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Baar

22.01.2020

Josef Ruisinger als dritter Bürgermeisterkandidat nominiert

Vor sechs Jahren hat Konrad Dallmayr (links) das Rennen um den Bürgermeisterposten gegen den amtierenden Rathauschef, Leonhard Kandler, verloren. Nun unterstützt er als Vorsitzender des Bürgervereins Oberes Paartal Josef Ruisinger bei seiner Kandidatur.
Bild: Stefanie Brand

Plus Der 68-jährige Landwirt in Rente geht für den Bürgerverein Oberes Paartal in Baar ins Rennen. Die Besucher wollen von ihm genau wissen, was er alles plant.

Buchstäblich kurz vor Schluss ist der Bürgerverein Oberes Paartal aufgestanden, um ebenfalls einen Bürgermeisterkandidaten für die Gemeinde Baar ins Rennen zu schicken. Josef Ruisinger kandidiert nun auch um die Nachfolge von Leonhard Kandler, der aktuell seine letzte Amtszeit als Baarer Rathauschef bestreitet. Am Montagabend fand die offizielle Aufstellungsversammlung statt, zu der 37 Baarer kamen. 19 waren stimmberechtigt, hatten also noch auf keiner der anderen beiden Baarer Listen einen Wahlvorschlag unterzeichnet.

Die Wählergemeinschaft Baar (WGB) Roman Pekis als Bürgermeisterkandidat nominiert und stellt eine Liste von 24 interessierten Gemeinderatsanwärtern. Die Unabhängige Liste Baar (ULB) setzt auf Josef Reiter und 19 Gemeinderatsanwärter. Der Bürgerverein Oberes Paartal nominierte nun im Gasthof Bartlmä in Oberbaar mit 17 von 19 Stimmen Josef Ruisinger als Bürgermeisterkandidat. Eine Liste mit Gemeinderatskandidaten stellt der Bürgerverein nicht. Und auch wenn der Bürgerverein vornehmlich im Hintergrund agiert, wie Vorsitzender Konrad Dallmayr erklärte, sind die Hauptakteure des Vereins vor allem bei der älteren Generation wohlbekannt.

Johanna Ruisinger hat "beratend" unterstützt

„Der Bürgerverein traut sich wieder aus der Deckung.“ Mit diesen Worten leitete Dallmayr die Aufstellungsversammlung ein und erinnerte daran, dass es mit seiner eigenen Kandidatur vor sechs Jahren nicht geklappt habe. Der kleine Spaß am Rande – er wolle es heuer wieder probieren – brachte ihm keine Lacher ein. Schnell schwenkte er um auf die Abarbeitung der Agenda und die formgerechte Aufbereitung der Wahlunterlagen, bei der er von Johanna Ruisinger, der Vorsitzenden der ULB und der Ehefrau von Bürgermeisterkandidat Josef Ruisinger, „beratend“ unterstützt wurde, wie die amtierende Gemeinderätin betonte. Auf Rückfrage versicherte sie auch, dass es rechtlich kein Problem sei, dass ihr Ehemann als Bürgermeister kandidiere und sie sich zeitgleich für einen Platz im Gemeinderat engagiere.

Josef Ruisinger als dritter Bürgermeisterkandidat nominiert

Die kurze Vorstellung, die Ruisinger als Bürgermeister-Kandidat gab, in der er erklärte er sei ein „Austragler“, also ein Landwirt in Rente, habe drei Kinder und war einst eine „treibende Kraft im Baarer Freiheitskampf“, reichte den Anwesenden nicht aus. Sie wollten genau wissen, was Ruisinger bewegen will, wenn er am 15. März zum Baarer Bürgermeister gewählt werden sollte.

Ruisinger erklärte, dass sein Vorteil die Unabhängigkeit sei, denn der Bürgerverein Oberes Paartal stelle keine Gemeinderatskandidaten. Nur die ULB und die WGB schicken Kandidaten fürs Gremium ins Rennen. Inhaltlich seien die Vorgaben bereits gesetzt. Die Themen Schule, Krippe und auch die Friedhofsmauer in Oberbaar, für die Ruisinger bereits an einem „Deal“ mit der Kirche denkt, seien bereits gesetzt. Zudem wolle er die „Fehler der Vergangenheit“ nicht wiederholen. Zum Hochwasserschutz habe sich nichts getan, in die Dorferneuerung sei zweimal erfolglos Geld und Zeit investiert worden und im Bauhof sei ohne Ausschreibung ein weiterer Mitarbeiter eingestellt worden und trotzdem würden weiterhin Aufgaben extern vergeben. Die Sanierung der Kläranlage könne auch mithilfe von Reparaturen erfolgen. Die Straße nach Maria im Elend stehe ebenfalls auf der Agenda. Zudem müsse sich die Gemeinde über Zuschüsse erkundigen.

Ruisinger: Bürgermeister hat viel schleifen lassen

Eine weitere Steilvorlage lieferte Dallmayr dem Bürgermeisterkandidaten mit dieser Frage: Ist zu erwarten, dass Baar wieder die Fäden in die Hand nimmt? Der Vorsitzende des Bürgervereins Oberes Paartal formulierte diese Frage noch einmal genauer und fragte nach, ob es künftig wieder so sei, dass die Gemeinde Baar die Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) beauftrage und nicht länger VG-Mitarbeiter – wie etwa Stefan Hummel, Peter Fesenmeir und Daniel Maile – die Gemeinde diktierten. Ruisinger erwiderte daraufhin, dass die VG viel tue, wohingegen der Bürgermeister viel habe schleifen lassen. Die Eigeninitiative sei hier gleich null gewesen. „Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich Bürger und Gemeinderäte viel mehr einbinden“, erklärte Ruisinger. Ähnlich wie im Freiheitskampf von damals, nach dem Baar selbstständig wurde, stehe er für ein gemeinsames Baar – und zwar ohne Listen im Ort.

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