sie begründet: „Mehr Muskeln an mir fände ich nicht schön.“

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Möritz: "Jeder soll machen, was ihm gefällt"

Möritz hat mit Kritik und Vorbehalten zu kämpfen, Leuten sagen offen zu ihr, die Veränderungen an ihrem Körper fänden sie nicht schön. Die 23-Jährige kontert: „Jeder soll machen, was ihm gefällt.“ Selber habe sie nie versucht, andere Menschen von ihrem neuen Lebensstil zu überzeugen. Vielmehr geht sie private Kompromisse ein, weil Party und Alkohol tabu sind. „Der Sport stellt Freundschaften auf die Probe“, sagt sie. „Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.“

Dass sie mal professionelle Wettkämpfe bestreiten und bei ihrer ersten Teilnahme so erfolgreich sein würde, hätte Laura nicht gedacht: „Ich wurde mal zufällig von Bekannten angesprochen“, erzählt sie. „Aber erst als ich im August 2014 meinen Trainer Eddi kennenlernte, und er mir sagte, dass ich Potenzial hätte, wurde es wirklich ernst.“

Eddi Derzapf, Inhaber eines Fitnessstudios in Augsburg, bereitet Athleten verschiedenster Klassen auf Meisterschaften vor. Seit sie zusammenarbeiten, pflegen sie ein inniges Verhältnis. „Er gibt mir Halt, Ratschläge und Unterstützung in allen Belangen“, sagt Möritz und fügt hinzu, ohne ihn hätte sie es nie so weit gebracht. Für den Erfolg sind hartes und kontinuierliches Training notwendig. Möritz schwitzt bis zu sechsmal die Woche im Fitnessstudio, es gehört viel Arbeit und Disziplin dazu. Sie sagt: „Man muss lernen, seinen inneren Schweinehund zu überwinden.“ Dieser begleitet die 23-Jährige nicht nur im Training, sondern auch in ihrem Alltag. Ohne eine gesunde und angepasste Ernährung wäre das Plagen umsonst.

47 Kilogramm bei 1,61 Metern Körpergröße

Während der Aufbauphase nimmt Möritz täglich mehr Kalorien zu sich, als ihr täglicher Bedarf vorsieht. Das sei nötig, um Muskelmasse aufzubauen. Sie greift vor allem auf „gute“ Kohlenhydrate wie Reis oder Vollkorn zurück, die durch Fisch oder Tofu mit Eiweiß ergänzt werden. „Fleisch mag ich nämlich nicht so gern“, erklärt Möritz. Das mache es manchmal ein wenig kompliziert. Einmal in der Woche, dem sogenannten „Cheat-Day“, darf sie essen, was sie will. Hier stehen auch Pizza oder Süßigkeiten auf dem Speiseplan.

Etwa vier Monate vor einem Wettkampf beginnt dann die Diätphase, in der sich Möritz konstant im Kalorien-Defizit befinden muss. Das sei manchmal hart, gesteht sie. „Es ist aber ein Irrglaube, dass ich hungern muss.“ Sie achte lediglich noch konsequenter auf die Ernährung. Bei den Meisterschaften im April hatte die 23-Jährige einen Körperfettanteil von zehn Prozent, wog 47 Kilogramm bei 1,61 Metern Körpergröße. Möritz: „Zwischen Aufbauphase und Wettkampftag können schon mal zehn Kilo liegen.“

Die Disziplin, die sie für ihren Sport an den Tag legt, überträgt sich mittlerweile auf andere Lebensbereiche. „Früher war ich eher faul und hatte Zweifel. Jetzt arbeite ich viel zielorientierter.“ Das Lernen im Studium fällt ihr leichter, sie tritt auch selbstbewusster auf. Einer der wichtigsten Aspekte, um auf der Bühne zu bestehen. Denn, räumt sie ein: „Zuschauer und Punktrichter merken sofort, wenn Athleten nur etwas vorspielen.“

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