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Kritik

28.05.2018

Junges Paar erhebt Vorwürfe nach Brauereifest Kühbach

Voll war es vor zweieinhalb Wochen beim Auftakt des Kühbacher Brauereifestes im Festzelt. Am Abend darauf soll ein Zwischenfall passiert sein, der nun möglicherweise ein Nachspiel hat.
Bild: Archivbild: Josef Mörtl

Ein junges Paar aus Aichach erhebt zwei Wochen nach dem Kühbacher Brauereifest Vorwürfe gegen die Polizei und den privaten Sicherheitsdienst.

Von wenigen Zwischenfällen und einem ruhigen Fest sprach die Aichacher Polizei vor zwei Wochen nach dem Kühbacher Brauereifest. Ein Vorfall, der in der damaligen Bilanz nicht auftauchte, zieht jetzt Kreise. Ein junges Paar erhebt Vorwürfe gegen die Polizei und den privaten Sicherheitsdienst.

Lisa Orth, 22, aus Aichach und Thomas Failer, 23, aus Ecknach waren am zweiten Tag mit einer Gruppe von zehn bis 15 Leuten im Festzelt. Als die Band bei der Zugabe war, sei er auf den Tisch gestiegen, erzählt Failer. Das ist verboten, weil die Tische brechen und die Gäste sich verletzen könnten. Orth zufolge hatte vorher, als ihr Freund nicht da war, ein Sicherheitsmitarbeiter die Gruppe aufgefordert, vom Tisch herunterzusteigen. Deshalb riet sie ihrem Freund nach seiner Rückkehr, sich lieber auf die Bank zu stellen. Obwohl er das tat, habe der Mitarbeiter ihn heruntergezogen. Das Paar erzählt, der Mitarbeiter, der kleiner als Failer gewesen sei, habe erfolglos versucht, diesen herunterzudrücken. Laut Failer würgte der Mitarbeiter ihn sogar.

Security-Mitarbeiter soll versucht haben, Gast zu schlagen

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Daraufhin habe der Mitarbeiter ihn zum Raucherbereich und hinter einen Bauzaun geschubst. Auf dem Weg schloss sich auf die Bitte Failers ein Bekannter an. Das Paar berichtet, der Mitarbeiter habe ausgeholt, um Failer an den Kopf zu schlagen. „Ich habe ihn weggeschubst“, so Failer. Der Mitarbeiter sei hingefallen. Orth zufolge fixierten mehrere Securitys daraufhin den Bekannten am Boden – vermutlich, weil sie dachten, er habe ihren Kollegen gerempelt.

Failer erzählt, dass er einem Polizisten auf dessen Aufforderung hin seine Personalien nannte. Doch der habe ihn womöglich nicht verstanden. Jedenfalls habe der Beamte gesagt: „Du Hurensohn wirst mir jetzt gefälligst antworten.“ Später habe er ihn rausgeworfen. Der Ecknacher, der nach eigener Aussage zwei Weizen und zwei Maß Bier getrunken hatte, sagt: „Ich hatte noch nie mit den Securitys ein Problem.“ Auch an dem Abend habe er keine Probleme gewollt. „Ich kann kaum noch schlafen deswegen.“

Landeskriminalamt untersucht Vorwürfe gegen Polizei

Aichachs Polizeichef Erich Weberstetter zufolge werden die Vorwürfe strafrechtlich aufgearbeitet. Damals seien Unterstützungskräfte vor Ort gewesen, die Einsatzleitung aber lag bei der Aichacher Polizei. Um die Vorwürfe gegen den Beamten neutral zu behandeln, bearbeite sie das Landeskriminalamt.

Yener Alkaya, Geschäftsführer der Firma Alpha Security in Rehling, die seit sechs Jahren das Brauereifest Kühbach betreut, ist von den Vorwürfen gegen seine Leute entsetzt: Sie seien „nicht korrekt“. Nachdem die Brauerei ihm eine Mail des Paares weitergeleitet hatte, ließ er sich von seinen Mitarbeitern den Vorfall schildern. Dass der Mitarbeiter Failer herunterdrücken, würgen oder gar schlagen wollte, sei „Schwachsinn“. Alkaya: „So etwas machen wir nicht. Wir arbeiten professionell. Wir wissen mit dieser Menge umzugehen.“

Sicherheitsfirma weist Vorwürfe zurück

Die Gruppe sei an jenem Abend mehrfach gebeten worden, nicht immer wieder auf den Tisch zu steigen. Sein Mitarbeiter habe Failer mit nach draußen genommen, um „in Ruhe mit ihm zu sprechen“. Dieser habe das nicht eingesehen, als Rauswurf aufgefasst und den Mitarbeiter grundlos weggeschubst. Alkaya betont: „Wir sind dafür da, um die Sicherheit für alle zu erhalten, damit niemandem etwas passiert.“ Doch als Security müsse man sich extrem viel gefallen lassen. Er sei gerne bereit, mit dem Paar zu sprechen.

Brauereichef rät zur Anzeige

Brauereichef Umberto Freiherr von Beck-Peccoz war urlaubsbedingt vergangene Woche nicht zu sprechen. In seiner Antwort an Orth und Failer, die unserer Zeitung vorliegt, heißt es, das Einsatzpersonal habe sich wie die Gäste an Recht und Gesetz zu halten. Es gebe zwar immer wieder „alkoholbedingte Streitsituationen, in denen es praktisch keine Alternative zu einem handfesten Eingreifen gibt. Dies entschuldigt jedoch in keiner Weise Exzesse der von Ihnen beschriebenen Art“. Er werde Polizei und Security um Stellungnahmen bitten. Von Beck-Peccoz riet dem Paar, Anzeige zu erstatten. Bislang sahen beide davon ab.

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