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Tradition

28.05.2018

Kameraden pilgern nach Maria im Elend bei Baar

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Am Sonntag fand die jährliche Kameraden- und Soldatenwallfahrt nach Maria im Elend bei Baar statt. 95 Vereine aus der Region nahmen an dem großen Bittgang teil.
Bild: Andreas Dengler

Fast 100 Kameraden- und Soldatenvereine aus der ganzen Region nahmen am Sonntag an dem Bittgang teil. Er zählt inzwischen zu den größten in Bayern.

Ein langer Prozessionszug ging gestern von der Baarer Mehrzweckhalle zur nahen Wallfahrtskapelle Maria im Elend. Unter freiem Himmel fand dort zum 61. Mal ein Festgottesdienst anlässlich der Kameraden- und Soldatenwallfahrt statt. Das Wetter war ideal: ein angenehmer Maitag mit Sonnenschein und kühlendem Wind.

Rund 95 Kameraden- und Soldatenvereine aus der Region nahmen an dem Bittgang teil, der inzwischen zu den größten Soldatenwallfahrten in ganz Bayern zählt. Angeführt von der Blaskapelle Osterbuch, der Musikkapelle Ehingen und der Blaskapelle Baar machten sich die Pilger auf den Weg zu dem knapp anderthalb Kilometer entfernten Kirchlein am Waldrand. Die ehemaligen Soldaten dankten der Muttergottes für den Frieden und beteten für die gefallenen Kameraden in den beiden Weltkriegen. Aber auch der Opfer aus den Reihen der Bundeswehr wurde gedacht.

Festprediger spricht Klartext

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Festprediger Dekan Thomas Pfefferer sagte in seiner Predigt: „Bitte und Dank sind die beiden Eckpfeiler des Wallfahrens.“ Für ihn sei eine Soldatenwallfahrt immer ein Bekenntnis für den Frieden und den Glauben. Oft würden junge Ministranten und gläubige Erwachsene belächelt, wenn sie in der Schule oder am Arbeitsplatz von ihrem Glauben erzählten, sagte der Dekan. Der Geistliche aus der Pfarreiengemeinschaft Altenmünster-Violau (Landkreis Augsburg) begeisterte die Pilger mit seinen frischen und mitreißenden Worten. Er sprach Klartext und sorgte für manchen Schmunzler. Mit der Wahl des Festpredigers wurde bei der Baarer Wallfahrt eine Brücke zur Friedenswallfahrt in Violau geschlagen. Außerdem hatte Pfefferer vor seinem Theologiestudium als Sanitätssoldat gedient und hat damit einen persönlichen Bezug zu den Kameraden.

Bodenständig und leicht verständlich ermutigte er die Gläubigen, auf Gott zu vertrauen. Jeder müsse aber auch selbst tätig werden. Eine Veränderung sei schon im Kleinen möglich. Später zelebrierte Pfefferer mit Pfarrer Werner Ehnle die Eucharistiefeier. Es folgte die Totenehrung mit Kanonenschüssen.

Besondere Ehre für Josef Neff

Einem Kameraden wurde besonders viel Ehre zuteil: dem ehemaligen Vorsitzenden des Baarer Kameraden- und Soldatenvereins, Josef Neff. Aus Altersgründen musste er vor Kurzem sein Amt niederlegen. Die Wallfahrt wollte er aber nicht verpassen, mit seiner Ehefrau nahm er bei den Ehrengästen Platz. 1973 trat Neff den Baarer Kameraden bei. Drei Jahre war er Kassenwart, es folgten 23 Jahre als Vorsitzender. In die Organisation der alljährlichen Kameraden- und Soldatenwallfahrt steckte er viel Herzblut und Engagement. Wie die Wallfahrt heute ist, sei vor allem Neffs Verdienst, sagte Baars Bürgermeister Leonhard Kandler anerkennend. Er hat seit Neffs Rücktritt kommissarisch den Vereinsvorsitz inne. Auch der Festredner und Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko (CSU) würdigte Neffs Einsatz um die Wallfahrt.

Tomaschko betonte auch, dass diese eine gute Gelegenheit sei, für den Frieden dankbar zu sein: „Seit 1945 hatten die Menschen in Deutschland und innerhalb der EU das Glück, die längste Friedensphase unseres Kontinents erleben zu dürfen.“ Das sei keine Selbstverständlichkeit. Der Blick auf die Weltkarte zeige, dass heute noch vielerorts Krieg und Schrecken herrschen. In Europa sei wieder ein Erstarken populistischer Parteien zu erkennen. Deutschland habe in seiner Vergangenheit bereits eine solche Entwicklung miterlebt und müsse daher solchen Kräften entgegenwirken, so der Politiker. Mit der Bayern- und der Nationalhymne endete die Wallfahrt. Neben Tomaschko und Kandler nahmen daran auch der Landtagsabgeordnete Johann Häusler (Freie Wähler), Kreisrätin Stephanie Kopold-Keis, Thierhauptens Bürgermeister Toni Brugger (beide CSU) und der Bezirksvorsitzende der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung, Otmar Krumpholz, teil.

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