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Aichach

08.05.2020

In Aichachs Bürgermeistertrio ist jetzt wieder eine Frau

Sie leisteten gemeinsam ihren Amtseid: Zweiter Bürgermeister Josef Dußmann (CSU) und Dritte Bürgermeisterin Brigitte Neumaier (SPD).
Bild: Erich Echter

Plus Der Stadtrat wählt Josef Dußmann (CSU) zum Zweiten Bürgermeister. Als zweiter Stellvertreter setzt sich Brigitte Neumaier (SPD) gegen Marc Sturm (FWG) durch.

Wer vertritt künftig den Aichacher Bürgermeister Klaus Habermann? Die Wahl seiner Stellvertreter war ein Hauptpunkt in der konstituierenden Sitzung des Aichacher Stadtrats am Donnerstagabend in der TSV-Turnhalle. Bevor über die Bürgermeister abgestimmt wurde, nahm Bürgermeister Klaus Habermann, der die Amtskette trug, den neuen Stadtratsmitgliedern den Amtseid ab. Josef Dußmann, Dieter Saliger, Patrick Stief und Stefan Westermayr (alle CSU), Bettina Stief (Freie Wählergemeinschaft, FWG), Josef Stadlmaier und Sabine Kreitmeir (beide Grüne) sowie Gerhard Bauer (Bündnis Zukunft Aichach, BZA) sprachen den Eid gemeinsam.

Habermann hieß die Neulinge, die wegen der Corona-Krise unter erschwerten Bedingungen starten, willkommen. Die Zeiten seien „nicht ganz einfach“, insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht. Er hoffe auf ein kollegiales, konstruktives Miteinander, sagte er. In der Sitzung fehlten entschuldigt Karl-Heinz Schindler ( SPD) und Hermann Langer (CSU).

 

Einig war sich der Stadtrat darüber, dass Habermann auch künftig zwei Stellvertreter haben soll. Für das Amt des Zweiten Bürgermeisters schlug CSU-Fraktionsvorsitzender Helmut Beck, der das Amt in den vergangenen sechs Jahren innehatte, Josef Dußmann vor, der für die CSU als Bürgermeisterkandidat angetreten war. Der CSU als stärkster Fraktion wollte diesen Posten niemand streitig machen. Dußmann wurde geheim und schriftlich mit 26 Ja-Stimmen gewählt. Drei Stimmen waren ungültig.

Bis 2014 gab es in Aichach eine Frau unter den Bürgermeistern

Keine Überraschung war, dass es für den Posten des Dritten Bürgermeisters zwei Bewerber gab. Wie berichtet, will die SPD als zweitstärkste Fraktion (sechs Sitze) das Amt behalten, das bislang Karl-Heinz Schindler innehatte, und drang zudem darauf, den Posten wieder mit einer Frau zu besetzen, um die weibliche Hälfte der Wähler zu repräsentieren. Einzige Frau im Bürgermeistertrio war bis 2014 Renate Magoley von der Freien Wählergemeinschaft (FWG).

Die acht Neulinge im Aichacher Stadtrat leisteten den Amtseid.
Bild: Erich Echter

Die FWG als drittstärkste Fraktion (fünf Sitze) beanspruchte den Posten allerdings für sich. FWG-Fraktionsvorsitzender Georg Robert Jung argumentierte, es sei in vielen anderen Kommunen guter Brauch, dass die größten Fraktionen jeweils einen Stellvertreter stellen. Die SPD sei bereits mit dem Ersten Bürgermeister vertreten. Er schlug Marc Sturm vor, der im Juni 2019 von der CSU zur FWG wechselte.

 

Der 37-jährige Griesbeckerzeller war wie Jung der Ansicht, der SPD stehe der Posten nicht zu. Er sah in dieser Wahl eine Richtungsfrage, ob CSU und SPD als Große Koalition agieren oder das Miteinander pflegen wollten. Mit ihm seien die Ortsteile und diejenigen vertreten, die nicht aus dem öffentlichen Dienst kämen. Seine Stadtratserfahrung (seit 2008) führte Sturm als weiteres Argument an, da der Zweite Bürgermeister ein Neuling sei.

Eingefleischte Aichacherin und gut vernetzte Schloss-Kastellanin

Für die SPD schlug Fraktionsvorsitzende Kristina Kolb-Djoka in einer engagierten Rede Brigitte Neumaier vor. Die Kastellanin im Sisi-Schloss war ab 2004 Ortssprecherin von Unterwittelsbach, seit 2008 ist sie Stadträtin. Neumaier sei qualifiziert, bestens vernetzt, unter anderem mit TSV und Feuerwehr, kenne als Stadtführerin „jedes Eck“ in Aichach, sei auf Du und Du mit dem Adel, bringe die nötigen menschlichen Werte mit und sei Aichacherin und Bayerin durch und durch. Auch Neumaier selbst bezeichnete sich als „eingefleischte Aichacherin“.

 

In schriftlicher und geheimer Wahl bekam Marc Sturm zwölf Stimmen. Mit 16 Stimmen wurde Brigitte Neumaier gewählt. Eine Stimme war ungültig. Neumaier bedankte sich für das Vertrauen und sprach von einer „großen Ehre“.

In nicht öffentlicher Sitzung legte der Stadtrat einstimmig die Dienstaufwandsentschädigungen fest: Für den Ersten Bürgermeister liegt sie bei 798,47 Euro pro Monat, für seine Stellvertreter sind es 708,70 Euro.

Fraktionen benennen ihre Sprecher

Benannt sind nun die Fraktionssprecher. Bei der CSU bleibt das Helmut Beck (Vertreter Raymund Aigner und Dieter Saliger), bei der SPD ist es Kristina Kolb-Djoka (Brigitte Neumaier), bei der FWG Georg Robert Jung (Lothar Bahn), bei den Grünen Marion Zott (Magdalena Federlin) und bei der Fraktionsgemeinschaft von Christlicher Wählergemeinschaft (CWG), BZA und FDP Erich Echter (Erol Duman).

Weil während der Corona-Pandemie Sitzungen möglichst kurz gehalten werden sollen, wird die konstituierende Sitzung des Stadtrats am nächsten Donnerstag, 14. Mai, um 17 Uhr in der TSV-Turnhalle fortgesetzt. Dann geht es unter anderem um die Referentenposten.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Aichachs Stadtrat stellt die Weichen

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