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Statistik

22.11.2019

Immer mehr Menschen pendeln

Immer mehr Landkreisbürger verlassen täglich das Wittelsbacher Land zur Arbeit.

Fast zwei Drittel der Bewohner verlassen den Landkreis, um auswärts ihr Geld zu verdienen. Die meisten von ihnen fahren nach Augsburg oder nach München

Die Zahl der Pendler steigt. Etwa 35000 Menschen machen sich im Wittelsbacher Land tagtäglich auf den Weg zu ihrem Arbeitsplatz, der außerhalb des Landkreises Aichach-Friedberg liegt. Das sind nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit fast zwei Drittel (63 Prozent) aller Beschäftigten, die im Landkreis wohnen. 44000 müssen zumindest ihren Wohnort verlassen, um zu ihrer Arbeitsstelle zu kommen.

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Die meisten Pendler aus dem Wittelsbacher Land verdienen ihr Geld in Augsburg (13900) oder München (6100) und im Landkreis Augsburg (3800). Die Statistik verrät auch: Insgesamt pendeln mehr Männer als Frauen – und zwar in sämtliche Himmelsrichtungen.

Ihnen allen kommen allmorgendlich 6700 Pendler entgegen, die aus der Stadt Augsburg ins Wittelsbacher Land fahren, um hier zu arbeiten. Weitere 3300 kommen aus dem Nachbarlandkreis Augsburg in die Region Aichach-Friedberg, aus Neuburg-Schrobenhausen sind es noch einmal 1200.

Immer mehr Menschen pendeln

Die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt hat Zahlen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, die sich ebenfalls auf die Statistiken der Agenturen für Arbeit stützen, vor Kurzem zum Anlass genommen, um die Wohnungsnot in den Städten anzuprangern. Hohe Mieten und Job-Wachstum in Großstädten würden viele zum Pendeln zwingen, hieß es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft. IG-Bau-Gewerkschafter Michael Jäger sprach von einem „alarmierenden Trend“. Die Zahl der Pendler, die den Landkreis verlassen, ist im Wittelsbacher Land in 19 Jahren um etwa 10000 angewachsen. Im Jahr 2000 wurden knapp 25000 Auspendler gezählt. Hauptursache für das Pendeln sei nach Ansicht der IG Bau der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Groß- und Universitätsstädten. „Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise in der Stadt nicht mehr leisten.

„Aber genau dort sind in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden“, sagt der Bezirksvorsitzende der IG Bau Schwaben. Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge. Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler aus dem Kreis Aichach-Friedberg normal. „Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren, auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei.“

Die öffentliche Hand müsse viel mehr investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen. Investitionen seien auch im Bereich der Verkehrsinfrastruktur unverzichtbar, um die Pendler zu entlasten. Einen entscheidenden Beitrag könnten auch die Firmen leisten, indem sie es ihren Beschäftigten leichter machen, in Gleitzeit oder im Home- office zu arbeiten. In der Region Aichach-Friedberg wohnen insgesamt mehr als 55000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Nach Angaben der Arbeitsagentur pendeln etwa 19000 Menschen mehr aus dem Landkreis heraus, als zum Arbeiten hineinfahren. Die Agentur bezeichnet dies als Pendlersaldo. Ihren Arbeitsort in Aichach-Friedberg haben 36000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, von ihnen sind 44 Prozent Einpendler.

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