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Baar

23.09.2018

Keine Lösung bei der Kinderbetreuung in Baar in Sicht

Wie geht es weiter mit der Kinderbetreuung in Baar? Der Gemeinderat ringt um eine Lösung.
Bild: Silvio Wyszengrad/Symbolfoto

Auch die Frage nach der Verwaltung des Friedhofs in Oberbaar ist offen. Warum ein Bürger im Fall Oberperlmühle jetzt mit gerichtlichen Schritten gedroht hat

Zwei Themen beschäftigten den Gemeinderat von Baar in seiner Sitzung am Donnerstag. Das war zum einen die Betreuung der Kinder in dieser Kommune und zum anderen die Verwaltung des Friedhofs in Oberbaar. In beiden Fällen war es nicht möglich, eine Lösung herbeizuführen. Das lag sicher nicht zuletzt auch daran, dass die Stimmung in diesem Gremium, in dem Dieter Zach und Florian Mertl fehlten, nicht gerade die beste war.

Bezeichnend für das Klima war die Situation, in der Christine Winter-Bächer einen Beschluss zur Geschäftsordnung stellte. Als die Debatte über die Kinderbetreuung zu eskalieren drohte, meinte sie, man sollte diese Diskussion „aufgrund der Außenwirkung“ in den nicht öffentlichen Teil verlegen. Ihre Begründung: „Das macht kein gutes Bild.“ Es dauerte einige Minuten, ehe über diese Forderung abgestimmt wurde. Neben Christine Winter-Bächer wollten lediglich Andreas Winter und Christian Hell diese Auseinandersetzung hinter verschlossenen Türen fortsetzen.

Bereits bei Punkt vier auf der Tagesordnung wurde offenkundig, dass dieser Abend von vielen Dissonanzen überschattet werden würde. Bürgermeister Leonhard Kandler las ein umfangreiches Zahlenwerk über die Betreuung der Kinder im Jahr 2018/19 vor und folgerte am Ende aus der Tatsache, dass im Kindergarten St. Laurentius 46 von 66 Plätzen belegt sind: „Wir haben noch Möglichkeiten, Kinder ausreichend aufzunehmen.“ Johanna Ruisinger, die Zweite Bürgermeisterin, wollte sich seiner Auffassung nicht anschließen: „Wir haben nicht die Öffnungszeiten, die wir brauchen.“ Dabei erinnerte sie daran, dass zehn Kinder aus dem Gemeindebereich auswärts untergebracht werden.

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Noch deutlicher in ihrer Kritik wurde Christine Winter-Bächer: „Ich versuche die ganze Zeit, mich zu beruhigen.“ Seit dem Jahr 2015 komme das Thema immer wieder auf den Tisch. „Ich habe zu dem Thema schon so viel gesagt und es hat keinen Wert gehabt.“ Auch sie beklagte die Regelung mit den Öffnungszeiten. Sie versicherte: „Ich bin nur für eine gute Lösung, die den Familien hilft; ich bin nicht gegen einen Träger.“ Vitus Riedl betonte, für den Kindergarten und die Krippe sollte derselbe Träger in der Verantwortung stehen. Kandler erklärte, vom Raumbedarf her sei es nicht möglich, die neue Krippe im Kindergarten einzurichten.

Wer künftig für die Verwaltung des Friedhofs in Oberbaar zuständig ist, darüber fiel noch keine Entscheidung. Leonhard Kandler hatte erfahren, dass die Kosten für die Sanierung der dortigen Mauer sich in einer Spanne zwischen 30000 und 100000 Euro bewegen könnten. Der Bürgermeister erhielt den Auftrag, zusammen mit vier weiteren Mitgliedern des Gemeinderats die offenen Fragen, auch bei der Kinderbetreuung, in einem Gespräch mit Pfarrer Werner Ehnle und der Kirchenverwaltung zu klären.

Der Förderantrag „Digitalbudget für das digitale Klassenzimmer“ wurde ohne Gegenstimme beschlossen. Zuvor wollte Johanna Ruisinger wissen: „Was brauchen wir? Was kostet uns das? Welche Förderung erhalten wir?“ Einen Blankoscheck wolle sie in dem Zusammenhang keinesfalls ausstellen. Dazu entgegnete ihr Stefan Hummel von der Verwaltung, jetzt gehe es lediglich darum, bis spätestens 31. Dezember den Antrag zu stellen, erst danach könne die Höhe der Kosten ermittelt werden. Werner Wörle schlug vor, künftig sollte man in der Beschlussvorlage in wenigen Zeilen diese Umstände darlegen.

Die Teilentwidmung zweier Feldwege nahe der Oberperlmühle nahm einige Zeit in Anspruch. In anderen Gemeinderäten erweisen sich solche Themen in der Regel als Formsache. Ein beteiligter Bürger hatte damit gedroht, vor Gericht den Fall klären zu lassen. Am Donnerstag kamen zwei Nachbarn in der öffentlichen Sitzung zu Wort; dabei waren gewisse Differenzen zwischen ihnen herauszuhören. Es wurde schließlich klargestellt, dass die Zufahrten durch öffentliche Wege gesichert sind. Am Ende stimmten acht Mitglieder des Gemeinderats dem Antrag auf Entwidmung zu.

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