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Natur

24.08.2018

Jetzt summt es wieder lauter im Staatswald

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Von Derching im Norden bis Schongau im Süden reicht das Projekt „Der Wald blüht auf“ des Betriebs Landsberg der Bayerischen Staatsforsten, bei dem zahlreiche Blühwiesen geschaffen werden, die Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten bieten – wie für diese Biene im Freienrieder Forst zwischen Adelzhausen und Eurasburg.
Bild: Fotos: Philip Bahnmüller (2), Angela Stengeli

Staatsforsten haben Blühwiesen auch im Kreis neu angelegt und pflegen bestehende Biotope. Unter anderem im Derchinger, Freienrieder und Landmannsdorfer Forst.

Auf 16 Flächen haben die Förster des Forstbetriebs Landsberg ehemalige Holzlagerplätze und einfache Wiesen im Staatswald in der Region in Blütenmeere verwandelt, in denen sich nun Schmetterlinge, Hummeln, Bienen und Käfer tummeln. Der Großteil des Staatswalds im Wittelsbacher Land wird vom Landsberger Betrieb bewirtschaftet. Im Landkreis sind jetzt solche Flächen auf insgesamt 1,3 Hektar, also eineinhalb Fußballplätzen, im Derchinger, Landmannsdorfer, Freienrieder und im Eurasburger Forst zu finden. Blühflächen wurden zum Teil neu angelegt, und bereits ältere, bestehende, ökologisch wertvolle Blühflächen sind zur Pflege im Spätsommer vorgesehen.

In ganz Bayern verteilt, sind in den vergangenen Monaten über 500 Blühflächen in der Größe von rund 185 Fußballfeldern (130 Hektar) entstanden, weitere 15 Hektar sollen noch im Herbst folgen. Die Bayerischen Staatsforsten haben dafür, unterstützt vom Freistaat, rund eine Million Euro ausgegeben und rund drei Tonnen Saatgut ausgebracht. Dazu sollen in den nächsten Monaten noch 15 Hektar Streuobstwiesen und blühende Waldsäume kommen, sowie 25 Hektar sogenannte Offenlandbiotope gepflegt werden.

Regionalität ist besonders wichtig

„So konnten wir Flächen, die vorher für Insekten kaum interessant waren, deutlich aufwerten“, erklärt Förster Andreas Brem laut einer Mitteilung des Betriebs Landsberg. Solche Blühwiesen seien inzwischen leider ziemlich rar: „Wenn wir mit diesem Naturschutz-Projekt einen kleinen Beitrag gegen das Insektensterben leisten können, hat sich der Aufwand gelohnt“, sagt Brem. Im Frühjahr haben er und seine Kollegen von Derchinger und Eurasburger Forst im Norden bis nach Schongau im Süden passende Flächen ausgesucht, dort den Boden für die Saat vorbereitet und das Saatgut ausgebracht. Dabei kamen spezielle Saatgut-Mischungen zum Einsatz. Robert Bocksberger, Leiter des Forstbetriebs erläutert: „Die Regionalität ist beim Saatgut besonders wichtig. Wir wollen schließlich keine heimischen Blumenarten verdrängen, sondern genau diese wieder vermehrt ansiedeln.“ Das sei gut gelungen. Wenn alles klappt, kommen im nächsten Jahr weitere Blühwiesen dazu. „Den größten Aufwand hat man im ersten Jahr, beim Anlegen der Flächen“, erläutert Andreas Brem aus. „Die zukünftige Pflege der Blühwiesen erfolge dann sehr schonend. Höchstens einmal im Jahr, gegen Ende des Sommers, werden die Wiesen gemäht, damit die Vielfalt der Blumen und Kräuter erhalten bleibt.“

Der Waldanteil im Landkreis Aichach-Friedberg liegt bei 20000 Hektar. Das entspricht rund 25 Prozent der Gesamtfläche des Wittelsbacher Landes. Fast Dreiviertel der Waldfläche im Wittelsbacher Land gehören privaten Waldbesitzern. Neben 4000 Hektar Großprivatwald liegt das Schwergewicht der übrigen Fläche deutlich bei Klein- und Kleinstbetrieben bis zu fünf Hektar. Etwa zehn Prozent der Waldfläche (rund 2000 Hektar) befinden sich im Eigentum der Kommunen, 3000 Hektar (30 Quadratkilometer) sind Staatswald. Dieser wird vor allem vom Forstbetrieb Landsberg bewirtschaftet.

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