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19.05.2020

Jahrhundertfeier der Krieger ist abgesagt

Die vor drei Jahren renovierte Fahne des Krieger- und Soldatenvereins Pichl mit (links) Fahnenträger Albert Marquard und rechts dem Vorsitzenden Hermann Thumbach.
Bild: Josef Kigle

Der Soldatenverein Pichl verschiebt sein Jubiläum um ein Jahr. Der Patenverein ist schon gefunden

Seit vielen Monaten machten sich der Vorstand und der eigens gegründete Festausschuss des Krieger- und Soldatenvereins Pichl Gedanken über den Ablauf des Festes zum 100-jährigen Bestehen, das man am 13. und 14. Juni feiern wollte. Aber dann kam das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August. Deshalb wurde beschlossen, die zwei Festtage im Juni 2021 nachzuholen, so Vorsitzender Hermann Thumbach.

Man wollte die 100 Jahre mit einigen befreundeten Vereinen feiern, als Patenverein war der KSV Willprechtszell-Schönleiten auserkoren, man war Mitte Februar beim Patenbitten in Willprechtszell und konnte mit viel Freibier und einem Essen überzeugen. Auch das Programm stand bereits fest, mit viel Geselligkeit und Ehrungen.

Doch es lohnte sich, mal in die Chronik dieses nun 100 Jahre alten Vereins zu blicken. Das Erlebnis soldatischer Kameradschaft im Felde, sowie das Gedenken an die Gefallenen und vermissten Kameraden, führten die ehemaligen Soldaten in Ihren Heimatorten oft zu Erlebnisaustausch und Gesprächen zusammen. Auf diese Weise entstanden die Krieger- und Soldatenvereine, so geschehen am 19. Dezember 1920, als auf Vorschlag des Zimmerermeisters Josef Götzenberger aus Edenhausen alle Kriegsteilnehmer aus Pichl, Eisingersdorf und Edenhausen eingeladen waren. Es kamen 62 Kameraden, die sofort dem neu gegründeten Verein beitraten. Vorsitzender wurde Josef Götzenberger, der damalige Baron Manfred Freiherr von Schaezler wurde als Präses gewählt.

Jahrhundertfeier der Krieger ist abgesagt

Als Aufnahmegebühr hatte jedes Mitglied zehn Reichsmark zu zahlen. Bereits am 26. Dezember beschloss man, eine Vereinsfahne zu kaufen und sammelte in den drei Ortschaften insgesamt 2790 Reichsmark. Am 17. Juli 1921 fand die Fahnenweihe statt, wozu 25 Brudervereine kamen und die damalige Musikkapelle Pichl aufspielte. Im Jahre 1922 kaufte man eine Pulverkanone bei der Firma Zimmermann in Rosenheim, die bis vor rund zehn Jahren noch in Betrieb war.

Von 1945 bis 1952 gab ess bedingt durch einen Erlass der Alliierten keine Vereinstätigkeit und erst 1952 ging das Vereinsleben weiter. Im Jahre 1970 feierte der KSV Pichl sein 50-jähriges Jubiläum im kleineren Kreis. 1981 übernahm Alois Engelhart sen. den Vorsitz, den 2003 der heutige Vorsitzende Hermann Thumbach übernahm. Im Jahre 1995 feierte man das 75-jährige Bestehen mit einem Dreitagesfest in der Seemüllerhalle.

Der KSV Pichl belebt das Vereinsgeschehen durch viele Aktivitäten, wichtig ist aber auch die alljährliche Teilnahme bei der Kriegerwallfahrt in Maria im Elend. Man ist bestrebt, das Alte zu bewahren und immer wieder junge Burschen in den Verein zu integrieren. Vor drei Jahren wurde die Fahne überholt, und gerne hätte Fähnrich Albert Marquart sie beim Fest vorgezeigt.

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