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Kühbach

30.11.2019

Kerscher ist Bürgermeisterkandidat, Schneider fällt durch

Karl-Heinz Kerscher war der große Sieger an diesem Abend.
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Karl-Heinz Kerscher war der große Sieger an diesem Abend.

Plus Bei Nominierung des Bürgermeisterkandidaten der Ortsgemeinschaft Kühbach gibt es einen unerwartet klaren Sieger.

Kühbach Bis zum Dienstagabend war nicht einmal offiziell bekannt, dass er Bürgermeister werden möchte – 48 Stunden später wurde Karl-Heinz Kerscher bei der Nominierungsversammlung der Ortsgemeinschaft Kühbach als Senkrechtstarter gleich zum Kandidaten für dieses Amt gewählt. Und das keineswegs, wie vielleicht von einigen Beobachtern erwartet worden war, mit knappem Vorsprung gegenüber Stefan Schneider, der schon vor Monaten seine Ambitionen auf das Amt deutlich gemacht hatte. Sondern mit einem weiten Abstand von 202 zu 102 Stimmen.

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Nicht allein dieses Ergebnis war bemerkenswert am Donnerstag. Man konnte durchaus von einer denkwürdigen Veranstaltung reden. Vor dem Eingang zum Gasthaus Thomabräu hatten sich vor der Versammlung lange Schlangen gebildet. Einige Besucher machten sich gleich wieder verärgert auf den Heimweg, weil sie zur Kenntnis nehmen mussten, dass der Platz keinesfalls für alle Zuhörer reichen würde. Die Organisatoren hatten diesen Ansturm ganz einfach unterschätzt. Im Saal des Lokals wurde unterdessen nach Auswegen aus der Situation beraten.

Bürgermeister-Nominierung: Warum es in Kühbach ein ganz langer Abend wurde

In Abstimmung mit dem amtierenden Bürgermeister Hans Lotterschmid traf man folgende Entscheidung: Umzug in die Mehrzweckhalle im Sportpark und Beginn erst um 20.30 Uhr. Die Freiwillige Feuerwehr sorgte für einen Shuttle-Service und die Stockschützen stellten draußen Getränke bereit. Zudem mussten innerhalb kurzer Zeit Stühle für über 300 Zuhörer aufgestellt werden.

Kerscher ist Bürgermeisterkandidat, Schneider fällt durch

Diese Umstände führten dazu, dass es ein ungewöhnlich langer Abend wurde. Als Johann Achter, der bis zum Jahr 2008 selbst dem Marktgemeinderat von Kühbach angehört hatte, das Ergebnis der Nominierung der 20 Kandidaten für dieses Gremium bekannt gab, war es bereits Freitagmorgen. Durch Zuruf hatte man 16 Bewerber für 16 Plätze gefunden, dazu vier Leute, die als Ersatzkandidaten fungieren. Mit Astrid Sagstetter wurde eine Frau auf Rang vier gesetzt. In der Vorstellungsrunde wurde klar, dass sich auch eine Reihe junger Kandidaten für einen Einstieg in die Kommunalpolitik interessiert: Martin Appel ist 25 Jahre alt, Tizian Schenk und Daniel Peters jeweils 24, Simon Tiltscher ist 23.

Kommunalwahl 2020: Schneider taucht auch auf der Gemeinderatsliste nicht auf

Stefan Schneider, aktuell Zweiter Bürgermeister von Kühbach, taucht auf der Liste nicht auf – offensichtlich eine Reaktion auf seine klare Niederlage bei der Wahl des Bürgermeisterkandidaten. Er hatte seine Präsentation mit Blick auf den Wechsel des Ortes so begonnen: „Wir sind alle flexibel in Kühbach. Mir ist ein wenig mulmig im Bauch.“ Der 48-Jährige hat zwei erwachsene Kinder, hat eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolviert und führt einen Schulkiosk an einem Gymnasium in München. Seit zwölf Jahren ist Schneider Vorsitzender des TSV Kühbach, seit einem Dutzend Jahren gehört er auch dem Gemeinderat an, die vergangenen sechs Jahre als Zweiter Bürgermeister.

Auch Karl-Heinz Kerscher ist 48 Jahre alt und hat Einzelhandelskaufmann gelernt. Seit 25 Jahren ist er im Bereich Heizung und Energie tätig. „Das Wichtigste in meinem Lebenslauf ist die Familie“, sagte er. Er ist seit 29 Jahren verheiratet und hat zwei Töchter. Sein Motto für eine mögliche Amtszeit lautet: gemeinsam Zukunft gestalten und Tradition leben. Kerscher kündigte an: „Ich möchte derjenige sein, zu dem man gerne geht.“ Seit 2008 gehört Kerscher dem Gemeinderat an, dazu führte er weiter aus: „Seit 64 Jahren ist meine Familie in der Kommunalpolitik tätig.“ Sage und schreibe 319 Wahlberechtigte wurden gezählt, sieben von ihnen hatten keinen Wahlzettel abgeholt. Zweimal war der Name von Martin Appel zu lesen, fünf Zettel blieb unbeschriftet und einer wurde als ungültig erklärt. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses trat Kerscher ans Mikrofon: „Ich freue mich riesig. 202 Stimmen – das ist ein Hammer, was da passiert ist.“ Er kündigte an, dass man seinen Kopf nicht auf einem Wahlplakat sehen werde: „So schön bin ich nicht.“

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