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Lesung

04.07.2016

Innere Reise führt geradewegs auf einen Zahnarztstuhl

Mit einer kurzweiligen szenischen Lesung unterhielt die Autorin Isabella Archan die Besucher im Aichacher Pfarrzentrum. Die Stadtbücherei Aichach hatte die Lesung veranstaltet.
Bild: Gerlinde Drexler

Die Schauspielerin Isabelle Archan liest in Aichach aus ihrem Krimi und erzählt vom Date mit einem Serienkiller

Ein Besuch beim Zahnarzt wird mit Isabella Archan zum Abenteuer. Die 51-Jährige arbeitete viele Jahre lang als Schauspielerin an Stadt- und Staatstheatern. Vor wenigen Jahren startete sie ihre zweite Karriere als Autorin. Mit der szenischen Lesung aus ihrem Krimi „Tote haben kein Zahnweh“ begeistert Archan am Donnerstagabend die rund 30 Zuhörer in der Stadtbücherei Aichach. Die hören sich gerne noch eine Zugabe an.

Die Zutaten zu dem Krimi sind ungewöhnlich. Die Hauptperson ist eine Zahnärztin, die ausgerechnet vor Spritzen und weißen Kitteln Phobien hat. Sie wird in den Mord an einer betuchten Witwe verwickelt und macht sich aus Neugierde und Gerechtigkeitssinn auf die Suche nach dem Täter. Angelehnt hat die Autorin die Figur von Deutschlands erster ermittelnder Zahnärztin an eine mit ihr befreundete Ärztin. Die hatte Archan kennengelernt, als sie ihre Spritzenphobie, die sie tatsächlich hatte, behandeln ließ. Die Autorin ist ihre Phobie losgeworden und hat dafür mit der Zahnärztin eine Freundin gefunden.

Wer jetzt erwartet, dass die 51-Jährige am Tisch sitzend aus ihrem Krimi vorlesen würde, der täuschte sich. Mit einer „kleinen gemeinsamen Übung“ führt sie das Publikum auf eine innere Reise in die Welt der Vorstellungskraft. Und wo landen die Zuhörer? Natürlich im Behandlungsstuhl eines Zahnarztes. Mit nur wenigen Sätzen entwirft Archan das Bild der Praxis mit Instrumentenbord, dem Dentallätzchen und einem Patienten, der mit Herzklopfen und Ohrenklingeln auf den Zahnarzt wartet. Der scheint ihrer Beschreibung nach aus dem „Little Shop of Horror“ zu kommen. Das Ende des zahnärztlichen Entrees ist überraschend: Der Arzt ist das erste Mordopfer des Abends.

Derart eingestimmt, sind die Zuhörer bereit für Hedda Kernbach, das erste Mordopfer in Archans Krimi. Eine reiche Witwe, die dank ihres merkwürdigen Humors lachend stirbt. Bevor sich Archan der Hauptfigur, der Zahnärztin, zuwendet, hat sie noch eine Einlage vorbereitet. Als „Mizzi“ erzählt die gebürtige Grazerin von ihrem Date mit einem Serienkiller. Ein „kleiner Stolperstein am Anfang einer Beziehung“, von dem sich Mizzi nicht entmutigen lassen will. Auch hier gibt es natürlich einen Toten – und eine Mizzi, die sich aus einem überraschenden Grund gegen eine Beziehung mit dem „Würger“ entscheidet. Für die Zuhörer ist es ein unterhaltsamer Abend, der mit einigen Leichen garniert ist. Denn auch bei der „kleinen Übung“ zum Abschluss überlebt eine der Figuren in der Geschichte nicht. Zugabe gefällig? Das Publikum applaudiert begeistert und lässt sich von der Autorin zu „Badefreuden“ einladen. Eine Geschichte, die ein bisschen mit ihrem ersten Buch „Helene geht baden“ zu tun hat. So leicht wie Archan die szenische Lesung gestaltet, so leicht scheint ihr auch das Schreiben von der Hand zu gehen. Innerhalb von zwei Jahren hat sie drei Kriminalromane herausgebracht. Im Herbst werden zwei weitere Bücher von ihr erscheinen. Auch ein weiterer Krimi mit der ermittelnden Zahnärztin ist schon in Arbeit.

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