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Pöttmes

31.01.2019

Internetausbau: Kleine Orte müssen weiter warten

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Der Breitbandausbau im Markt Pöttmes sollte eigentlich Ende vergangenen Jahres abgeschlossen sein. Doch noch immer müssen vor allem kleinere Ortsteile warten. Symbolfoto: Veronika Lintner

Eigentlich sollten die Arbeiten bis Ende des vergangenen Jahres fertig sein. Doch das Unternehmen schaffte es nicht rechtzeitig. Nun schaltet die Gemeinde einen Anwalt ein und setzt eine letzte Frist

Bis Ende vergangenen Jahres sollte der Ausbau des schnellen Internets im Markt Pöttmes abgeschlossen sein. Eigentlich. Denn das Unternehmen DSL Mobil aus Oberndorf am Lech (Landkreis Donau-Ries), das den Auftrag dafür erhalten hatte, konnte den Zeitplan nicht einhalten. Noch immer warten Internetnutzer vor allem in den kleinsten Pöttmeser Ortsteilen auf eine schnellere Anbindung.

Die Technik sollte auf zweierlei Weise aufgerüstet werden. Einmal per VDSL. Dabei werden Glasfaserkabel zu den Verteilerkästen verlegt. Von dort werden die Haushalte per Kupferkabel angeschlossen. Manche Internetnutzer bekommen teure, aber bei der Übertragung deutlich schnellere Glasfaserkabel bis ins Haus. An manchen Orten ist das wirtschaftlicher, als einen Verteilerkasten aufzurüsten.

Die Bewohner von Reicherstein, Wiesenbach, Echsheim, Osterzhausen, Ebenried, Gundelsdorf, Grimolzhausen, Schorn und Schnellmannskreuth haben inzwischen – sofern sie einen Vertrag mit DSL Mobil abgeschlossen haben – eine Anbindung mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde. Größtenteils stehen jedoch, je nach Leitungslänge zu den Verteilerkästen, bis zu 50 Megabit pro Sekunde oder mehr zur Verfügung. Bei einem Glasfaserhausanschluss kann eine Geschwindigkeit von mindestens 100 Megabit pro Sekunde gebucht werden.

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Das schnelle Internet sollte schon seit einem halben Jahr überall funktionieren

Anders sieht es in zahlreichen kleineren Ortschaften aus. Noch immer warten sie auf ihre Glasfaseranschlüsse. Betroffen sind nach Angaben der Gemeinde die Ortsteile Wagesenberg, Immendorf, Stuben, Aumühle, Seeanger, Mandlach, Maiermühle, Holzgraf, Dieß, Dießmühle, Batzmühle, Siegersberg, Sedlbrunn, Neumühle und Teile des Ausbaugebiets in Pöttmes selbst.

Im Sommer 2016 hatte der Internetausbau begonnen. Mindestens 90 Prozent der Haushalte sollten danach mit einer Geschwindigkeit von mindestens 30 Megabit pro Sekunde versorgt sein. Stellenweise sollten sogar 100 Megabit zur Verfügung stehen. Doch schon während des Ausbaus gab es immer wieder Probleme. Das Unternehmen musste die von ihm selbst genannten Fristen für die einzelnen Ausbauschritte mehrfach nach hinten verschieben. Als Grund dafür nannte es die hohe Auslastung in der Tiefbaubranche.

Anfangs hatte es geheißen, bis Juni 2018 solle der Ausbau in der ganzen Marktgemeinde abgeschlossen sein. Stuben, Immendorf und Mandlach zum Beispiel, die noch immer auf den Vollzug warten, sollten eigentlich bereits im ersten oder zweiten Quartal 2018 an der Reihe sein. Doch schon im April 2017 korrigierte Unternehmenschef Matthias Korber die Frist für diese Ortsteile auf Nachfrage unserer Zeitung und sprach davon, dass die Arbeiten wohl „im Lauf des Jahres“ erledigt werden sollten. In einem Gespräch mit der Gemeinde verschob die Firma die Frist erneut: auf das letzte Quartal 2018. Das berichtete Geschäftsstellenleiter Stefan Hummel in der Sitzung des Marktgemeinderates. Auch diese Frist konnte die Firma letztlich nicht einhalten.

Jetzt macht die Marktgemeinde Pöttmes ernst

Die Gemeinde macht inzwischen ernst. Sie hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet und dem Unternehmen laut Hummel eine Frist bis Ende März gesetzt. Ist der Ausbau bis dahin nicht abgeschlossen, will sie das Unternehmen auf Schadenersatz verklagen.

Für die Gemeinde geht es um eine Menge Geld. Eine Förderung von 925000 Euro steht im Feuer. Sie geht verloren, wenn der Ausbau nicht fristgerecht abgeschlossen ist. Eigentlich sollte das bis Jahresende 2018 der Fall sein. Immerhin hat die Gemeinde inzwischen eine Verlängerung um ein Jahr erhalten. Am morgigen Freitag ist ein weiteres Gespräch zwischen Gemeinde und Unternehmen geplant. Der Anwalt der Gemeinde wird dabei sein.

Auch in einem Teil des Kernortes Pöttmes läuft es nun anders als erwartet. Hier hat die Deutsche Telekom der Firma DSL Mobil dem Pöttmeser Geschäftsstellenleiter zufolge den Ausbau weggeschnappt, nachdem DSL Mobil übersehen hat, die Rechte für neun Verteilerstationen zu verlängern. Die Telekom trug laut Hummel die Rechte auf sich ein und schuf damit Fakten. Wie Hummel im Gemeinderat berichtete, soll der eigenwirtschaftliche Ausbau im Pöttmeser Kernort im Frühjahr beginnen und auch noch im Frühjahr abgeschlossen sein.

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