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Aichach

08.11.2019

Jemen Kinderhilfe: So hilft das Aichacher Hilfsprojekt

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2 Bilder
In dieses von der Jemen Kinderhilfe erworbene Haus des Friedens, das in einem sicheren Stadtteil von Taizz liegt, sollen schon bald 73 Kriegswaisen-Buben und mittellose ältere Personen einziehen. Das zweite, noch im Rohbau befindliche Geschoss wollen die älteren Jungs mit Hilfe eines Bauingenieurs und mit Material aus zerstörten Häusern ausbauen.
Bild: Ali Al Sufi

Die Jemenhilfe kauft das Kinderhaus "Salam" in der Stadt Taizz. Hier sollen Kriegswaisen, Witwen und mittellose Alte auf 230 Quadratmetern unterkommen.

Ein Haus des Friedens soll es werden, das Kinderhaus „Salam“ der Aichacher Hilfsorganisation Jemen Kinderhilfe. In Taizz im Bürgerkriegsland Jemen sollen darin schon bald Kriegswaisen, Witwen und mittellose Alte eine sichere Bleibe finden. Möglich machen will dies die Aichacher Hilfsorganisation Jemen Kinderhilfe unter ihrer Vorsitzenden Aenne Rappel, die sich in Taizz und Umgebung seit mehr als 20 Jahren intensiv sozial engagiert.

Wie berichtet, betreut die Jemen Kinderhilfe unter anderem in einer Wohnung mitten im Kriegsgebiet derzeit 73 Kriegswaisen-Buben und einige Alte. Nachdem der Hauseigentümer den Mietvertrag wegen Eigenbedarfs gekündigt hatte, war in der von den Saudis zerbombten Stadt kein geeignetes Mietobjekt mehr zu finden. Die Hilfsorganisation hat sich daraufhin zum Erwerb eines eigenen Hauses entschieden. In einem relativ sicheren, von Regierungstruppen kontrollierten Stadtteil von Taizz, konnte schließlich ein geeignetes Objekt gefunden werden.

Erleichtert und voller Zuversicht: Jemenhilfe-Vorsitzende Aenne Rappel zeigt am Computer ein Bild vom neu erworbenen Haus des Friedens, das in einem sicheren Stadtteil von Taizz liegt und in das schon bald 73 Kriegswaisen-Buben und mittellose ältere Personen einziehen können.
Bild: Manfred Zeiselmair

Jemen Kinderhilfe: Das bringt das neue Haus

Auf Nachfrage teilt die Vorsitzende Aenne Rappel nun mit, dass der Kauf des Hauses protokolliert sei. „Es ist vollbracht“, sagt sie und klingt erleichtert. Zum einen, weil es „ein sehr langer Weg“ war, bis endlich alle Unterschriften und die Überweisung geleistet waren. Zum anderen, „weil wir ohne die große Spendenbereitschaft unserer Mitglieder und Freunde das Projekt nicht so leicht hätten stemmen können“, so die 84-Jährige.

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„Überwältigt“ sei sie und dankbar über die knapp 45000 Euro, die seit Bekanntwerden der Spenden-Aktion auf dem Hilfskonto des Vereins eingegangen seien. Auch wenn dieser Betrag bei weitem nicht für den Kauf und Ausbau des Hauses ausreiche, schaue sie doch zuversichtlich in die Zukunft. „Wir sind an unsere finanziellen Grenzen gestoßen“, erklärt sie. Dennoch sei „Dank der vielen Spenden, den Mitteln unserer Stiftung, dem Förderverein und der Kinderhilfe“ der Hauskauf die einzig mögliche und auch richtige Konsequenz gewesen.

Das erworbene Haus habe eine Grundfläche von 230 Quadratmetern und besitze einen von einer hohen Mauer umgebenen Innenhof. Diese Umfriedung sei laut Rappel nötig, damit sich dort auch die später einziehenden Frauen ungestört aufhalten können. Laut Rappel sei das Fundament des Gebäudes so ausgelegt, dass man es bis auf sieben Stockwerke erweitern könne.

„Derzeit bessern die großen Jungs kleinere Schäden aus“, berichtet sie. Rappel ist unheimlich stolz auf die jungen Männer, die zudem dabei sind, den zweiten, noch im Rohbau befindlichen Stock, unter der Leitung eines Bauingenieurs auszubauen. Dort sollen einmal die betreuten 25 Mädchen und 15 Kriegswitwen unterkommen, die jetzt noch in einer von der Kinderhilfe angemieteten Wohnung leben. Der Umzug der Buben im Alter von sechs bis 25 Jahren und der unterstützten Alten werde wohl bereits in der ersten Novemberwoche über die Bühne gehen, so Rappel.

So können Sie Kindern im Jemen helfen

Immer wieder werde sie gefragt, ob die Hilfsorganisation denn trotz der Kriegswirren noch im Jemen tätig sei. Für Rappel ist das eine Selbstverständlichkeit. Selbstbewusst erklärt sie: „Wir geben nicht auf. Im Gegenteil. Ich stehe momentan mindestens ein Mal die Woche in telefonischem Kontakt mit meinen Leuten vor Ort. Gerade in der Not fühlen wir uns mehr denn je verpflichtet zu helfen, wo immer wir können.“

Während des Gesprächs ruft eine 80-jährige Frau aus Lübbenau im Spessart an und erkundigt sich. Rappel informiert geduldig über die Aktivitäten und den Hauskauf, worauf ihr die Anruferin finanzielle Unterstützung zusichert. Solche Anrufe bekomme sie zwei- bis dreimal die Woche, sagt Rappel. „Viele Leute wollen ihr Geld lieber unserer kleinen Organisation geben, weil wir unsere Kinder und Jugendlichen seit Jahren betreuen und wie eine große Familie sind“, erklärt sie. Während dieser Gespräche erzählen ihr die Leute oft von erlittenen Schicksalsschlägen und schweren Krankheiten, so Rappel: „Wenn ich sie dann über den Krieg und die Lage unserer Waisenkinder informiere, freuen sie sich, dass sie mit ihrer Spende anderen helfen können, zu überleben.“

Wer etwas zum Ausbau des Kinderhauses „Salam“ beisteuern möchte, kann dies tun mit einer Spende an die Jemen Kinderhilfe, Stichwort „Bausteine Kinderhaus“, Konto Stadtsparkasse Aichach-Schrobenhausen, IBAN DE49 7205 1210 0560 1916 45.

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