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Jugend forscht 2020

19.02.2020

Junge Forscherinnen entwickeln biologisch abbaubare Folie

Sarah Felber (links) und ihre Klassenkameradin Luisa arbeiten an einer biologisch abbaubaren Frischhaltefolie.
Bild: Anna-Lena Bruggner

Plus Sarah Felber und eine Klassenkameradin aus Kühbach könnten ein Müllproblem lösen. Sarahs Schwester Melanie stellt Naturkosmetik her.

Die beiden Schwestern Sarah und Melanie Felber, 16 und 14 Jahre alt, aus Kühbach arbeiten beide am Müllproblem. Mit ihren Ideen nehmen die beiden Schülerinnen des Gymnasiums in Schrobenhausen am Schülerwettbewerb Jugend forscht teil. Am Mittwoch stellen sie ihre Projekte beim Regionalentscheid in Augsburg vor. Aus der Region kommen weitere gute Ideen.

Sarah tritt mit einer Klassenkameradin im Fachbereich Chemie mit einer biologisch abbaubaren Folie an, um den Unmengen an Plastikmüll zu begegnen. Melanie möchte im Wettbewerb Schüler experimentieren für die Teilnehmer unter 15 Jahren mit selbst hergestellter Naturkosmetik im Fachbereich Biologie zu mehr Natürlichkeit anregen.

Jugend Forscht: Melanie Felber stellt natürliche Kosmetikartikel her.
Bild: Anna-Lena Bruggner

Sarah und ihre Klassenkameradin Luisa Hofer, 15, waren geschockt von den Mengen an Plastikmüll, der auch nicht verrottet. Deshalb arbeiten sie an einer biologisch abbaubaren Alternative zu Frischhaltefolie. Sie besteht aus Stärke, Schwefel, Wasser, Glycerin und Gelatine. Das Rezept dazu bekamen sie im Wahlkurs Jugend forscht von ihrem Lehrer Christian Beer, der den Kurs vor ein paar Jahren ins Leben gerufen hat.

Ihre ausgeklügelten Ideen zeigen Schüler beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht im Augsburger MAN-Museum.
48 Bilder
Jugend forscht 2020: Alle Bilder vom Regionalwettbewerb in Augsburg
Bild: Christoph Lotter

Mit der Folie haben sie viele Versuche durchgeführt

Bereits in der achten Klasse haben die beiden angefangen, an ihrem Projekt zu arbeiten. Seitdem haben sie einige Versuche mit der Folie durchgeführt. Neben der Festigkeit, untersuchten sie auch, wie sich die Folie in unterschiedlichen Flüssigkeiten wie Wein, Öl, Essig oder Milch verhält. Dabei fanden sie heraus, dass die Folie bei Berührung mit Wasser schnell glitschig und brüchig wird. „Das ist natürlich nicht der Sinn“, sagt Sarah. Denn ihr Produkt soll wie Frischhaltefolie verwendet werden können. Deshalb versuchten sie, die Folie, mit einer Wachsschicht gegen Wasser beständig zu machen. Das funktioniert momentan noch nicht so gut, wie die beiden erklären. In Wasser ist die Folie nach mehr als 100 Tagen abgebaut, fanden sie heraus.

Die Folie wurde unter anderem in Rotwein und Essig gelegt und anschließend wieder getrocknet. Hier sieht man, dass die Folie die Farben der Flüssigkeiten angenommen hat.
Bild: Anna-Lena Bruggner

Die beiden Klassenkameradinnen sind nicht das erste Mal mit ihrem Projekt bei Jugend forscht dabei: Im vergangenen Jahr beim Regionalwettbewerb in Ingolstadt waren sie allerdings noch nicht weit genug mit ihren Versuchen. Auch jetzt ist die Arbeit an ihrem Projekt noch nicht beendet. „Es gibt immer viel zu tun“, sagt Luisa. Die beiden wollen ihre Folie so weiterentwickeln, dass sie eine echte Alternative zu herkömmlichen Folien ist.

Siegerin aus Friedberg hat es in TV-Show geschafft

Wie erfolgreich solche Bestrebungen von Schülern sein können, zeigt das Beispiel von Leonie Prillwitz aus Friedberg. Die 15-Jährige gewann vergangenes Jahr mit ihrem Mikroplastikfilter für die Waschmaschine den Regionalwettbewerb von Jugend forscht. Außerdem erhielt sie den Sonderpreis des bayerischen Staatsministers für Bildung und Kultus für das beste interdisziplinäre Projekt. Und vor Kurzem präsentierte sie ihre Arbeit in der TV-Show „Das Jugend-Ding des Jahres“.

Für Sarah und Luisa steht jetzt aber erst mal der Regionalwettbewerb bevor. Sie hoffen ebenso auf einen Preis wie Sarahs Schwester Melanie bei Schüler experimentieren.

Neben losen Seifen und Badebomben hat Melanie auch Hand und Lippencremes hergestellt, die sie abfüllt und mit Schildern versieht.
Bild: Anna-Lena Bruggner

Die 14-Jährige stellt selbst Naturkosmetik aus hautfreundlichen und natürlichen Stoffen her. Damit will sie dazu anregen, die eigenen Kosmetikartikel selber herzustellen, anstatt immer alles zu kaufen. Deshalb nutzt sie für ihre Produkte Stoffe wie Bienenwachs oder Natron, die leicht zu besorgen sind. Die Rezepte für ihre Produkte fand sie im Internet. Bereits seit 2017 arbeitet sie daran, zuerst in einer Gruppe, nachdem diese sich aufgelöst hat, allein. Mittlerweile hat sie Seifen, Badebomben, Lippenpflegestifte und Handcremes im Programm.

Mit denen führt sie auch Versuche durch, beispielsweise, wie stark ihre Badebomben sprudeln. Auch sie war schon vergangenes Jahr mit ihren Kosmetikprodukten bei Schüler experimentieren dabei. Nach dem Regionalwettbewerb möchte sie sich im Wahlkurs einem neuen Projekt widmen, eine Idee dazu hat sie noch nicht.

Schwestern aus Kühbach nahmen an anderen Wettbewerben teil

Neben Jugend forscht haben beide Schwestern auch schon an einem anderen Wettbewerb teilgenommen. Bereits viermal machten sie gemeinsam bei „Experimente – Antworten“ mit. „Dabei müssen naturwissenschaftliche Aufgaben in mehreren Runden beantwortet werden“, erklärt Sarah. Schon dreimal wurden sie dabei für den Superpreis nach München eingeladen. Dabei ist das Experimentieren für beide keine Belastung neben der Schule. Das meiste könnten sie in ihrem Wahlkurs mit Unterstützung ihrer Lehrerin Lisa Bollwein, die den Kurs vorübergehend übernommen hat, erledigen, erzählen sie. Man merkt ihnen an, wie viel Spaß sie am Experimentieren und Entdecken haben. Sarah sagt: „Die Arbeit an dem Projekt ist wie Freizeit für mich.“

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