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Brauchtum

19.11.2018

In Anwalting passt alles

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Das Lob kommt von Moderatorin Rosy Lutz und trifft den Eindruck des Publikums. Dem geht es auch um einen guten Zweck

Dass der Saal im Feuerwehrhaus restlos besetzt ist, hat schon gute Tradition beim Hoagarten in Anwalting und spricht natürlich auch für die Organisatoren, die örtliche Volkstanzgruppe. Moderatorin Rosy Lutz aus dem Aichacher Ortsteil Klingen lobte denn auch: „In Anwalting passt alles.“

Bei der Auswahl hat die Volkstanzgruppe auf altbekannte und bewährte Musiker zurückgegriffen, wie etwa die Riedhof Musi aus dem Fürstenfeldbrucker Land, die schon öfter in Anwalting zu Gast waren – allerdings in wechselnder Besetzung, wie Wolfgang an der Tuba betonte. Die vier Musiker an der Trompete, der Basstrompete, dem Akkordeon und der Tuba zeigten, dass sie ein breites Repertoire beherrschen: Vom Walzer über die Polka bis hin zu ruhigeren Stücken oder auch dem „Beziehungskistl“ gab es allerhand zu hören.

Bestens bekannt in Anwalting ist der Boarische Saitenklang mit Hildegard Haas (aus Gebenhofen) am Kontrabass und Margit Strobl an der Gitarre (aus Anwalting). Dazu kommen noch Gabi Baumgartner an der Harfe und Gerlinde und Marlies an Zither und Hackbrett. Bei den Harfensolostücken zeigte sich, welche Wirkung Harfenklänge haben: Teilweise war es ganz ruhig im Raum.

Lustiger ging es dann wieder bei den Marbacher Deandln zu. Die Schwestern aus dem Landkreis Freising brachten allerlei lustige Gesangsstücke dar: Von der Wallfahrt wurde gesungen, wo natürlich die Leute „ausgerichtet“ werden und wo man kräftigen Durst hat.

Die Ziegelschtoimusi beeindruckte instrumental. Das Musikantenduo stammt aus der Nähe von Burgau und spielt auf der „Steierischen“. Diese aus Holz gefertigten Instrumente wurden erstmals in Wien erwähnt, wie Wolfgang, einer der Musiker, erzählte. Die Wiener bezeichneten die gesamte Landbevölkerung als „steirisch“, und so wurden auch deren Instrumente als „steirisch“ bezeichnet. „Das hat nix mit der Steiermark zu tun“, so der Musiker. Beide Musiker spielten auswendig.

Neu beim Hoagarten war Moderatorin Rosy Lutz. Schon mit ihrem Willkommensgedicht hatte sie die Herzen des Publikums gewonnen: Alle wurden begrüßt – von den „Baiern bis zua di Preisn“ und die Architekten, Juristen und Musikanten, für die werde man als Dank „einen Kiwi-Erdäpfel“ sieden lassen. Lutz, die bereits mehrere Bücher in Mundart veröffentlicht hat, fragte gleich zu Beginn, ob sie auch jeder verstehen könne, und dann moderierte sie den Abend in ihrem Dialekt. Auch der „Lerneffekt“ war ihr wichtig: So gab sie als bitterbösen Hinweis, das eigene Testament zu gestalten, möglichst viel zu sammeln und zwischen alten Zeitungen und sonstigem Sammelsurium Romadur zu verstecken – dann bleibe einer in der Familie auch über den Tod hinaus lange Gesprächsstoff. Sie verpackte Alltäglichkeiten mit Hintersinn in Gedichtform, und „besonders die letzte Zeile hat es in sich“, wie sie sich ausdrückte.

Es ist auch schon gute Tradition, dass beim Hoagarten für einen sozialen Zweck gespendet wird. Heuer ist dies die Familie von Felix Busch. Michaela Strobl erzählte den Zuhörern von ihrer Arbeitskollegin, der Mutter von Felix. Felix hat eine Genmutation und kann nichts essen und nur sehr wenig trinken. Außerdem hat er eine Trachealkanüle. Dramatisch darüber hinaus ist, dass bei Felix ein Tumor entdeckt wurde und nun eine Chemotherapie gestartet wurde, die verstärkt werden muss, da sich der gewünschte Erfolg noch nicht eingestellt hat.

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