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Sitzung II

24.01.2019

Kalte Wärme fürs neue Baugebiet?

So funktioniert die Kalte Nahwärme: Das Grundwasser wird über Brunnen aus dem Boden zum zentralen Wärmetauscher gepumpt. Dort heizt es die Sole auf, die an alle Häuser verteilt wird und dort über Wärmepumpen das Brauch- und Trinkwasser erhitzt. Das Grundwasser geht dann zurück ins Erdreich. Ab den Wärmepumpen ist das Konzept Privatsache. Sie können auch mit Fotovoltaikstrom betrieben werden.

Rat ist für zentrale Energieversorgung in Mühlhausen. Doch der Weg ist noch offen

Eine zentrale, klimafreundliche Energieversorgung für das ganze Baugebiet – „Am Weberanger“ in Mühlhausen will die Gemeinde Affing neue Wege gehen. Im Norden des Ortsteils entstehen 67 Gebäude und eine Gesamtwohnfläche von 10000 Quadratmetern. Zur Debatte steht ein Konzept mit sogenannter Kalter Nahwärme.

Die Lechwerke (LEW) realisieren eine solche Energieversorgung in einem Neubaugebiet an der Afrastraße in Friedberg (wir berichteten). Der hohe Grundwasserstand im Lechfeld macht das möglich (siehe Grafik). Ähnliche Bedingungen finden sich in Mühlhausen, weshalb die LEW das Konzept nun auch der Gemeinde Affing antrug. Christian Rose stellte es im Gemeinderat vor. Basis der Berechnungen ist ein kalkulierter Wärmebedarf von 900000 Kilowattstunden pro Jahr. Die Kosten für Brunnenanlage, Leitungsnetz, Übergabestation und Funktionsgebäude werden auf 515000 Euro geschätzt. Eine Hackschnitzel-anlage in der gleichen Größenordnung käme laut Rose auf fast eine Million Euro.

Der Gemeinderat stimmte mit 13:5 einer zentralen Energieversorgung zu. In der ausführlichen Diskussion aber waren zuvor viele Fragen aufgekommen: Ist ein Anschlusszwang möglich? Gibt es alternative Konzepte und Anbieter? Werden die Grundstückspreise zu hoch, wenn die Investitionskosten umgelegt werden? Wer soll das Netz betreiben? Mit welchen Energiekosten muss ein Haushalt rechnen?

Lechwerke und Verwaltung sollen die Informationen bis Ende Februar beschaffen. Denn die Zeit drängt. Schließlich will keiner riskieren, dass sich die Realisierung des Baugebietes verzögert. Denn die Nachfrage nach Bauplätzen ist anhaltend hoch. Im Gemeinderat war der Vorwurf zu hören, die Verwaltung habe das Thema zu spät angepackt. (AN)

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