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Prozess in Aichach

08.11.2019

In Disco: Verehrer bricht Frau den kleinen Finger

Ein 29-Jähriger musste sich vor dem Amtsgericht in Aichach verantworten, weil er einer Frau den Finger gebrochen hatte.
Bild: Katja Röderer (Archiv)

Plus Ein Discobesuch in Aichach endet für eine 27-Jährige mit Schmerzen. Ein Verehrer war zu hartnäckig. Der erinnert sich nicht mal an den Vorfall.

Sie wollte mit ihren Schwestern mal wieder richtig feiern. Die Nacht im April in einer Aichacher Disco fand jedoch kein gutes Ende. Anstatt mit guter Laune kam die 27-Jährige mit einem doppelt gebrochenen kleinen Finger nach Hause. Das alles, weil ein 29-jähriger Verehrer ihr Nein nicht akzeptieren wollte. Immerhin war nach einer Verhandlung am Aichacher Amtsgericht klar: Absichtlich wehtun wollte ihr der Mann nicht.

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Die 27-Jährige schafft es nicht, ihren Verehrer abzuwimmeln

Die 27-Jährige saß damals mit ihren Schwestern draußen beim Rauchen, als sie der Mann ansprach. Die junge Frau zeigte kein Interesse und sagte das auch deutlich. Als er sich nicht abwimmeln lassen wollte, zeigte sie ihm ihre rechte Hand mit ihrem Ehering und erklärte ihm: „Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder.“ Doch der Mann ließ buchstäblich nicht locker. „Du lügst“, sagte er und fasste sie bei der Hand. Als sie sich losreißen wollte, hielt er die Hand noch fester – da tat es richtig weh. Die Nichte der 27-Jährigen unterbrach das Intermezzo und für die Frau war die Sache damit zunächst erledigt. „Ich habe nicht gemerkt, dass was kaputt ist“, sagte sie als Zeugin vor Gericht. Als der kleine Finger am nächsten Tag jedoch immer dicker wurde, ging sie ins Krankenhaus. Ergebnis: Verdacht auf doppelten Bruch. Zwei Wochen trug die 27-Jährige Gips, danach eine Schiene. Erst seit Ende August sind die Schmerzen weg. Absicht aber sei das nicht gewesen, war das Opfer überzeugt. Der 29-Jährige hatte ihr vor kurzem 800 Euro Schmerzensgeld bezahlt. Damit zeigte sich die Frau zufrieden.

Der Verehrer gesteht den Vorfall, an den er sich nicht mal erinnert

Der Angeklagte ließ über seinen Anwalt Marc Sturm mitteilen, dass dieser alkoholbedingt keine konkrete Erinnerung an den Vorfall habe. Es sei aber möglich, „dass es so gewesen sein könnte“. Sein Mandant habe die Frau nicht verletzen wollen und bedauere den Vorfall, betonte Sturm, der von einer Tölpelei des 29-Jährigen sprach. Dieser habe deshalb Schmerzensgeld bezahlt.

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Staatsanwalt: Der Verehrer hat "kräftig zugelangt"

Absicht unterstellte auch Staatsanwalt Lukas Peltsarszky dem Angeklagten nicht. Im Gegensatz zu dessen Verteidiger sprach er aber von vorsätzlicher Körperverletzung. Denn: Der 29-Jährige habe noch stärker zugegriffen, als die Frau ihre Hand wegzog. „Es ist durchaus eine erhebliche Verletzung. Er muss ziemlich kräftig zugelangt haben“, war Peltsarszky überzeugt. Er forderte eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 30 Euro.

Der Richter honoriert, dass der Verehrer Schmerzensgeld zahlt

Auch Richter Walter Hell ging in seinem Urteil von Vorsatz, wenn auch nicht von Absicht aus. Der 29-Jährige habe gezielt und bewusst zugefasst, so Hell. Dass er Schmerzensgeld bezahlt habe, honorierte der Richter ausdrücklich, indem er die Zahl der Tagessätze gegenüber der Forderung des Staatsanwaltes auf 80 reduzierte. Die Alkoholisierung ließ Hell indes nicht strafmildernd gelten. „Wir leben halt nicht mehr im Mittelalter“, gab er dem Angeklagten noch mit auf den Weg. Wenn eine Frau Nein sage, müsse das genügen.

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