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Motorsport

07.09.2018

Interview: Stefan Bradl spricht Klartext

Auf dem Sachsenring kehrte Stefan Bradl zurück in die Moto-GP und feierte ein gelungenes Comeback. Am Wochenende ist der Zahlinger im italienischen Misano erneut im Einsatz und hofft auf seine ersten Weltcuppunkte.
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Auf dem Sachsenring kehrte Stefan Bradl zurück in die Moto-GP und feierte ein gelungenes Comeback. Am Wochenende ist der Zahlinger im italienischen Misano erneut im Einsatz und hofft auf seine ersten Weltcuppunkte.
Bild: Hendrick Schmidt/dpa,

Der Zahlinger fährt am Wochenende sein drittes MotoGP-Rennen 2018. Im Interview spricht der 28-Jährige über seine Ziele und wie es für ihn künftig weitergeht.

Für Motorradrennfahrer Stefan Bradl geht es seit Monaten Schlag auf Schlag. Erst wurde der Zahlinger im Juli beim Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring ins kalte Wasser geworfen und machte sein erstes MotoGP-Rennen seit November 2016. Dann stürzte der 28-Jährige vier Wochen später auf der Strecke im tschechischen Brünn. Am Wochenende geht Bradl nun im italienischen Misano zum dritten Mal in diesem Jahr in der Königsklasse an den Start. Im Interview mit den Aichacher Nachrichten spricht Bradl über den bitteren Sturz, seine Ziele für das Rennen am Wochenende, die aktuelle Situation als Honda-Testfahrer und seine langfristigen Pläne.

Hallo Herr Bradl, wie geht es Ihnen nach dem Sturz in Brünn? Ist die Schultereckgelenkssprengung mittlerweile ausgeheilt?

Stefan Bradl: „Mir geht es sehr gut, meine Schulter ist soweit wieder okay. Es hat sich zwar ein bisschen hingezogen, aber vier Wochen sind ja genug Zeit, um sich auszukurieren. Ich bin guter Dinge für das Rennen in Misano und fühle mich körperlich topfit.“

Was ging Ihnen denn während des Unfalls durch den Kopf?

Bradl: „Ich war in diesem Moment einfach sehr enttäuscht. So eine Chance bekommt man schließlich nicht sehr oft. Es ist saublöd gelaufen, aber ich bin sehr froh, das nichts Schlimmeres passiert ist. Es ist aber keine einfache Situation für mich, weil ich erst an diesem Sonntag in Misano wieder die Chance habe, es besser zu machen.“

In den Tagen nach dem Rennen gab es teils hitzige Diskussionen und einer Ihrer MotoGP-Kollegen hat Ihnen schwere Vorwürfe gemacht. Wie ist die Gefühlslage jetzt, vier Wochen später?

Bradl: „Klar, ich bin nicht ganz unschuldig an dem Unfall, aber es war eben eine brenzlige Lage. Wir haben das intern besprochen, analysiert und auch untereinander geklärt. Kurz gesagt: Es ist längst Schnee von gestern. Jetzt konzentriert sich jeder wieder auf seine eigenen Aufgaben.“

Stefan Bradl: So geht es für den Motorradrennfahrer weiter

Zum Beispiel das Rennen am Sonntag im italienischen Misano. Wie haben Sie sich in den vergangenen Wochen darauf vorbereitet und was haben Sie sich vorgenommen?

Bradl: „Vor zwei Wochen war ich schon zwei Tage lang für Honda-Testfahrten vor Ort. Das habe ich natürlich genutzt, um mich auch auf das Rennen vorzubereiten. Ich gehe prinzipiell aber sehr locker an die Geschichte ran und mache mir da keinen großen Druck. Mal sehen, wie das Wetter wird und wie konkurrenzfähig ich bin. Höchste Priorität hat für mich, ins Ziel zu kommen. Aber wenn ich die Chance auf Punkte habe, möchte ich diese natürlich nutzen. Aber es ist das letzte MotoGP-Rennen für mich in diesem Jahr, das möchte ich in erster Linie genießen – wie gesagt, Druck mache ich mir deshalb keinen.“

Apropos Druck, wie haben Sie die vergangenen Monate eigentlich erlebt? Da ist ja relativ viel in kurzer Zeit auf Sie eingeprasselt.

Bradl: „Ja, gerade am Sachsenring wurde ich ins kalte Wasser geworfen. Da habe ich mir einfach gedacht: Mach es, oder lass es bleiben. Ich denke, ich habe mir selbst bewiesen, dass ich es noch kann und auf höchstem Level mitfahren kann. Das war das Schönste an der ganzen Sache. Nach dem ersten Rennen war ich zwar körperlich völlig zerstört, aber es war ein tolles Gefühl. Ich habe gesehen, dass ich noch konkurrenzfähig bin, und habe eine Menge Erfahrungen gesammelt.“

Und wie geht es jetzt für Sie weiter, auch im Hinblick auf 2019? Haben Sie schon Pläne für die Zeit nach dem vorerst letzten Rennen?

Bradl: „Die Aussichten für 2019 sind gut. Falls ich nicht wieder in der MotoGP einspringen muss, stehen wie heuer eine Menge Testfahrten unter anderem in Spanien und Japan an. Mein Vertrag als Testfahrer bei Honda wird verlängert und auch bei der TV-Geschichte sieht es gut aus. Ich werde weiterhin als Experte im Fernsehen bei ServusTV sprechen. Die haben sich nun für 2019 die Rechte an der MotoGP gesichert. Eurosport, momentan noch Rechte- inhaber, wird aussteigen. Ich habe natürlich den Vorteil, dass ich nah an der Szene dran und auch selbst immer wieder dabei bin. Ich habe viele Bekannte, Freunde und Kontakte in der Szene, und dementsprechend viele Infos. Das hilft mir in der Branche ungemein. Auch dass ich für die Testfahrten immer öfter unterwegs bin und Einblicke in die Entwicklungsarbeiten bekomme, macht mir viel Spaß. Ich finde es total interessant, auch die andere Seite kennenzulernen, und die Leute sind zufrieden mit meiner Arbeit. Ich bin wirklich happy mit der aktuellen Situation und hoffe, dass das so weiter geht.“

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