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Sudeten

19.01.2016

Junge Tschechen fragen nach

Der Ortsobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft Aichach, Gert Schwank (rechts), bedankt sich beim Referenten Rupert Reitberger für seine Filmdarbietung „Holzdrift aus dem Böhmerwald“.
Bild: Manfred Martin

Die deutsche Vergangenheit interessiert den Nachwuchs im Nachbarland

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Tausende von Heimatvertriebenen, vorwiegend aus dem Sudetenland, nach Aichach und die umliegenden Gemeinden. Sie waren Flüchtlinge, aber sie bauten den altbairischen Landstrich mit auf. Heute bemüht sich die 1949 ins Leben gerufene Sudetendeutsche Landsmannschaft (SL) unter Leitung von Ortsobmann Gert Schwank (fast fünf Jahre im Amt), nicht nur in der Vergangenheit zu leben.

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Aktuell widmet sich die SL auch in Aichach der Annäherung zwischen jungen Tschechen und Sudetendeutschen. In einer sehr gut besuchten Veranstaltung im Gasthof Specht präsentierte Rupert Reitberger zusammen mit Carola Kögl einen Film zum Thema „Holzdrift auf dem Schwarzenberger Kanal aus dem Böhmerwald in die Moldau und in die Donau“. Teil eins des von einem jungen tschechischen Team dokumentierten Streifens war somit der Vergangenheit, aber Teil zwei der aktuellen Spurensuche junger Tschechen nach der sudetendeutschen Geschichte jenseits der Grenze gewidmet.

So war beispielsweise ein 16-jähriger tschechischer Jugendlicher mit der Kamera unterwegs, um verfallene ehemals deutsche Dörfer und außerdem verfallene Grabdenkmäler mit deutschen Inschriften zu dokumentieren. In der Reihe „Nachbarn“ hat auch das Bayerische Fernsehen darüber berichtet. Reitberger: „Die junge Generation in der Tschechischen Republik stellt mittlerweile Fragen und will wissen, wer da früher gelebt hat.“ Es gehe um Fragen, die jahrzehntelang in der Zeit des Kommunismus weder gestellt noch beantwortet wurden.

Am Ende ließ der Film viele nachdenkliche und auch durchaus betroffene Gesichter dieser Veranstaltung der SL zurück. (gps)

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