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Petersdorf-Hohenried

29.07.2010

In der Alsmooser Schule gehen wohl in einigen Jahren die Lichter aus

Diskutierten leidenschaftlich über die Zukunft der Schulen von Willprechtszell und Alsmoos: (von links) Moderator Rupert Jung, Alois Lechner vom Schulamt, Petersdorfs Bürgeremeister Johann Settele, Pöttmes' Bürgermeister Franz Schindele und Aindlings Bürgermeister Tomas Zinnecker. Foto: Johann Eibl
Bild: Johann Eibl

Mit seinen zwei Grundschulen genießt die Gemeinde Petersdorf einen Sonderstatus. Allerdings nicht mehr lange. Von Johann Eibl

Petersdorf-Hohenried. Mit seinen zwei Grundschulen genießt die Gemeinde Petersdorf einen Sonderstatus. Allerdings nicht mehr lange.

Bei einer Infoveranstaltung im Sportheim des SSV Alsmoos-Petersdorf verdeutlichte Alois Lechner als Leiter des Schulamtes in Aichach: Auch ohne Sprengeländerungen könne es einen Schulbetrieb in zwei Schulhäusern in drei Jahren spätestens nicht mehr geben. "Auch aus wirtschaftlichen Überlegungen ist dringend zur Entscheidung für ein Schulgebäude zu raten." Aus "fachlicher Sicht" riet er, die Schule Alsmoos mittelfristig zu schließen.

200 Besucher kamen, darunter viele Gemeinderäte. Zweieinhalb Stunden wurde am Dienstag leidenschaftlich debattiert. Wiederholt wurde betont: Die Entscheidung liegt bei der Regierung von Schwaben. Rupert Jung, früher Rektor der Grundschule Aichach-Nord, moderierte. Petersdorfs Bürgermeister, Johann Settele, begrüßte seine Amtskollegen aus Aindling und Pöttmes, Tomas Zinnecker und Franz Schindele, sowie mit Walter Krenz den Leiter der Verwaltung in Aindling. Er versicherte, dass die vorgebrachten Argumente der Regierung mitgeteilt werden.

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Lechners Fazit: "Das Schulamt kann höchstens bis zum Schuljahr 2012/13 den Unterrichtsbetrieb in zwei Schulhäusern genehmigen." Die Aindlinger Schüler würden ab 2011/12 abgezogen. Pöttmes wird die Gundelsdorfer Kinder bald aus Alsmoos abziehen (müssen).

Damit sei ein Standort nicht mehr zu halten. Lechner: "Wir wissen, wie bitter die Schließung einer Schule für die Betroffenen ist. Aber wo keine Kinder, da keine Schule." Das Schulamt werde tun, was möglich ist, um den Betrieb in Alsmoos bis 2012/13 aufrecht zu erhalten. Lechner: "Wenn es von den Schülerzahlen her möglich ist, könnten 2013/14 die Zweit- und Viertklässler in Alsmoos bleiben, die Erst- und Drittklässler beginnen den neuen Turnus in Willprechtszell."

Seit Jahren sind die Geburtenzahlen rückläufig, nicht nur in Petersdorf. Im Mai beantragte der Marktgemeinderat Aindling die Änderung des Schulsprengels. Das heißt: Die Kinder aus Hausen, Weichenberg und Neßlach werden nicht mehr in die Schule Alsmoos gehen. Richard Brandner, zweiter Bürgermeister Petersdorfs, sprach seinen Ratskollegen aus dem Herzen: "Wir müssen in den nächsten vier Wochen eine Stellungnahme für die Regierung abgeben. Ich bitte um Verständnis für jeden Gemeinderat, dass er sich für seine Schule einsetzt."

Brandner erinnerte an ein Gespräch 2006 bei der Regierung. Damals galt die Schule in Willprechtszell als gefährdet. Lechner erklärte, damals habe die Regierung geglaubt, in Willprechtszell bröckele es am ersten. Brandner rügte das Vorgehen Aindlings: "Da hätte man sich ein Gespräch vorher gewünscht. Unter Nachbargemeinden geht man anders miteinander um."

Johann Settele informierte, dass die Alsmooser Schule 1963 erbaut wurde und sich im Besitz der Gemeinde Petersdorf befindet. Das Gebäude in Willprechtszell entstand zehn Jahre später. Von 1993 bis 1995 sei die Schule Willprechtszell erweitert worden. Der Schuldenstand zum 31. Dezember 2010 beläuft sich auf 72 000 Euro, am 1. April 2014 werden sie getilgt sein.

Würde die Schule in Willprechtszell geschlossen, würden Aindling und Pöttmes als Mitbesitzer sicher ihre finanziellen Anteile einfordern. Zudem müsste der Schulverband wohl einen Teil des Zuschusses zurückzahlen; diese Entscheidung der Regierung würde von der späteren Nutzung abhängen. Nach jetzigem Stand würde es sich um 200 000 Euro handeln. Johann Settele belastet die Entscheidung sichtlich: "Das tut einfach weh. Unser Ziel war es immer, beide Schulen so lange wie möglich zu erhalten. Das ist es auch weiterhin." Von Johann Eibl

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