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Welttag des Buches

21.04.2018

In der Stadtbücherei geht es um „Lesen und Tod“

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Schauspieler des Aichacher Volkstheaters lesen ausgewählte Passagen aus neuen Kriminalromanen

Ein Kommissar legt sich mit der Berliner Unterwelt an. Ein anderer liebt Amsterdam und will in keiner anderen Stadt auf der Welt leben. Knapp 20 Zuhörer sind am Donnerstagabend in der Stadtbücherei Aichach im Rahmen des Welttags des Buches auf den Spuren erfolgsverdächtiger Kriminalromane unterwegs. Vier Schauspieler des Aichacher Volkstheaters lesen Passagen aus ausgewählten Krimis vor. Für die Zuschauer heißt es: „Es geht um Lesen und Tod“.

In Berlin, Ende Mai 1934, schwindet die anfängliche Begeisterung für die Regierung Hitler, die unberechenbare SA macht vielen Bürgern Angst. Kommissar Gereon Rath gerät bei seinen aktuellen Ermittlungen ausgerechnet mit den Braunhemden aneinander. Vor allem in Form seines früheren Kollegen Reinhold Gräf, der nun für die Geheime Staatspolizei arbeitet. Das ist aber nicht das einzige Problem, mit dem sich Rath herumschlagen muss. Robert Predasch, Vorsitzender des Aichacher Volkstheaters, versucht mit der Auswahl seiner Textstellen des Romans „Lunapark“ von Volker Kutscher, die Handlungsstränge zu verbinden.

Sabine Schneider hat ihre Schwerpunkte bei Britta Bolts „Der Tote im fremden Mantel“ anders gesetzt. Pieter Posthumus, der weder Kommissar noch Detektiv ist, sondern in der internen Revision der Polizei arbeitet, liebt Amsterdam. Das hat er wohl mit dem Autorenduo Britta Böhler und Rodney Bolt, die hinter dem Pseudonym Britta Bolt stehen, gemeinsam. Susanne Lucas, Leiterin der Stadtbücherei darüber, was deren Bücher auszeichnet: „Eine sehr genaue Stadtführung durch Amsterdam.“ Unter den von Schneider ausgesuchten Schlaglichtern sind deshalb auch zwei Stellen mit Beschreibungen der Stadt sowie Passagen, die den Mordfall selbst betreffen.

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Es ist das erste Mal, dass die Schauspieler des Volkstheaters eine öffentliche Lesung vor Publikum machen. Ganz offensichtlich macht es ihnen Spaß. Sechs Bücher hatten die vier Vorleser von der Leiterin der Stadtbücherei zur Auswahl bekommen. Markus Schneider hat gleich das erste Buch, das er sich durchlas, so gut gefallen, dass er sich dafür entschied: Der erst im Februar erschienene Debüt-Roman von Jordan Harper. Ein Roadtrip und eine mitreißende Vater-Tochter-Geschichte, erzählt in einer starken Sprache. Genau die Art von Krimi, die Schneider auch privat liest. „Ich bevorzuge nordische Schriftsteller und mag es gerne düster“, erzählt er. „Ein paar markante Szenen“ herauszugreifen, fand Schneider bei der Auswahl der Passagen am schwierigsten.

Dem stimmt Sabine Schneider zu: „Man selber kennt den Inhalt.“ Aber kommen die Zuhörer mit den ausgewählten Texten mit und kann der Vorleser das Flair der Geschichte vermitteln? Schneider entschied sich deshalb, lieber ein bisschen zu viel als zu wenig vorzulesen.

So handhabt es auch Ingrid Predasch. Sie hat sich als Einzige dafür entschieden, ein Stück aus dem Kriminalroman von Jan Costin Wagner am Stück vorzulesen. Sein sechster Band der Reihe um den finnischen Polizisten Kimmo Joentaa heißt „Sakari lernt, durch Wände zu gehen“. Wobei Wagner ein Schriftsteller ist, der eigentlich die Psyche seiner Protagonisten erforscht.

„Sehr kurzweilig“ sei es gewesen, sagt Evi Neusiedl aus Inchenhofen. Die Schauspieler hätten sehr gut gelesen, lobt sie. Gerlinde Mayer aus Inchenhofen ist eigentlich keine Krimileserin. Der Vorleseabend in der Stadtbücherei hat ihr trotzdem gefallen. So geht es auch einer 47-Jährigen aus Aichach. Sie lese sowohl Krimis, als auch Geschichtliches, Autobiografien oder Liebesromane, erzählt sie. Dass sie diesmal nicht selber lesen muss, sondern zuhören kann, genießt sie.

Am heutigen Samstag stellt die Stadtbücherei von 14.30 bis 16.30 Uhr Neuerscheinungen bei Kinderbüchern vor. Am Montag, 23. April, findet von 15 bis 16 Uhr eine musikalische Lesung mit dem Burgfräulein Bö zu „Ritter Rost“ statt. Karten im Vorverkauf oder an der Nachmittagskasse.

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