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Naturschutz

19.06.2019

In der Ecknach bei Blumenthal fehlen die Fische

20 Teilnehmer erkundeten beim Treffen des Arbeitskreises Bayern-Netz-Natur, Projekt Ecknachtal, die Landschaft nahe Blumenthal.
Bild: Lea Dick

Das Projekt Ecknachtal gibt es seit 20 Jahren. Bei der 52. Tour steht der Zustand der Gewässer im Fokus

Fließgewässer gelten dann als gelungen, wenn ein ausreichender Fischbestand vorhanden ist. In der Ecknach ist das nicht überall so. Das Thema beschäftigte jetzt die 20 Teilnehmer des Arbeitskreises Bayern-Netz-Natur, Projekt Ecknachtal, bei ihrem jüngsten Treffen. Wie es in einer Mitteilung heißt, ging es zudem um die Beseitigung hartnäckiger Gehölze bei Tödtenried (Gemeinde Sielenbach).

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Angela Rieblinger vom Landschaftspflegeverband erläuterte die Vorgehensweise sowohl auf der Fläche des Bund Naturschutz (BN) als auch auf den nördlich anschließenden Flächen der Gemeinde Sielenbach und des Landkreises. Diese Flächen wurden ursprünglich in den Jahren 2004 bis 2006 mit abwechselnd aufgeweiteten und zugeschütteten Gräben und kleineren Tümpeln neu gestaltet. Inzwischen hatten sich stellenweise hartnäckige Gehölzsäume entwickelt. Seit Februar 2018 rodet der Landschaftspflegeverband Gehölzstreifen, korrigiert Grabenkonturen und stellt Überfahrten wieder her. Auf der BN-Fläche ist diese Maßnahme am weitesten fortgeschritten. Auf dem in der Mitte entlangführenden Fahrweg wurde mit unterschiedlichen Grabendurchlässen experimentiert: außer Rohren auch einfache Rinnen oder zwei bodeneben über die Fahrbahn verlegte Baumstämme.

Am Beispiel des Ecknachverlaufs bei Morabach erläuterte Bernd Schmidbaur vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie, die bis 2027 umgesetzt sein soll. Hauptziel ist ein guter Zustand der Fließgewässer. Dieser zeichnet sich unter anderem durch den Fischbestand aus, der in der Ecknach offenbar ungenügend ist. Insbesondere die Durchgängigkeit, die im Ecknachtal durch einige Mühlen – bereits stillgelegt oder noch in Betrieb – behindert wird, lässt zu wünschen übrig. Schmidbaur zeigte am Beispiel Morabach verschiedene Lösungsmöglichkeiten auf. Die „kleine“ Lösung Ertüchtigung des Umlaufgrabens oder die „große“ Lösung Zurückverlegung des Gewässers in das ursprüngliche Bett an der tiefsten Stelle im Talboden. Es entspann sich unter den Teilnehmern eine Diskussion über Durchführbarkeit der Vorschläge. Zudem bezweifelten einige, dass die fehlende Durchgängigkeit für den mangelnden Fischbestand im Wesentlichen verantwortlich sein könne.

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Danach ging es zur Moser-Mühle bei Sielenbach. Karl-Josef Gerum vom Kreisfischereiverein berichtete in seinem Referat vom Fischbestand in der Ecknach. An dem derzeit einzigen und „vielleicht nicht unbedingt repräsentativen Messpunkt“ bei Blumenthal, so Gerum, sei 2018 ein mangelhafter Fischbestand festgestellt worden, sogar schlechter als 2017. Vor einigen Jahrzehnten sei das noch anders gewesen. Für die Verschlechterung sei eine Reihe von Faktoren verantwortlich.

Auch Pflanzenschutzmittel schaden den Tieren

Diese hätten auch mit der Landwirtschaft zu tun: etwa Einträge von Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Abschwemmungen aus landwirtschaftlichen Flächen. Stellenweise habe sich das Bachbett verändert, sei breiter und flacher geworden und erwärme sich schneller. Zudem fehlten an einigen Orten Randstreifen und schützende Uferüberhänge. Auch Fressfeinde wie Graureiher und Kormoran sowie die Zunahme von Bisam und Biber als Gewässerveränderer spielten eine Rolle.

Trotz des 20-jährigen Bestehens des Projektes Ecknachtal war die Exkursion ein normales Arbeitstreffen. Dennoch ging es danach zur „Belohnung“ in den Blumenthaler Biergarten. (AN)

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