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Aichach

08.03.2018

Imponierendes Konzert mit Klavier und Gesang

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Ein erlesenes Programm mit lichten Momenten hatte Kirchenmusiker Wolfgang Kraemer (links) den Besuchern des Konzertes in der Paul-Gerhardt-Kirche versprochen. Er harmonierte mit Tenor Feodor Rilling
Bild: Claudia Neumüller

Pianist Wolfgang Kraemer und Tenor Markus Feodor Rilling beeindrucken in Aichach mit ihren geistlichen Liedern.

Ein düsteres, aber erlesenes Programm mit lichten Momenten, passend zur Jahreszeit, versprach gleich zu Beginn der Kirchenmusiker Wolfgang Kraemer. Zusammen mit dem Tenor Markus Feodor Rilling gab er in der Paul-Gerhardt-Kirche in Aichach ein Konzert mit geistlichen Liedern.

Im ersten Block befassten sich die beiden mit sechs Liedern op. 48 von Ludwig van Beethoven. Beethoven ist an sich kein typischer Liederkomponist – dennoch sind die wenigen Lieder, die er komponierte, nicht zu verachten, wie die beiden Musiker zeigten. Besonders hervorzuheben ist „Die Himmel rühmen“. Die Tenorstimme wie auch das Piano waren spannungsgeladen, explosiv – beide lebten das Stück mit. „Vom Tode“ hingegen erklang eher leidend, feinfühlig und doch kraftvoll. Rilling konnte gefühlvoll, bittend seine Stimme erheben, seine Mimik unterstützte dieses Flehen, und Kraemer ergänzte das Ganze am Klavier.

Felix Mendelssohn Bartholdy war der zweite Block des Konzertes gewidmet. Bartholdy ist nach Johann Sebastian Bach die Nummer zwei in der evangelischen Kirchenmusik. Er hat viel von Bach gelernt und angenommen. Auf sehr hohem Niveau trugen Sänger und Pianist zwei geistliche Lieder, op. 112, vor. Würdevoll, mit leisem Schluss, sehr eindrucksvoll gesungen und ebenso beeindruckend am Klavier gespielt.

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Das Duo holt einen relativ unbekannten Komponisten ins Gotteshaus

Mit einem Stück aus der Waldandacht op. 211 Nr. 3 holte das Duo den relativ unbekannten Komponisten Franz Abt in das Gotteshaus: „Frühmorgens wenn die Hähne krähn“. Hier sang der Tenor nicht nur mit seiner Stimme, sondern auch mit den Augen. Eine fast schon majestätische Darbietung der beiden. Als krasser Gegenpol bot Wolfgang Kraemer, ein Meister seines Faches, die sechs kleinen Klavierstücke, op. 19, von Arnold Schönberg an, die er auswendig spielte. Schönberg war ein Komponist des frühen 20. Jahrhunderts und eine zentrale Figur bei der Entwicklung der Dur-Moll-Tonalität. Nicht nur das Zuhören war beeindruckend. Ebenso das Zusehen, wie die Hände des Pianisten sicher über die Tasten des Klaviers huschten.

Antonin Dvorak füllte den letzten Block des Konzertes mit den biblischen Liedern op. 99. Die Texte waren von Dietrich Fischer-Dieskau aus dem Tschechischen übersetzt worden. Schon gleich beim ersten Stück (Rings um den Herrn sind Wolken und Dunkel) brillierte Rilling mit einem Gefühl von Donner und Blitz. Das Piano unterstützte den Ausdruck des Gesangs. Hingegen hoffend und wunderbar aufbauend erklang „Sieh auf mich“ – die Kirche war erfüllt von großartiger Musik.

Mit den beiden Stücken „Gott erhöre mein Flehen“ und „Gott ist mein Hirte“ erfüllten die Musiker ihre eigenen hohen Ansprüche mit Bravour. Die biblischen Lieder op. 99 werden meist in der einfacheren Version von Max Reger aufgeführt. Etwas Besonderes war es, dass Kraemer die werkgetreue Variante wählte. Zuversichtlich, bittend, flehend und auch spottend zeigte das Duo, wie schön Kirchenmusik sein kann. Mit der Zugabe, dem irischen Segenswunsch „Und bis wir uns wieder sehen halte Gott dich fest in seiner Hand“, ging der Abend zu Ende. (AN)

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