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01.07.2010

Keine Sportflieger in "Fursty", aber Mühlhausen winkt ab

Keine Sportflieger in "Fursty", aber Mühlhausen winkt ab

Affing-Mühlhausen/Fürstenfeldbruck

Der ehemalige Militärflugplatz Fürstenfeldbruck darf nicht als ziviler Flugplatz für Sportflugzeuge genutzt werden. Diese Entscheidung hat die Regierung von Oberbayern gestern bekannt gegeben. Bis zu 40 000 Starts und Landungen sollten dort im Jahr stattfinden. Zum Vergleich: Auf dem Flughafen in Affing-Mühlhausen sind es derzeit 53 000 Flugbewegungen. Das Aus für die Landebahn (Spitzname "Fursty") als Sportflugzentrum hat laut Luftamt Südbayern und Augsburger Flughafengesellschaft (AFG) kaum Auswirkungen auf den Flugbetrieb bei Mühlhausen. Die Brucker Sportflieger würden eher nach Landshut oder auf kleinere Landeplätze wie Jesenwang (Kreis Fürstenfeldbruck) wechseln und nicht nach Augsburg kommen, sagt AFG-Geschäftsführer Peter Bayer: "Die Gebühren hier sind den Kleinfliegern zu teuer." Eine Genehmigung für Fürstenfeldbruck hätte eher einige Piloten aus der Region zu einem Wechsel dorthin bewegt, glaubt man im Luftamt. Dort sei aber kein Instrumentenanflug möglich, sagt Bayer. Die in Augsburg ansässigen Flugschulen könnten dort also gar nicht ausbilden. Bayer: "Fürstenfeldbruck hat kaum Auswirkungen auf uns."

Bereits vor vier Jahren wurde eine zivile Nachfolgenutzung des Militärflugplatzes (Ende: 1997) für kleine Flugzeuge mit einem maximalen Startgewicht von 5,7 Tonnen von der Flugplatz Fürstenfeldbruck Betriebsgesellschaft beantragt. Mit 2800 Meter hat "Fursty" eine deutlich längere Landebahn als Mühlhausen (nutzbar: 1590 Meter). Der Antrag stehe im Widerspruch zum Landesentwicklungsprogramm, begründet das Luftamt das Aus. Danach solle in der Region München kein zusätzlicher Flughafen zugelassen werden, hieß es. Geplant war ein reiner Sichtflugbetrieb - also kaum von Interesse für Geschäftsflieger.

Die letzte Karte im jahrelangen Poker um das ehemalige Militärareal dürfte gespielt sein, besonders die Gemeinde Maisach hatte vehement gegen die Pläne gekämpft. Interessant für die Region Augsburg ist aber auch die Begründung des Luftamts, warum aus ihrer Sicht ein weiterer Flugplatz im Münchner Umland gar nicht nötig ist. Flieger mit einem Gewicht bis 5,7 Tonnen könnten in Augsburg, Landshut und Manching landen - allesamt Städte, die via Bahn und Straße gut mit München verbunden seien.

Obwohl die Zahl der Flugbewegungen in Mühlhausen zuletzt deutlich zurückgegangen ist, gibt es weiter Beschwerden von Anwohnern über den Fluglärm. Insbesondere stehen dabei die Sportflugzeuge in der Kritik. Die Kleinflieger machen laut AFG etwa 75 bis 80 Prozent des Flugbetriebs aus. Als Verbesserung wird aber auch von Manfred Hengster, Sprecher der BI der Fluglärmgegner, die Begrenzung der Platzrunden an Wochenenden (samstags ab 17 Uhr, sonntags ab 13 Uhr) gewertet. Für diese Zusage hatte die Gemeinde Affing 2006 auf eine Klage gegen ein weiteres Planfeststellungsverfahren verzichtet. Die reguläre Startbahn (1280 Meter) plus alte Sicherheitsstreifen (120 Meter) und neue Sicherheitsstreifen (190 Meter) wurden damals vom Luftamt genehmigt und ergeben jetzt die nutzbare Startbahnlänge von insgesamt 1590 Meter. (cli)

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