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Service-Zufriedenheit

09.02.2015

Ist der Bürger im Landratsamt König?

Landratsamt Aichach-Friedberg in der Münchener Straße in Aichach.
Bild: Archivfoto: Gerlinde Drexler

Mehrheit im Kreisausschuss hält eine Befragung durch ein Marktforschungsinstitut für nicht nötig. Kosten schrecken

Der Kunde soll bekanntlich König sein – gilt das auch für den Bürger beim Landratsamt in Aichach? So richtig weiß das keiner. Rückmeldungen gibt’s immer, aber ein genereller Überblick ist nur durch eine Befragung möglich. Vor 15 Jahren hat die Verwaltung im Blauen Palais selbst mal bei ihren „Kunden“ nachgehakt und würde sich heute einen Zufriedenheits-Barometer durchaus wünschen. Ziele: Offenlegung von Stärken und Schwächen. Größere Akzeptanz beim Bürger. Wo gibt’s Verbesserungsmöglichkeiten und wie liegt die Behörde im Vergleich zu anderen Landratsämtern?

Der Kreisausschuss hat eine professionelle Bürgerbefragung über die Zufriedenheit mit dem Service im Landratsamt jetzt aber abgelehnt. Der Landkreistag bietet so eine Analyse in Zusammenarbeit mit einem Marktforschungsinstitut an. Befragt werden Bürger nach einem Kontakt mit der Behörde. Dauer: 15 Minuten. Dabei könnten sechs Sachgebiete ausgewählt werden. Insgesamt würden 400 Bürger ab April bis Juni interviewt. Dabei werden von den Landratsämtern in der Regel die Abteilungen mit dem größten Kundenkontakt (KFZ-Zulassung, Bauamt, Jugendamt) ausgewählt. Die Befragung kostet 15000 Euro, allerdings nur, wenn mindestens zehn Landratsämter in Bayern teilnehmen. Sonst wird es noch teurer. Aus Schwaben haben zuletzt die Kreise Oberallgäu und Donau-Ries mitgemacht.

Den meisten Kreisräten war das zu viel Geld für einen überschaubaren Nutzen. Und Johann Settele (CSU) ist sich sicher, dass die Bürger aus dem Kreis mit Kritik oder Beschwerden am Landratsamt gegenüber den Kommunalpolitikern vor Ort nicht hinter dem Berg halten würden. Landrat Klaus Metzger hat ja schon mehrmals kundgetan, dass die Bürger bei Anliegen direkt bei ihm im Büro in Aichach durchklingeln können. Und das werde auch genutzt, so Metzger.

Der Kissinger Bürgermeister Manfred Wolf (SPD) war dennoch anderer Meinung: Das Landratsamt sei ein Dienstleister und mittlerweile komme kein Unternehmen aus dieser Branche an einer Kundenbefragung vorbei: „Das ist doch heute Standard.“ Nur Wolf und Erich Nagl (Freie Wähler) stimmten für die Befragung. (cli)

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