1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. In Pichl treffen sich Meerjungfrauen mit Naturgeistern

Aindling-Pichl 

03.07.2017

In Pichl treffen sich Meerjungfrauen mit Naturgeistern

IMG_0485.JPG
3 Bilder
Naturgeister feiern auf Schloss Pichl.
Bild: Anna Schmid

Druiden, Blumen und Elfen. Fantasievolles Naturgeisterfest auf Schloss Pichl. Worum es dem Veranstalter geht.

Zarte Blütenblätter fächern sich um ihren Körper, rote Haare, tiefrote Lippen – eine Mohnblume. Sie verkörpert eines der vielen Wesen, die sich am Samstag und Sonntag auf Schloss Pichl in Aindling tummeln. Auf dem malerischen Gelände findet zum ersten Mal das Naturgeisterfest statt, einer der Organisatoren davon ist Georg Brandl.

Der hochgewachsene Mann hat das Wasserschloss vor drei Jahren gekauft, nun steht er inmitten einer bunten feiernden Menschenmenge, seinen Zylinder ziert ein Zweig mit grünen Blättern. „Die Verbundenheit zur Natur wiederherstellen ist uns wichtig“, erklärt er. „Und das auf eine spielerische, geistreiche Art.“ Über dem Schlossteich und den Seerosenblättern schwirren Mücken, Wind raschelt in den hohen Bäumen. „Und wieder lernen, die einfachen Dinge wertzuschätzen.“ Durch ein kleines Tor geht es auf den Elfenpfad. Dort treten die Besucher durch angenehm duftende Rauchschwaden. „Weißer Salbei“, erklärt der Druide, der den Pfad begleitet und lächelt. Zwischen den Bäumen tummeln sich allerlei Geister und Naturwesen, Schmetterlinge, die vier Elemente. Die Kostüme stammen fast hauptsächlich von Uschi Eschenbach, einer der Mitorganisatorinnen, eines ist farbenfreudiger und kreativer als das andere. Zusammen mit den vielen Menschen mit den Hüten, Gewändern und Flügeln, die ihre Rollen mit Begeisterung und viel Liebe verkörpern, wird so eine unwirkliche Welt erschaffen. Unter mannshohen Fliegenpilzen schlummern zwei Koboldkinder im Blätterschlafsack. Als ein kleines Mädchen sie anstuppst, rollen sie sich schlaftrunken aus ihrem Lager. Zwischen den Stämmen und tief hängenden Ästen steht eine Regenwolke. Aus silbergrauen Stoffbahnen tröpfelt Perlenregen, ihr Gewand fließt bis auf den Boden.

Bänder flattern von den Bäumen, sphärische Klänge wehen von weiter weg über den Pfad, eine Flötenspielerin tanzt durch die Gäste. Ein Phönix schreitet neben ihr, flammendrote Federn umrahmen sein Gesicht. Auf der anderen Seite des Ufers, durch die tief hängenden Äste hindurch sichtbar, zwischen Schilfrohr und den morschen Holzresten eines Stegs sind Meerjungfrauen zu sehen. Violett-blaue Fischschwänze, die sich grazil über das Gras legen, türkisfarbene Haut, Muschelkronen. Ihre bunten Spiegelbilder verschwimmen im Wasser. „Wir haben 150 Akteure“, erklärt Georg Brandl. „Und am Wochenende über 3000 gemeldete Gäste.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Es gibt einen Stand mit bunt bemalten Schüsseln aus Marokko, eine Goldschmiedin, die filigranen Blattschmuck anbietet, eine Märchenerzählerin, einen Trommelverkäufer. Vor seinem Lager reihen sich riesige Trommeln auf, so groß wie Traktorreifen. Weihrauch wird angeboten, Tajine-Töpfe, Märchenschlösser aus Ton, ein Schmiedekurs. Kinder rennen schillernden Seifenblasen hinterher, die aus einer Maschine in die Luft gepustet werden, Seifenblasen über Seifenblasen.

Die Stimmung ist ausgelassen, entspannt. Eine Besucherin fasst sie mit einem Satz zusammen, während ihre kleine Tochter auf einer Bank sitzt und ihr halbes Gesicht in dem Schoko-Erdbeer-Spieß vergräbt und Streusel an ihrer Backe kleben. „Es ist einfach ein wunderschönes Fest.“

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
_WYKIGA_043.jpg
Baar

Keine Lösung bei der Kinderbetreuung in Baar in Sicht

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen